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Kultur Auf zur Rasierschaumparty!
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20:06 25.02.2014
Von Stefan Arndt
Typisch Mann? Das belgische Ensemble het KIP mit Boxershorts und Bierdosen.
Hannover

Ein neues Haus voller Möglichkeiten: Der sanierte und frisch eröffnete Pavillon Hannover beflügelt derzeit alle Gruppen und Institutionen, die dort arbeiten. Besonders ambitioniert aber sind die Pläne für das Theater. Bisher hat der Pavillon die Theaterwerkstatt, ein freies Theaterensemble, beheimatet und darüber hinaus gelegentlich besondere Formate wie das integrative Theaterfestival Klatschmohn oder das Theatertreffen Arabischer Frühling organisiert. Nun werden dort alle Theateraktivitäten gebündelt und erweitert. Zusätzlich zu den bisherigen Angeboten sollen regelmäßig Gastspiele von freien Theatern aus ganz Deutschland und darüber hinaus präsentiert werden. Möglich gemacht hat das auch die neue räumliche Situation im Pavillon. Erstmals können alle vier Veranstaltungsräume ohne akustische Beeinträchtigung aus dem jeweiligen Nebensaal bespielt werden.

Für das Programm gibt es sogar eine neue Stelle im Pavillon-Team: Die 1980 geborene Deutsch-Iranerin Mariam Soufi-Siavash, die als Theaterpädagogin unter anderem in Hildesheim, Oberhausen und am Schauspiel Hannover gearbeitet hat, kuratiert fortan das Programm. Mit ihr soll „Theater im Pavillon“ gleichzeitig Marke und fester Spielort für die freie Schauspielszene des Landes werden.

Wie genau das funktioniert, ist allerdings noch nicht endgültig geklärt. Angedacht sind rund 50 Theaterproduktionen pro Jahr, die jeweils mehrfach gezeigt werden. Ergänzt werden soll das Programm durch Diskussionen und Musikveranstaltungen. Soufi-Siavash schwebt eine Art Dreiklang aus „Theater, Diskurs und Party“ vor. So möchte sie den Pavillon zu einem „Ort des Austausches und des Treffens sowohl für Theaterbegeisterte als auch für Neugierige“ machen.

Einen Vorgeschmack davon gibt es beim Auftakt vom 7. bis zum 9. März. Der erste Vorhang gehört dabei der Theaterwerkstatt: Am Freitag um 10 Uhr zeigt sie ihre Produktion „Die Schatzinsel - trash ’r’ island“, die bereits im Februar Premiere hatte. Um 20 Uhr ist dann das erste Gastspiel zu erleben: „Chicks for money and nothing for free“ heißt das Stück der belgischen Truppe het KIP, bei dem fünf Performer Männerbilder erst aufbauen und dann dekonstruieren. Dabei bleibt offenbar kaum ein Auge noch sonst etwas trocken. Soufi-Siavash zumindest verspricht exzessive „Rasierschaumpartys und Bierfontänen“. Im Anschluss gibt es eine „Democratic Disco“, bei der jeder Zuschauer (nach vorheriger Anmeldung) DJ spielen und eigene Platten auflegen darf.

Der Sonnabend beginnt mit einer Diskussion über freie Theater, bevor Marianna Salzmann vom Berliner Maxim-Gorki-Theater ihr Stück „Hurenkinder Schusterjungen“ in einer szenischen Lesung vorstellt. Die Theaterwerkstatt zeigt danach ihr Projekt „Scheherazades Zukunft - Geschichten aus dem Frauenhaus“; der Abend schließt mit einer Live-Trailer-Show, in der niedersächsische Ensembles Ausschnitte künftiger Gastspiele zeigen. Am Sonntagmorgen ist das vielfach ausgezeichnete Theater Marabu aus Bonn zu Gast. Es zeigt seine Kinderproduktion „Ein Schaf fürs Leben“.

Karten für alle Veranstaltungen unter Telefon (05 11) 2 35 55 50.

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