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Kultur Woody Allen hat für Carla Bruni-Sarkozy nur noch Nebenrolle übrig
Mehr Welt Kultur Woody Allen hat für Carla Bruni-Sarkozy nur noch Nebenrolle übrig
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20:38 05.07.2010
Von Stefan Stosch
Regisseur Woody Allen Quelle: ap

Je älter Woody Allen wird, desto mehr Chancen hat er bei den Frauen. Julia Roberts, Goldie Hawn, Drew Barry­more, Chloë Sevigny, Penélope Cruz, Scarlett Johansson, Rebecca Hall – all diese Darstellerinnen und noch eine ganze Reihe mehr haben schon in den Filmen des 74-Jährigen mitgespielt. In seinem jüngsten Werk „You Will Meet a Tall Dark Stranger“, der Ende des Jahres bei uns anläuft, glänzt Allen mit Freida Pinto („Slumdog Millionär“) und Naomi Watts („The International“). Für den New Yorker Regisseur ist es inzwischen schwierig, überhaupt noch mit einem Besetzungscoup zu überraschen, so sehr drängeln sich die Bewerberinnen.

Für sein aktuelles Frankreich-Projekt „Midnight in Paris“ hatte der sonst so geheimniskrämerische Allen allerdings schon früh eine Sensation gemeldet: Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy sei seine neue Muse. Sie sei eine „natürliche Wahl“ für eine Hauptrolle, so Allen.

Für die Finanzierung wäre Bruni-Sarkozy gewiss erste Wahl gewesen. Ihr Name oben auf der Besetzungsliste hätte bei Geldgebern noch ein paar Millionen extra locker gemacht – und ein Filmdreh in Paris ist teuer, auch für Woody Allen, der vor allem deshalb so viel in Europa arbeitet, weil er in den USA kaum mehr einen ordentlichen Etat auf die Beine stellen kann.

Nun haben in Paris die Dreharbeiten begonnen, doch Bruni-Sarkozy ist nach Allens Angaben nur noch als „kultivierte und glamouröse Museumsdirektorin“ dabei. Gut möglich, dass ihre Kinopräsenz am Ende auf einen Gastauftritt zusammenschnurrt. Die Hauptrolle in dem Film um eine amerikanische Familie, die nach Paris reist und dort das Leben eines jungen Paares durcheinanderbringt, übernimmt nun Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard, die vor drei Jahren in „La Vie en Rose“ als Edith Piaf brillierte.

Woody Allen hat etwas verspätet erkannt: „Carla Bruni ist keine Frau, die ihr Leben als Schauspielerin verdient. Sie ist eine First Lady.“ Falls es während der Dreharbeiten zu einer internationalen Krise komme, „soll Carla in der Lage sein, ihren Mann auf seinen Reisen zu begleiten“. Manche Medien wittern andere Motive hinter Allens noblen Worten: Sie verweisen hämisch darauf, dass Cotillard acht Jahre jünger als Bruni-Sarkozy sei – und womöglich sei die Präsidentengattin zu offensiv mit der Botoxspritze umgegangen, weshalb es ihr schwerfalle, Gefühlsregungen überzeugend in ihrem Gesicht widerzuspiegeln.

Mit solchen Problemen haben alternde Hollywoodstars tatsächlich zu kämpfen. Im Fall von Bruni-Sarkozy könnte eine viel nahe liegendere Begründung zutreffen: Sie mag es als Model und Sängerin zu Starruhm gebracht haben – aber eine gute Schauspielerin ist sie deswegen noch lange nicht. Trösten kann sich Bruni-Sarkozy damit, dass sie schon 1994 in Robert Altmans Satire „Prêt-à-Porter“ zu sehen war – allerdings als Model, also als sie selbst.

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