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Sicht auf den Menschen verändert

Schopenhauer Sicht auf den Menschen verändert

Vor 150 Jahren starb der deutsche Philosoph und „ewige Pessimist“ Arthur Schopenhauer in Frankfurt. Schopenhauer ist mit seinen Aphorismen populär geworden. In der akademischen Welt rangiert er jedoch hinter Hegel oder Nietzsche. Zu Unrecht wie die Schopenhauer-Gesellschaft meint.

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Der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) war nicht von der moralischen Lernfähigkeit des Menschen überzeugt.

Quelle: dpa

Frankfurt. Arthur Schopenhauer konnte durchaus gesellig sein. Wenn aber beim Mittagsmahl in seinem Frankfurter Stammlokal seiner Meinung nach jemand Unsinn redete, dann wechselte er einfach den Tisch. Über seine schwatzende Haushälterin war der meditierende Denker einst so verdrossen, dass er sie die Treppe hinunterschubste.

Zum 150. Todestag des Philosophen, der am 21. September 1860 in Frankfurt starb, wollen die Schopenhauer-Gesellschaft und das Frankfurter Institut für Stadtgeschichte in einer großen Ausstellung neue Facetten des Philosophen zeigen.

Schopenhauer gilt in der Philosophie des 19. Jahrhunderts als der Modernisierer. Das Ideal vom vernunftgeleiteten Menschen verwarf er – weil er dem triebgesteuerten Menschen den freien Willen absprach und das Bewusstsein auf seine organische Grundlage zurückführte.

Schopenhauers Werk gehört zu den scharfsinnigsten Werken der Philosophiegeschichte und ist auch gut lesbar. Mit dem Brahmanismus und Buddhismus, deren Gedanken Schopenhauer als einer der ersten Philosophen integrierte, teilte der Atheist Schopenhauer die Erkenntnis der Nichtigkeit des Erdenglücks. Der Mensch dürfe sich nicht über Tiere und Pflanzen stellen. Sein Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ hat Schopenhauer schon in jungen Jahren veröffentlicht.

Seine Weisheiten, die fast keinen Aspekt des Lebens aussparten, wurden als „Aphorismen“ berühmt. Auch als „Frauenfeind“ ist er legendär geworden, weil er wenig Freundliches über die „Weiber“ zu sagen hatte. Zeitlebens blieb Schopenhauer unverheiratet, hatte aber Beziehungen.

von Thomas Maier

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