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Kultur Brad Pitt jagt Zombies in „World War Z“
Mehr Welt Kultur Brad Pitt jagt Zombies in „World War Z“
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03:25 28.06.2013
Lebende gegen Untote: Brad Pitt jagt in „World War Z“ Zombies. Quelle: Paramount
New York

In dem 170 Millionen Dollar teuren Blockbuster „World War Z“ ist es Hollywood-Superstar Brad Pitt, der gegen das Ende der Menschheit kämpft. Seine Firma „Plan B“ hatte sich schon früh die Rechte an der Buchvorlage von Max Brooks gesichert. Bratt Pitt tritt daher hier auch als Produzent auf.

Zwischen dem Regisseur Marc Forster und ihm soll es zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sein. Das Ende des Films musste komplett neu geschrieben und gedreht werden, Kameramänner wurden ausgetauscht, der Kinostart verzögerte sich um sechs Monate. Dem Film merkt man das stellenweise an, da rumpeln manche Übergänge doch ziemlich. Der Anfang allerdings überzeugt, Marc Forster zieht den Zuschauer innerhalb weniger Minuten hinein in sein rasantes Actionspektakel.

Gerade noch hat Gerry Lane gut gelaunt für seine Kinder Pfannkuchen zum Frühstück gebacken. Dann bricht die Hölle los: Auf dem Weg zur Schule steckt die Familie im Stau fest, und wenige Sekunden später beginnt die Zombieattacke. Horden von Untoten stürmen die Straßen von Philadelphia, Helikopter schwirren über den verängstigten Menschen, Panik und Massenhysterie überall. Lane gelingt es, seine Familie in Sicherheit zu bringen.

Der Preis dafür ist hoch: Der von Pitt gespielte Lane war UN-Experte für Weltkrisen und Naturkatastrophen, und sein Einsatz ist jetzt gefordert. Eigentlich hatte er sich längst aus diesem heiklen Job verabschiedet, doch seine Familie darf nur auf dem zombiefreien Flugzeugträger im Atlantik bleiben, solange er sich auf die Spur dieses mysteriösen Virus macht und dem Ursprung der Epidemie nachgeht. 

Forster inszeniert eine atemlose Jagd rund um den Erdball, wobei ihm großartige Bilder gelingen. In Jerusalem versuchen die Menschen, sich mit einer riesigen Mauer vor der Invasion der Untoten zu schützen. In einer beeindruckenden Szene lässt Forster einen gigantischen Schwarm von Zombies auf die Festung los. Für den Regisseur ein Sinnbild für den Kampf um die letzten Ressourcen, der eintritt, wenn die Weltbevölkerung weiterhin so schnell wächst.

Der Zombiefilm als Zivilisationskritik? Auch nicht gerade neu. Schon 1932, in „White Zombie“, dem ersten Film über lebende Leichen, erzählt Regisseur Victor Halperin von einem Mühlenbesitzer (gespielt von Bela Lugosi), der dank seiner Zauberkraft die Zombies als gänzlich willenlose Sklaven ausnutzt. Als Gradmesser für Krisenzeiten gelten Zombiefilme erst seit 1968. George A. Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ ist ein Klassiker, er stellt die bis heute gültigen Regeln des Genres auf: Zombies haben Appetit auf Menschenfleisch und können nur durch einen Schuss in den Kopf ins Jenseits befördert werden.

Bei Romero bewegen sich die Zombies gemächlich bis drohend langsam. Forster dagegen lässt seine Kreationen atemlos schnell rennen. „Wie eine Naturgewalt kommen sie auf dich zu“, sagt er. Stimmt. Und darum wäre es auch gar nicht nötig gewesen, dieses Horror-Spektakel in 3-D zu drehen. Aber die aus dem Ufer gelaufenen Kosten muss dieser Blockbuster schließlich wieder einspielen – und sei es durch teurere 3-D-Tickets.

Ein weiterer Protagonist hätte dem Film gut getan. Brad Pitt, mit seinen langen Haaren in jeder Szene zu sehen, ist auf Dauer etwas eintönig.

Von Claudia Palma

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