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Kultur Unesco zeichnet Himmelscheibe von Nebra aus
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08:52 19.06.2013
Die Unesco hat die Himmelscheibe von Nebra und das Lorscher Arzneibuch in ihr Dokumentenerbe «Memory of the World» aufgenommen. Quelle: dpa
Bonn/Kwangju

Die Unesco hat die Himmelsscheibe von Nebra und das Lorscher Arzneibuch in ihr Register des Weltdokumentenerbes "Memory of the World" aufgenommen. Darin sind bedeutsame Aufzeichnungen aus der Geschichte der Menschheit versammelt - aus Deutschland unter anderem die Gutenberg-Bibel, wie die Deutsche Kommission der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur am Dienstagabend mitteilte.

Das Arzneibuch des Klosters Lorsch in Hessen zählt zu den ältesten Sammlungen von Rezepten und Klostermedizin aus dem Mittelalter. Die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe aus Nebra in Sachsen-Anhalt gilt als früheste bekannte Abbildung des Sternenhimmels. "Wir haben mit diesem Erfolg gerechnet", sagte der Leiter der Welterbestätte Lorsch, Hermann Schefers, am Mittwochmorgen der Nachrichtenagentur dpa.

Das Buch werde zwar in der Staatsbibliothek Bamberg aufbewahrt, auch bringe der Titel dem Kloster keine direkten Fördermittel ein. Er erhöhe aber die Aufmerksamkeit nicht nur für Lorsch, sondern auch für die Bedeutung der Arbeit des Klosters, sagte Schefers. "Durch die Auszeichnung wird bewusst gemacht, dass das Kloster Lorsch nicht nur ein Ensemble bedeutender Gebäude besitzt, sondern auch ein wichtiges Skriptorium hat und einen enzyklopädischen Ansatz des Sammelns und Vermittelns verfolgte."

Über die Aufnahme des Buches in die Liste entschied das Internationale Komitee für das Programm "Memory of the World" bei einer Konferenz in der südkoreanischen Stadt Kwangju. Erfolgreich war Deutschland auch mit zwei Gemeinschaftsnominierungen: das Kommunistische Manifest und der erste Band des Kapitals von Karl Marx gemeinsam mit den Niederlanden und das Grundgesetz des Heiligen Römischen Reichs, die Goldene Bulle, gemeinsam mit Österreich. Aufgenommen wurden auch die Bestände des Internationalen Suchdienstes (ITS/International Tracing Service), dessen Zentrum für die Dokumentation und Forschung zur nationalsozialistischen Verfolgung, Zwangsarbeit und den Holocaust im hessischen Bad Arolsen angesiedelt ist.

Die Nominierung des ITS wurde laut Leonhard auch von deutscher Seite als wichtiger "Beitrag zur Vergangenheitspolitik" unterstützt. "Der Eintrag des Lorscher Arzneibuches vervollständigt als erstes mittelalterliches Dokument dieser Art eine Reihe, die im Weltgedächtnis bereits mit anderen medizinischen Handschriften aus verschiedenen Epochen und Regionen besetzt ist", sagte der Vorsitzende des deutschen Nominierungskomitees "Memory of the World", Joachim-Felix Leonhard, am Mittwoch in Kwangju. Dazu zählten etwa auch Aufzeichnungen aus Korea, der Türkei, Indien und China. Auch Welterbestätte-Leiter Schefers macht den Erfolg unter anderem am Inhalt des Buches fest: "Die Auseinandersetzung mit den Themen Krankheit, Pflege und Heilung ist interkulturell" sagte er. "Man ist heute zudem sensibler geworden für diese Inhalte." Alle zwei Jahre kann jedes Unesco-Mitglied zwei Vorschläge zur Aufnahme in das "Gedächtnis der Menschheit" einreichen. Es umfasst den Angaben zufolge nun 299 Einträge. Deutschland ist mit 17 Einträgen vertreten.

dpa

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