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Kultur Hollywood-Star Shirley Temple gestorben
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16:10 11.02.2014
Schauspielerin, Sängerin, Botschafterin: Die US-Filmschauspielerin Shirley Temple. Quelle: dpa
Los Angeles

Sie galt als Hollywoods größter Kinderstar und spielte in mehr als 50 Filmen mit - die meisten davon hatte Shirley Temple schon vor ihrem 10. Geburtstag abgedreht. Bereits als Sechsjährige konnte sie mit ihrem eigenen Ehren-Oscar spielen. „Das beste kleine Mädchen der Welt“, wie der blonde Lockenkopf damals verehrt wurde, starb Montagnacht (Ortszeit) in seinem Haus in Woodside, einem Vorort von San Francisco.

Schon vor ihrem laut CNN natürlichen Tod war es mehr als 60 Jahre her, dass der einst bestbezahlte Star Hollywoods zum letzten Mal vor einer Filmkamera stand. Zu „Amerikas Liebling“ wurde Temple auch durch ihre spätere Tätigkeit als US-Botschafterin.

Als Vierjährige war die Tochter eines Bankangestellten und einer Näherin in einer Tanzschule entdeckt worden, über Nacht wurde sie zum Star. Der singende, tanzende und steppende Dreikäsehoch verdiente zeitweise mehr als jeder andere Schauspieler in Hollywood. Als Neunjährige hatte sie ein höheres Jahreseinkommen als der Präsident von General Motors. Selbst US-Präsident Franklin D. Roosevelt verfiel ihrem Charme und dankte Temple dafür, dass sie in den 1930er Jahren „Amerika mit einem Lächeln durch die Depression führte“.

Mit Streifen wie „Der kleinste Rebell“, „Rekrut Willie Winkie“, „Stand Up and Cheer“ und „Armes, kleines reiches Mädchen“ spielte sie dem Studio 20th Century Fox über 30 Millionen Dollar Gewinn ein und rettete es so vor dem Bankrott. Auch als kleiner Werbestar für Puppen, Haarmittel und Seife verdienten Shirley und ihre ehrgeizigen Eltern ein Vermögen. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erhielt sie täglich über 2000 Fan-Briefe und musste sich vor „Lockenjägern“ verstecken, die es auf ihre Haare abgesehen hatten.

Ihre Film-Karriere war aber ein Wettlauf gegen die Zeit. Als sie in die Pubertät kam, war es mit Kinoknüllern vorbei. „Ich war die älteste 14-Jährige der Welt“, klagte sie später einmal. 1940 floppte „The Blue Bird“ an den Kinokassen, ihr Dasein als Kinderstar war beendet. Spätere Versuche, als junge Frau im Filmgeschäft groß Fuß zu fassen, etwa mit „So einfach ist die Liebe nicht“ (1946), endeten kläglich.

Bei den Dreharbeiten zu ihrem letzten Film „Fort Apache - Bis zum letzten Mann“ mit John Wayne in der Hauptrolle verliebte sie sich in den Schauspieler John Agar. Mit 17 heiratete sie, mit 19 Jahren wurde sie Mutter. Doch nach ihrem Rückzug aus dem Filmgeschäft ging auch ihre Ehe schnell in die Brüche.

Das Schicksal anderer Kinderstars, nach frühem Ruhm im Ruin und Rausch zu enden, blieb Temple aber erspart. Frisch geschieden, lernte die 22-Jährige auf einer Party den Geschäftsmann Charles A. Black kennen. Er hatte nichts mit Hollywood zu tun, er habe sie nicht einmal erkannt. „Er war die Liebe meines Lebens“, erzählte Temple 2005 dem „San Francisco Chronicle“, kurz nach Blacks Tod. Sie waren 55 Jahre miteinander verheiratet. Das Paar lebte mit seinen zwei Kindern abseits von Hollywood in dem Haus in Nordkalifornien.

Über soziale Aktivitäten stieg Temple in die Politik auf. Als engagierte Republikanerin kandidierte sie 1967 für einen Sitz im Kongress und wurde nur knapp geschlagen. Präsident Nixon machte sie zur UN-Delegierten, dessen Nachfolger Gerald Ford zur Botschafterin in Ghana. Unter George Bush war sie Botschafterin in der damaligen Tschechoslowakei.

„Ich hatte ein wirklich großartiges Leben“, resümierte Temple schon vor Jahren im „San Francisco Chronicle“. Druck habe sie als Kinderstar nie verspürt. „Ich war total damit beschäftigt, Spaß beim Drehen zu haben“, erinnerte sich der Star.

Mit Temples Tod verliert die US-Filmindustrie eine weitere Ikone aus Hollywoods goldener Ära. 1999 gab das renommierte American Film Institute (AFI) eine Liste der 50 größten „Leinwand-Legenden“ heraus. Die je 25 Frauen und Männer mussten schon vor 1950 vor der Kamera gestanden haben. Die Damenriege wurde von Katharine Hepburn, Bette Davis und Audrey Hepburn angeführt. Die Spitzenplätze der männlichen Legenden gingen an Humphrey Bogart, Cary Grant und James Stewart. Von den 50 Stars sind nun nur noch vier am Leben: Kirk Douglas (97), Sidney Poitier (86), Lauren Bacall (89) und Sophia Loren (79).

dpa

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