Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Kultur Alexijewitsch erhält Friedenspreis
Mehr Welt Kultur Alexijewitsch erhält Friedenspreis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:14 20.06.2013
Die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Quelle: dpa
Frankfurt/Main

Die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Dies teilte der Stiftungsrat am Donnerstag in Frankfurt mit. Die 65-Jährige ist durch Berichte und Reportagen über die Atomkatastrophe in Tschernobyl und über den sowjetischen Afghanistankrieg weltweit bekanntgeworden. Die gelernte Journalistin hat dafür einen eigenen Stil der literarischen Collage entwickelt.

Geehrt werde eine Autorin, „die die Lebenswelten ihrer Mitmenschen aus Weißrussland, Russland und der Ukraine nachzeichnet und in Demut und Großzügigkeit deren Leid und deren Leidenschaften Ausdruck verleiht“. Nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums sei Swetlana Alexijewitsch zur Chronistin geworden von Menschen, bei denen ein Grundstrom existenzieller Enttäuschungen spürbar sei.

Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am 13. Oktober in der Paulskirche überreicht. Dem Statut zufolge geht er an Persönlichkeiten, „die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen“ haben.

Mit der renommierten Auszeichnung werden seit 1950 Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland geehrt. Unter den Geehrten sind große Namen wie Astrid Lindgren, Hermann Hesse, Siegfried Lenz, Mario Vargas Llosa oder Orhan Pamuk. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den chinesischen Schriftsteller und Regimekritiker Liao Yiwu. 

Träger des Friedenspreises seit 2000

2000 Assia Djebar (algerische Schriftstellerin)

2001 Jürgen Habermas (deutscher Philosoph und Soziologe)

2002 Chinua Achebe (nigerianischer Schriftsteller, gestorben 2013)

2003 Susan Sontag (US-amerikanische Schriftstellerin, gestorben 2004)

2004 Péter Esterházy (ungarischer Schriftsteller)

2005 Orhan Pamuk (türkischer Schriftsteller)

2006 Wolf Lepenies (deutscher Soziologe)

2007 Saul Friedländer (israelischer Historiker und Autor)

2008 Anselm Kiefer (deutscher Maler und Bildhauer)

2009 Claudio Magris (italienischer Schriftsteller)

2010 David Grossman (israelischer Schriftsteller)

2011 Boualem Sansal (algerischer Schriftsteller)

2012 Liao Yiwu (chinesischer Schriftsteller)     

2013 Swetlana Alexijewitsch (weißrussische Schriftstellerin)

dpa

Kultur „Sopranos“-Star - James Gandolfini ist tot

Trauer und Schock über den plötzlichen Tod des US-Schauspielers James Gandolfini: Im Alter von 51 Jahren ist der „Sopranos“-Star auf einer Urlaubsreise in Italien gestorben, vermutlich an einem Herzinfarkt.

20.06.2013

Clark Kent alias Superman wird in „Man of Steel“ von seiner Vergangenheit eingeholt. Die Menschheit bekommt es mit fiesen Kryptoniern zu tun. Regisseur Zack Snyder wartet in dem fulminanten 3-D-Spektakel mit einer starken Besetzung auf. Der Film startet am 20. Juni im Kino.

20.06.2013
Kultur „Remote Hannover“ - Die Stadt mit anderen Augen sehen

Am Anfang nennt die Hauptdarstellerin, was ihr alles fehlt: „Ich habe keine Lippen. Ich habe keinen Mund. Ich habe keinen Kopf.“ Die Zuschauer wundern sich nicht. Sie haben so etwas schon geahnt, denn die Dame, die sich Julia nennt und deren Stimme aus den Kopfhörern dringt, klingt merkwürdig – wie eine automatische Ansage. Und das ist sie auch.

Ronald Meyer-Arlt 22.06.2013