Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Kultur Das Wort zur Wahrheit
Mehr Welt Kultur Das Wort zur Wahrheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:58 21.02.2014
Lyrik mit Wortwitz: Ursula Krechel. Quelle: Küstner
Hannover

Im Literaturhaus hat Ursula Krechel jetzt ihren neuen Gedichtband „Die da“ vorgestellt, eine Werksammlung von 1977 bis heute. Krechel versteht sich als Lyrikerin, auch wenn sie ihren bisher größten kommerziellen Erfolg mit einem Roman hatte. Für „Landgericht“ erhielt sie 2012 den Deutschen Buchpreis.

Danach wollte sie sich wieder der kürzeren Form widmen. Für Krechel sind solche Bände nicht Veröffentlichungen von alten Versen in neuem Einband. Es geht ihr auch darum, wie Gedichte neben anderen stehen, wie sie die lyrischen Nachbarn spiegeln und so auch in einem anderen Licht erscheinen. Krechel liest das Gedicht „Nach Mainz!“ von 1977. Frauenrechtlerin Angela Davis, die Jungfrau Maria und Ursula Krechel liegen im Krankenhaus.

Sie haben gerade ihre Kinder entbunden und wollen fliehen, über den Rhein, der die Demarkationslinie bildet zum sozialistischen Süden. Sie schwimmen und schwimmen, und in Mainz, am Ufer, da steht die Rote Hilfe und reicht den ausgelaugten Flüchtenden Frottierhandtücher. Krechels Gedichte sind durchzogen von Witz und Wortwitz, aber auch vom Streben nach Wahrheit. Und so sprach Krechel mit Literaturkritiker Michael Braun im Literaturhaus auch über das Zusammenspiel von Dichtung und Wahrheit, vom Eindringen der Lyrik in die reale Welt.

Ein Gedicht hat nicht die eine Zeit, in der es gültig ist, glaubt Krechel. „Nach Mainz!“ könne man durchaus auf die RAF beziehen, den Terror im Jahr 1977 und den Terror des Staates, der Intellektuelle unter Generalverdacht gestellt habe, auch Krechel selbst, die im „Deutschen Herbst“ 30 Jahre alt war. Heute kommen den Lesern andere Assoziationen, wenn sie auf schwimmende Flüchtlinge blicken. In zehn Jahren ist die Wahrheit dieser Dichtung eine andere.

Krechel spricht auch über ihre Liebe zu Büchern. Früher habe sie ein oder zwei Theaterstücke am Tag gelesen. Heute nimmt sie sich an jedem Morgen Zeit, liest, fast ein wenig besessen. Und wenn sie jemand fragt, ob Krechel die vielen Bücher in ihrer Berliner Wohnung wirklich gelesen hat, dann sagt sie einfach „Ja“, und versucht, bei der Frage nicht ärgerlich zu werden.

Die ehemalige Dramaturgin an den Städtischen Bühnen Dortmund hat auch einen Sinn für die Inszenierung, wenn sie ihre Gedichte vorträgt. Sie betont klar, und man spürt ihre Freude an den Silben und Worten, die sie sich seit 1977 erdacht hat. Zum echten Schauspiel aber zieht es sie nicht mehr : „Im Theater wird unerträglich viel getrunken, was auch nicht zur Klugheit beiträgt.“

Von Gerd Schild

Kultur Kritik zu „Stromberg – Der Film“ - Büro ist Krieg – jetzt auch im Kino

Im Fernsehen lief die Serie „Stromberg“ mit Christoph Maria Herbst als Ekelchef jahrelang erfolgreich. Nun folgt ein Kinofilm – und erzählt erneut vom absurden Wahnsinn in einem Büro.

21.02.2014
Kultur Rehberger Kunstausstellung - Dinge sind nicht so, wie sie erscheinen

In der Ausstellung „Home and Away and Outside“ von Tobias Rehberger in Frankfurt am Main, zeigt er ein breites Spektrum seiner Werke aus den vergangenen Jahren. Die Skulpturen und Installationen sind noch bis zum 11. Mai zu sehen.

20.02.2014
Kultur George Clooneys „Monuments Men“ - Menschenleben für die Madonna

Feldzug im Dienst der Kunst: George Clooney hat seinen Film „Monuments Men“ unter anderem in Goslar gedreht und auf der Berlinale präsentiert. Jetzt kommt der Film auf die Leinwand. Unser Filmkritiker Stefan Stosch weiß, ob sich ein Besuch im Kino lohnt.

Stefan Stosch 23.02.2014