Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Kultur So ernst waren die American Music Awards
Mehr Welt Kultur So ernst waren die American Music Awards
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:31 20.11.2017
Comeback: Selena Gomez bei den American Music Awards. Quelle: dpa
Los Angeles

Eine gewöhnliche Preisverleihungsgala wird es nicht, das stellt Schauspieler Jamie Foxx gleich zu Anfang klar. Gemeinsam mit seiner Tochter Corinne schickt Foxx den in der Nacht zum Montag in Los Angeles verliehenen American Music Awards eine Botschaft voraus: „2017 war ein Jahr, das unseren Glauben auf die Probe gestellt hat“, sagt er und erinnert an vieles, was die Menschen in den USA erschüttert hat: Naturkatastrophen wie Hurrikane, Amokläufe mit dutzenden Toten, eine oft hasserfüllt ausgelebte politische Spaltung und den Skandal um sexuelle Belästigung nicht nur in Hollywood. „Wir haben die Kraft der Musik mehr denn je gebraucht, um den Nachrichten des Tages zu entkommen, wir haben die Kraft der Musik gebraucht, um uns heilen zu helfen.“

Preise für Bruno Mars, Comeback für Selena Gomez und eine Ehrung Soul-Diva Diana Ross: Mit einer starbesetzten Gala sind in Los Angeles die American Music Awards verliehen worden.

Erst dann geht es los mit Musik. Die Sängerinnen Pink und Kelly Clarkson singen ein emotionales Cover des R.E.M.-Hits „Everybody Hurts“. Die American Music Awards, die traditionell den über das Jahr verteilten Reigen der US-Musikpreise abschließen, sind normalerweise eine spaßige Veranstaltung. Die Nominierungen basieren auf Albumverkäufen und anderen Kennzahlen, aber über die Gewinner stimmen die Fans ab. Zwar gibt es auch bei der 45. Verleihung viel Tanz, Witz und natürlich vor allem Musik. Trotzdem bleibt die Gala über den ganzen Abend hinweg nachdenklich und verhalten.

Und viele der größten Gewinner sind gar nicht da. Bruno Mars beispielsweise räumt zwar gleich sieben Auszeichnungen ab, darunter Künstler des Jahres, meldet sich aber nur einmal kurz per Video von seiner Welttournee aus einem fahrenden Minivan zu Wort und bedankt sich. „Ich wünschte, ich könnte mit euch allen feiern, aber ich bin Millionen Meilen weit entfernt.“ Auch Lady Gaga nimmt ihren Preis für die beliebteste Pop/Rock-Künstlerin nicht persönlich entgegen, sondern während eines Konzerts an der anderen Küste der USA, in Washington.

Andere Stars feiern dagegen große Auftritte: Country-Sänger Keith Urban bekommt gleich drei Preise auf einmal und muss sich von Ehefrau Nicole Kidman beim Tragen helfen lassen. Selena Gomez meldet sich frisch erblondet mit ihrem Song „Wolves“ zurück, nachdem sie im September verkündet hatte, dass ihr eine neue Niere eingesetzt worden war. Pink tritt nach dem Cover zu Beginn gleich noch einmal auf, diesmal an einem Seil von einem Hochhaus in Los Angeles baumelnd. Und Christina Aguilera schmettert ein Tribut an die 2012 gestorbene Pop-Ikone Whitney Houston. Linkin Park widmen ihre Ehrung ihrem vor kurzem gestorbenen Sänger Chester Bennington.

Die meisten Stars lassen sich eine aktuelle, kritische oder politische Anmerkung nicht nehmen. „In herausfordernden Zeiten wie diesen brauchen wir Künstler mehr denn je“, sagt Schauspieler und Sänger Jared Leto, „um uns beizubringen, dass Art und Kreativität Rasse, Kultur, Sprache und sogar Politik überwinden können und uns verbinden können wie nichts anderes.“

In ständig wechselnden Outfits schwärmt Moderatorin Tracee Ellis Ross von Frauen, „die die Erde beben und den Boden wackeln lassen“ und spielt auch auf den Skandal um sexuelle Belästigung nicht nur in Hollywood an. „Die Musik dieses Jahr hat das Jahr reflektiert - das Jahr, in dem mutige Frauen eine Bewegung gestartet haben, bei der wir deutlich machen, dass uns unsere Erfahrungen, unsere Körper und unsere Leben selbst gehören.“

Damit meint Ross auch ihre Mutter, die 73 Jahre alte Soul-Diva Diana Ross, die mit einem Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird und zum Abschluss der Gala für einen Auftritt ihre gesamte Familie auf die Bühne holt. „Ain’t no Mountain High Enough“, singt Ross. „Und ich meine es: Kein Berg ist hoch genug, als dass eure Träume ihn nicht überwinden könnten!“

Von RND/dpa

Mit “Lyngk“, dem ersten neuen Spiel seit zehn Jahren, findet die Reihe abstrakter Zwei-Personen-Spiele des Belgiers Kris Burm nun ihren krönenden Abschluss.

19.11.2017
Kultur Street-Art-Museum in Berlin - Die Poesie der Straße

In Berlin hat ein Museum für Street-Art eröffnet: das “Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art“. Die erste Ausstellung macht einen überraschend braven Eindruck.

19.11.2017
Kultur Robert Pattinson im Interview - Zahlen Sie auch brav Ihre Steuern?

Vielleicht wird er die Rolle als Vampir Edward Cullen aus dem Film “Twilight“ nie wieder los. Aber mittlerweile spielt Robert Pattinson eher in kleinen Filmen als in Blockbustern. Mit Stefan Stosch spricht der Brite über vergessene PIN-Nummern, Honig im Kaffee – und US-Gefängnisse von innen.

19.11.2017