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Kultur "Die drei ??? sind ein Phänomen"
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07:34 14.08.2014
"Warum sich ausgerechnet diese Serie so lange gehalten hat, das ist uns teilweise auch ein Rätsel" - Oliver Rohrbeck über den Erfolg der Hörspielreihe "Die drei ???". Quelle: dpa
Berlin

Vor 50 Jahren lösten "Die drei ???" ihren ersten Fall. Die Bücher genießen ebenso Kultstatus wie die Hörspiel-Reihe, in der bis heute die gleichen drei Sprecher als jugendliche Detektive auftreten: Oliver Rohrbeck als Justus Jonas, Jens Wawrczeck als Peter Shaw und Andreas Fröhlich als Bob Andrews. Im Interview erzählt Rohrbeck, welche Soundeffekte er am coolsten findet und warum so viele Erwachsene die Kinderhörspiele um die drei Fragezeichen lieben.

Die Hörspiele leben von Ihren Stimmen, aber auch von den Soundeffekten. Haben Sie ein Lieblingsgeräusch?

Eines der Highlights ist natürlich immer, wenn der Geräuschemacher für einen Aufprall die Melone zusammenquetscht. Das macht extrem viel her, das ist so ein schmatzendes Geräusch. Es wird zum Beispiel auch benutzt, wenn Dracula gepflockt wird. Gerade ein bisschen eklige Geräusche, die die Fantasie wecken, wenn man sich das Bild dazu vorstellt - sowas mag ich natürlich ganz besonders. Oder wenn der Knochen knackt, wenn ein Schienbein bricht, das macht der Geräuschemacher dann mit einer Selleriestange.

Hat der von Ihnen gesprochene Justus Jonas auch Eigenschaften, die Sie nicht mögen?

Naja, Justus Jonas ist teilweise dickköpfig, rechthaberisch und ein Klugscheißer. Aber das ist mir eigentlich egal. Denn das ist ja eine Rolle und ich bin nicht Justus Jonas. Solche Sachen zu spielen, macht natürlich Spaß.

Vor 50 Jahren lösten «Die drei ???» ihren ersten Fall. Warum sind sie heute immer noch so populär?

Das ist eine gute Frage. Solche Geschichten eignen sich gerade für Kinder ganz besonders. Sie spielen nicht in ihrer eigenen Welt. Es beflügelt die Fantasie noch mehr, wenn die Geschichte an einem Ort spielt, an den man selbst eigentlich kaum hinkommt. Wo man nicht jedes Geräusch und jede Stimmung auf der Straße schon kennt. «Die drei ???» spielen in Amerika - da geht die Fantasie natürlich besonders weit auf, es ist das «Land der unbegrenzten Möglichkeiten». Natürlich ist es schwierig, bei über 160 Folgen immer wieder neue Fälle zu finden. Warum sich ausgerechnet diese Serie so lange gehalten hat, das ist uns teilweise auch ein Rätsel.

Warum hören so viele Erwachsene die eigentlich für Kinder gedachten Hörspiele?

"Die drei ???" sind ein Phänomen. Heutzutage hören immer noch viele Erwachsene die Hörspielreihe, die sie in der Kindheit begonnen haben - zum Beispiel zum Einschlafen. Sie hören es heute teilweise zusammen mit ihren Kindern oder teilen sich mit ihnen den CD-Schrank. Das hat etwas mit Nostalgie zu tun. Man denkt, heute fühle ich mich nicht so gut, ich leg' mich hin und höre mir mal wieder einen alten «Drei ???»-Fall an, dann geht es mir morgen bestimmt wieder besser, war ja in der Kindheit auch so. Das geben die Erwachsenen heute an ihre eigenen Kinder weiter.

Haben Sie denn einen besonderen Trick, um Ihre Stimme zu pflegen?

Nein. Ich pflege sie auch nicht, ich benutze sie.

Wie spricht man als Erwachsener ein Kind?

Ich stelle die Rolle ja nicht mit der Stimme her, sondern aus einer schauspielerischen Haltung heraus. Ich versetze mich in einen 18- oder 19-Jährigen hinein. Das ist nicht anders, als wenn ich in einem Film Ben Stiller synchronisiere oder in "Ich - Einfach unverbesserlich" den Gru spreche. Ich nehme als Schauspieler die Rolle ein, die ich im Manuskript oder auf der Leinwand vor mir habe. Dadurch verändert sich die Stimme ganz von alleine. Ich verstelle sie auf gar keinen Fall.

Sind Sie als Sprecher untereinander befreundet?

Wir sind sehr gut befreundet. Ich glaube, das ginge gar nicht anders. Wir nehmen sechsmal im Jahr "Die Drei ???" auf. Und nach über 30 Jahren freuen wir uns, dass wir uns mindestens sechsmal im Jahr sehen. Das ist ja eine ganz große Bereicherung, mit anderen Menschen über einen so langen Zeitraum zusammen groß zu werden, älter zu werden und sich immer wieder zu sehen. Wir haben uns natürlich zu sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten entwickelt. Aber gerade das schätzen wir.

dpa

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