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Tom Hanks schreibt jetzt auch Geschichten

Literaturband „Schräge Typen“ Tom Hanks schreibt jetzt auch Geschichten

Tom Hanks debütiert mit dem Erzählband „Schräge Typen“ als Schriftsteller. Er ist nicht der einzige schreibende Schauspieler. Hier lesen Sie, wen es sonst noch vom Filmset an den Schreibtisch drängt.

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Vielfachbegabt: Tom Hanks.

Quelle: Columbia Pictures Industries

Berlin. Ein bisschen Hollywood ist immer, wenn Tom Hanks im Spiel ist. „Nikki, willst du mich heiraten?“ fragte er neulich auf der Buchmesse in Austin-Texas ins Publikum, und die Antwort lautete natürlich „Ja!“. Weil Hanks bereits verheiratet ist, sprach er stellvertretend für den mächtig verliebten Gast Ryan, der Hanks als prominenten Kuppler gewinnen konnte.

Was eine Frage offen lässt: Was machte Hanks eigentlich auf einer Buchmesse? Er stellte sein erstes Buch vor, den Erzählband „Uncommon Type: Some Stories“. Erst in den USA, und weil die Resonanz durchaus positiv war, nun auch im Rest der Welt, im deutschsprachigen Raum unter dem Titel „Schräge Typen: Stories“.

Tom Hanks

Tom Hanks: „Schräge Typen“.

Quelle: Piper

Der Schauspieler, Regisseur, Filmproduzent, Drehbuchautor und Synchronsprecher ist nun auch Schriftsteller. Das passt irgendwie. Einerseits ist dieser Gewerbewechsel gerade schwer in Mode.

Von Cara Delevingne bis Ethan Hawke: Immer mehr Darsteller streben danach, die fiktiven Welten, die sie als Rollenspieler auf der Kinoleinwand oder dem Fernsehbildschirm mit Leben füllen, selbst auf dem Papier zu erschaffen. Die Schauspielausbildung hilft dabei, sich in Figuren hineinzuversetzen und die Charaktere bis in ihre Abgründe hinein auszuloten.

Cara Delevingne und ihr Roman „Mirror, Mirror“

Cara Delevingne hat mit dem Thriller „Mirror, Mirror“ einen Roman darüber geschrieben, dass Äußerlichkeiten oft täuschen können

Cara Delevingne hat mit dem Thriller „Mirror, Mirror“ einen Roman darüber geschrieben, dass Äußerlichkeiten oft täuschen können. Passt ja, bei einem Supermodel.

Quelle: EPA

Andererseits ist Tom Hanks ohnehin ein vielseitig interessierter Künstler-Handwerker, der sich als Schauspieler wie als Schriftsteller mit viel Empathie eigenwillige Charaktere erarbeitet. Denn wer seine 15, in verschiedenen Zeiten angesiedelten Kurzgeschichten liest, wird schnell feststellen, dass der Schauspieler und der Schriftsteller viele Gemeinsamkeiten haben. Beide sind im Verständnis ihres Handwerks traditionell bis konserv

Cover

Cover.

Quelle: Fischer

ativ.

Um die „schrägen Typen“ kümmert sich Thomas Jeffrey Hanks, 1956 in Concord/Kalifornien geboren, in beiden Genres mit großer Passion, sie haben es ihm als Phänotypen derart angetan, dass sie in unterschiedlichen Rollen zu unterschiedlichen Auftritten kommen. Wer seine Protagonisten aus Filmen wie „Der Soldat James Ryan“, „Cast Away“, „Philadelphia“ oder „Apollo 13“ kennt, wird Parallelen zu seinen Protagonisten des Buches nicht verhehlen können.

Hanks’ Literaturdebüt ist mit Darstellern besetzt, die etwas seltsam aber zugleich wie aus dem Leben gegriffen scheinen. Es sind authentische Typen, die mit ihren sehr eigenen Problemen kämpfen, beharrlich und mit unbändiger Zuversicht. Am Ende gehen sie wenn nicht als Sieger, dann aber auch nicht als Verlierer aus der Geschichte heraus.

Ethan Hawke schreibt über Ritter

Ethan Hawke lässt in seinem dritten Roman einen angeblichen Vorfahren, den Ritter Sir Thomas Lemuel Hawke, einen Brief an seine Kinder schreiben

Ethan Hawke lässt in seinem dritten Roman einen angeblichen Vorfahren, den Ritter Sir Thomas Lemuel Hawke, einen Brief an seine Kinder schreiben. King Arthur grüßt.

Quelle: Invision

Der amerikanische Traum verbindet alle, selbst wenn er sich als Trauma entpuppt – ganz gleich, Hollywood macht aus beiden Extremen etwas. So versucht ein träger Eigenbrötler sein Glück mit einer attraktiven Powerfrau – wider besseres Wissen.

Eine junge, talentierte Darstellerin glaubt an den großen Durchbruch. Sie ist notdürftig bei einer Bekannten untergekommen, pleite,

Cover

Cover

Quelle: Kiepenheuer & Witsch

hungrig, ignoriert von Agenten, gestresst von New York. Erst als ihr Lebenslauf optimiert wird, kommt die Karriere in Schwung.

Da ist der alte, sehr reiche Bert, der seiner Leidenschaft frönt, Urlaub in der Vergangenheit zu machen, dank des Unternehmens „Chronometric Adventures“ sind Zeitreisen nämlich kein Hirngespinst mehr. Oder Assan. Der junge, besitzlose Bulgare heuert illegal auf einem Schiff an, um in die USA zu kommen. Er flieht vor dem System, den Verhaftungen, Verhören, Arbeitslagern daheim, sein Bruder ist bereits umgekommen. Am Ende seiner Odyssee stehen die Verlockungen der neuen Welt: Hot Dogs, Coca Cola und das Versprechen, es mit Fleiß schaffen zu können. Der beliebte Steve hingegen hat es geschafft, Applaus, Applaus, ein kleiner Bowling-Held, der Strikes in Serie wirft und das Perfect Game schafft. Doch der Spaß am Spiel kommt ihm schnell abhanden. Auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück geben die grundsätzlich sympathischen Alltagshelden niemals auf. Es sind vorbildliche US-Amerikaner oder solche wie Assan, die es werden wollen, und es sind stets gute Menschen, wie sie im Buche stehen – in dem von Tom Hanks.

Andrea Sawatzki schreibt Krimis und Liebesgeschichten

Auch die deutsche Schauspielerin Andrea Sawatzki ist von der Muse geküsst

Auch die deutsche Schauspielerin Andrea Sawatzki ist von der Muse geküsst. Nach einer Reihe von Krimis legt die einstige „Tatort“-Darstellerin eine Familienkomödie vor.

Quelle: Geisler-Fotopress

Der Schauspieler als Schriftsteller hat ein Talent zum Erzählen, zum genauen Beobachten und anschaulichen, lebendigen Beschreiben, zum Selektieren und Komprimieren. Handlung und Sprache seiner Kurzprosa sind ausgefeilt und entfalten eine beachtliche Suggestivkraft.

Mag dem Leser manchmal der risikoarme Perfektionismus als streberhafte Biederkeit erscheinen:

Cover

Cover

Quelle: Piper

Der 61-jährige Autor teilt im Band seine Begeisterung für Weltall und Schreibmaschinen. Unendliche Weiten, unglaubliche Welten: die ideale Kulisse für Tom Hanks’ schräge Stories aus dem guten alten Amerika.

Von Oliver Seifert und Nina May/RND

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