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07:03 07.01.2018
Das Fundament der Ewigkeit Quelle: Kosmos
Leipzig

Der nächste Kingsbridge-Roman von Ken Follett, die nächste Spieleumsetzung von Michael Rieneck und seinem kongenialen Illustrator Michael Menzel. Das hat eine sehr gute Tradition: Schon der Vorgänger “Die Säulen der Erde“ ist ein Klassiker im gehobenen Familienspielbereich geworden. “Die Tore der Welt“, ebenfalls eine Follett-Roman-Adaption, gewann im Jahr 2010 den Sonderpreis “Spiel des Jahres plus“. Nun also „Das Fundament der Ewigkeit“: Es ist angesiedelt im 16. Jahrhundert, einer Zeit religiöser Verwirrung, und genau damit spielt auch Rieneck.

Welcher Konfession der Spieler angehört, ist ein zentraler Mechanismus, obwohl es vordergründig darum geht, Handel in England, Frankreich, Spanien und den Niederlanden zu treiben: Regelmäßig kommt es in den Ländern zu religiösen Konflikten; dann profitiert nur, wer den gerade opportunen Glauben hat oder ihn zumindest vorgibt. Alle anderen verlieren ihr mühsam aufgebautes Handelshaus. Wie gut, dass die Spieler regelmäßig die Konfession wechseln dürfen.

Geld geht vor Moral, und alles hat seine Zeit – das sind die beiden Lektionen des Spiels. Das gilt auch für die Charaktere des Romans, die man sich – in Kartenform und neben etlichen namenlosen Zeitgenossen – zu Diensten machen kann: Sie bringen Vorteile, werden gekauft und mit einem Würfel markiert. Dieser wiederum wird Runde um Runde einen Wert niedriger gedreht. Nach der “1“ ist die Karte aus dem Spiel. So wird aus der Endlichkeit des irdischen Daseins ein interessanter Mechanismus. Rieneck peppt das Geschehen noch durch Elemente wie eine Aktionsleiste und Ereigniskarten auf, die Geschehnisse des Romans abbilden.

Michael Rieneck: “Das Fundament der Ewigkeit“. Kosmos, für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren, etwa 40 Euro. Quelle: Kosmos

Spielemacher und Autor sind aufeinander eingespielt. Musste Follett von dem ersten Spiel noch überzeugt werden, das stolze acht Jahre nach Erscheinen des Buchs entwickelt wurde, konnte Rieneck nun bereits in der Manuskriptphase auf den Stoff zugreifen. Spiel und Buch erschienen zeitgleich und bewerben einander; so etwas nennt man Synergie-Effekt.

Fans der Historienschinken wird freuen, wie viel von der Vorlage es ins Spiel geschafft hat. Und doch wirkt “Das Fundament der Ewigkeit“ mechanisch. Gerade die Charaktere, die doch historisches Flair bringen sollen, binden Würfel, damit Kapazitäten und Handlungsmöglichkeiten. Zu viele Elemente sind aneinander und leider auch an den Zufall gebunden. Man wird Gefangener seiner Entscheidungen. Und das erfordert auch in einem Spiel über Religion einen Tick zu viel Schicksalsergebenheit.

Von Stefan Gohlisch

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