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Kultur „Ich zermalme sie“
Mehr Welt Kultur „Ich zermalme sie“
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21:25 17.09.2014
Von Ronald Meyer-Arlt
Olaf Schubert bei seinem Auftrittim Theater am Aegi. Quelle: Felix Peschke
Hannover

Seine Markenzeichen: Pullunder, dünne Ärmchen, schütteres Haar, steht auf der Bühne des Theaters am Aegi, das er konsequent „A-egi“ nennt. Zweieinhalb Stunden steht er da am Mikrofon und erklärt die schubertsche Sicht auf die Welt. Ab und zu singt er ein Lied, dann kommt der zauselige Gitarrist Jochen Barkas zum Einsatz, der ansonsten wie eingefroren auf seinem Platz sitzen bleibt. Der Bassist und Trompeter Bert Stephan vertreibt sich meist die Zeit hinter der Bühne. Zu den Liedern eilt er aber immer pünktlich an sein Instrument.

Olaf Schubert packt das Publikum allein. Und das ist merkwürdig, denn seine wichtigste Bewegung ist das Zurückweichen. Nie blickt er frontal ins Publikum, meist schaut er nach links irgendwie ins Leere. Das unterstreicht das Verhuschte und Verdruckste dieser Kunstfigur. Er schreckt immer eher zurück. Komisch ist es, wenn so einer Weltrettungsansprüche zusammenfantasiert. Leider wird die Rede vom „Bundesolaf“ und „Zentralschubert“ und der pastorale Ton, in dem sie vorgetragen wird, doch irgendwann etwas langweilig.

Besser sind die - auch von Größenwahn getragenen - Alltagsminiaturen. Wenn Schubert die Müslizubereitung ausgehend von einer Haselnuss beschreibt („Ich zermalme sie“), bringt er Alltag und Pathos in ein groteskes Missverhältnis. Und wenn er die Bockwurst eine „Senfpeitsche“ nennt oder die „Beeren der Him“ preist, dann wirkt er wie der legitime Enkel von Heinz Erhardt.

Am 25. September sind „Eure Mütter“ um 20 Uhr im Theater am Aegi zu Gast. Am 26. September gastiert dort Gayle Tufts.

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