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Kultur „Grace Jones“ – Die Sphinx tanzt und spricht
Mehr Welt Kultur „Grace Jones“ – Die Sphinx tanzt und spricht
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18:00 24.01.2018
Unnahbar und faszinierend: Die Popdiva Grace Jones. Die Filmemacherin Sophie Fiennes zeigt den Star, der diesmal auch kurz in seine Abgründe blicken lässt. Quelle: Foto: Ascot Elite Filmverleih
Hannover

Popstars gibt’s solche und solche. Die einen singen und spielen Instrumente, die anderen sind mehr. Grace Jones stammt aus derselben Welt wie David Bowie. Ein fremdartiges Wesen, glamourös, androgyn, fremdartig, raubtierhaft. Wunderschön und erschreckend zugleich – vor allem unnahbar. Der Kopf wie ein kubistisches Kunstwerk, die mächtige Stimme wie ein Angriff. In einer Zeit, in der die Bühnen Sphinxen gehörten, war sie Lady Sphinx. Ist es bis heute. Körper. Mode. Musik. Extravaganz. Die letzte ihrer Art.

Kein Archivmaterial – Jones erzählt von sich selbst

„Grace Jones: Bloodlight and Bami“ heißt die Doku von Sophie Fiennes. Kryptisch ist schon der Titel, der auf Jamaika das rote Studiolicht und Fladenbrot bezeichnet. In diesem vor allem sehenswerten Film, der über einen Zeitraum von zehn Jahren gedreht wurde, gibt es kein weidliches Blättern im Album der Zeit, wenig wird von außen erklärt. Archivmaterial würde die Ästhetik stören, Grace erzählt von sich, das ist genug. Sie berichtet, wie die Eltern nach Amerika gingen und wie sie bei der Großmutter blieb, deren Ehemann ihr seelische Narben zufügte, die nie verheilten. Mit diesem „Gepäck“ zog sie als 13-Jährige nach New York, dieser unheimliche Missbraucher Mas P steckt bis heute in Grace Jones, hat, so sagt sie, ihre Bühnenpersönlichkeit geformt.

Verwandlung in eine freundliche Frau

Und dann zeigt Fiennes die Verwandlung der Diva in eine umarmende Frau, wenn sie auf Jamaika ihre Familie und Freunde trifft. Sogar die Sprache verändert sich da – das weiche Patois schleicht sich jetzt in die Stimmbänder der harten Jones. Eben doch ein Mensch.

Meist aber die Amazone der Bühne, des Studios, die alles kontrolliert, die flirtet, lacht, zürnt und ausflippt. Und die jeden Moment unterm Auge der Kamera genießt. Sie ist die, die in „AView To A Kill“ als May Day James Bond geritten hat, sie ist der der „slave to the rhythm“, ein offenes Geheimnis, schön anzuschauen, unglaublich präsent. Im Mai wird sie 70 Jahre alt. Auf ihrem Planeten ist das maximal 35.

Von Matthias Halbig / RND

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