Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Kultur Feine Sahne Fischfilet singt in der Faust
Mehr Welt Kultur Feine Sahne Fischfilet singt in der Faust
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:20 09.02.2015
Das Augenmerk von „Feine Sahne Fischfilet“ liegt eigentlich auf der Provinz, da wo links sein etwas mutiger ist als in Berlin oder Hamburg. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

„Alerta, Alerta, Antifascista“, rufen Fans von Feine Sahne Fischfilet. Jan „Monchi“ Gorkow und die anderen fünf Mitglieder von Feine Sahne Fischfilet (FSF) treten auf die Bühne in der 60er-Jahre-Halle. Monchi freut sich über die Gesänge, den vollen Saal, die Stimmung. Aber er sagt auch, was ihn an Linken oft so stört: Kampfparolen gegen rechts skandieren, und sich dann als Großstadtlinker zu Hause einkuscheln.

„Gehen oder bleiben“ heißt das dritte Album der Punkband aus Greifswald. Und so lautet auch die tägliche Frage für die sechs jungen Männer, seit sie angefangen haben, politisch zu denken und auszusprechen, dass Faschismus keine Meinung ist. Auch wenn FSF jetzt das erste Mal größere Hallen bespielt, das Augenmerk liegt eigentlich auf der Provinz, da wo links sein etwas mutiger ist als in Berlin oder Hamburg. Deshalb spielen sie in kleinen Klubs, halten Vorträge, gehen an Schulen, die sich gegen Rassismus engagieren. Sie wollen bleiben, trotz der Angriffe auf den Tourbus, der Drohungen und der Axt, die Neonazis einmal in die Motorhaube von Monchis Autos rammten.

Der Auftritt auf dem Faust-Gelände ist ein energiegeladener Wahnsinn. Die Band spielt ihren schnörkellosen Punk, der mit den zwei Trompeten in Richtung Ska geht. Viele Lieder beschreiben das Gefühl, allein auf weiter Flur zu stehen, während Nazis unbehelligt an der Tankstelle Dosenbier trinken. Die Band kann aber auch ganz schöne Liebeslieder und Freundschaftshymnen („Weit hinaus“).

Weil die Band schon dreimal im Bericht des Landesverfassungsschutzes auftauchte, interessierten sich plötzlich auch Menschen außerhalb der Punk- und Politszene für FSF. Anfangs versuchte die Band mit Humor zu nehmen, dass es in den Papieren des V-Schutzes mehr Platz für sie gibt als für offen rechtsradikale Bands. Doch es ist auch ein Kampf, der müde macht, etwa, wenn der Verfassungsschutz Veranstalter mit Briefen davor warnt, dieser Band eine Plattform zu geben. Werein Konzert der Band besucht, der findet viel Ärger, Wut auf Ungerechtigkeit in der Welt und auch Gewalt durch den Staat. Das mag man überzogen finden, staatsgefährdend ist diese Band aber sicher nicht.

Vor ein paar Tagen spielten sie im „tiefsten Sachsen“, kleiner Laden, junge Leute. Die Band beschrieb den Abend in schöner Kürze: „Nicht alles scheiße in der Provinz, machen statt nur meckern!“

Von Gerd Schild

Kultur Kunst in Sinsheim - Ausbruch mit Einbruch

Ende einer Provinzposse:  Die Stadt Sinsheim zahlt dem Künstler Timm Ulrichs 18.000 Euro – doch diese Summe deckt allenfalls die Hälfte der Kosten für seine spektakuläre Skulptur. Diese Kosten markieren jetzt das Ende einer wundersamen Freundschaft.

Daniel Alexander Schacht 07.02.2015
Kultur Fifty Shades of Grey - Die neue Lust an der Unterwerfung

Der Film zum Sadomaso-Bestseller „Fifty Shades of Grey“ kommt nächste Woche in die Kinos – und ganz gewiss wird auch er ein Riesenerfolg.Die Frage ist nur: Warum? Und was erzählt die Sehnsucht nach sanfter Gewalt eigentlich über unsere Gesellschaft? Ein Erklärungsversuch.

Thorsten Fuchs 07.02.2015
Kultur „Forever and a Day“ auf der Berlinale - Die Scorpions feiern bei Nordmedia

Fünf ältere Herren kreuzten am Freitagabend beim Berlinale-Empfang der Nordmedia auf. Die fünf haben sonst eher mit Musik zu tun, aber für die Filmförderer machten die Scorpions mal eine Ausnahme - schließlich hatten die frisch gebackenen niedersächsischen Staatspreisträger auch einen Film über sich selbst im Gepäck, aus dem sie Ausschnitte präsentierten.

Stefan Stosch 06.02.2015