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Kultur Experimentierfreudig und einfallsreich
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07:40 19.08.2016
Von Daniel Alexander Schacht
Flachware, dreidimensional, in fünf Ebenen: Peter Arndts Kunstkiste.
Hannover

Stets durchziehen seine Aquarell- und Acrylarbeiten klare Senk- oder Waagerechten, einfache oder gekreuzte Diagonalen. Stets lotet der hannoversche Künstler so die Potenziale der Fläche aus, die ihm durch das Papierformat gesetzt sind. Und die Galerie J3FM, die sich rühmt, Hannovers kleinster Kunstraum zu sein, lotet damit auch die Potenziale ihrer kaum mehr als zehn Quadratmeter Ausstellungsfläche aus.

Immerhin gut anderthalb Dutzend Papierarbeiten des Künstlers sind dort jetzt zu sehen, durchweg Flachware also, wie Galeristen so etwas nennen, von einer eigentümlichen Kunstkiste abgesehen. „Wahrscheinlich ist nichts davon schon vorher öffentlich zu sehen gewesen“, sagt Rolf Blume, Künstler und Mitglied des Trägervereins der Galerie, die diese Ausstellung zu ihrem zehnjährigen Bestehen nicht von ungefähr Peter Arndt widmet, der im vergangenen Jahr 76-jährig gestorben ist. „Er hat sich nicht sonderlich um Ausstellungen bemüht, er hat sich mit seiner Malerei selbst genügt.“

Arndt, der in Hannover nach dem Kunstpädagogik- und Kunststudium viele Jahre Kunstlehrer war, gehört auch zu den Gründungsmitgliedern von J3FM, dessen merkwürdiger Name für „Jeden dritten Freitag im Monat“ steht. In diesem Rhythmus gibt es in der kleinen Galerie, je einen Monat Winter- und Sommerpause abgezogen, jeweils eine neue Kunstschau, in zehn Jahren waren das also rechnerisch 100 Ausstellungen.
Das bewerkstelligt der Verein mit seinen 60 Mitgliedern nur, weil er für die Öffnungszeiten eine Präsenz der jeweiligen Künstler zur Auflage macht, was in der Regel auch zu deren Herkunft aus der Region führt. „The Artist is present“ könnte also stets der Ausstellungstitel lauten – wenn der Künstler nicht, wie in diesem Fall, schon gestorben ist.

Wie experimentierfreudig und einfallsreich Arndt war, lässt sich auch daran erkennen, auf welche Weise er eine ihm wie allen Künstlern des Ausstellungsjahrs 2009 gestellte Aufgabe gelöst hat: Da bekam jeder eine Kiste im Format von 80 mal 40 mal 50 Zentimetern, als Grundlage für ein daraus zu fertigendes Werk. Arndt hat die Kiste in fünf Scheiben zersägt, diese Scheiben gegeneinander versetzt zusammengefügt, sie illuminiert und seine Diagonalen in fünf Schichten hineingesetzt. Er ist also der Flachware treu geblieben. Und das gleich fünfmal.

„Peter Arndt: Farbenordnungen“: Eröffnung am Freitag um 19 Uhr in der Galerie J3FM, Kollenrodtstraße 58b.

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