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Kultur Ein Heimspiel für Deine Lakaien
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16:01 13.02.2015
Alexander Veljanov von Deine Lakaien. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Es ist eine Art Heimspiel für Deine Lakaien. Von Hannover aus half seit Ende der Achtzigerjahre Radiomacher Ecki Stieg mit seinen „Grenzwellen“, die ehrgeizige Band einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Auf der Bühne des Capitols feierte sie 2005 ihr 20-jähriges Jubiläum mit einem einzigartigen Konzert auf historischen Synthesizern. Außerdem, scherzt Sänger Alexander Veljanov am Donnerstag am selben Ort, sei das doch bestimmt schon das etwa hundertste Konzert in dieser Stadt. Er versucht vermutlich, auf diese Weise seine Verbundenheit auszudrücken. Aber er klingt dabei, als würde er solche Dinge bei jedem Auftritt sagen, als wäre es eine einstudierte Pose. Das ist ein grundsätzliches Problem an diesem Abend: Veljanov steht mit seinem steifen Pathos hin und wieder nicht nur sich selbst im Weg - sondern auch der Musik.

Das klingt eindeutiger als es ist. Denn er trägt seinen Gesang auf hohem Niveau dick auf. Die Kombination aus seiner intensiven Stimme und den elektronischen Klägen seines Bandpartners Ernst Horn prägte von Beginn an den Klang von Deine Lakaien. Gerade auch in deren Gegensätzlichkeit. Auf der einen Seite die eingängigen, tragenden Melodien aus populären Genres wie Folk oder Pop und den niedrigschwelligeren Erscheinungsformen klassischer und sakraler Musik. Auf der anderen Seite die vielschichtigen, subtilen Tüftlersounds, die bis heute auch auf der Bühne mit sperrigen Synthesizern erzeugt werden, nicht wie so oft mit programmierten Keyboards.

Kein Zufall, dass die Band meist zwischen den Genres Dark Wave, Pop und Avantgarde verortet wird. Es ist diese Reibung, die die Fans auch dieses Mal im Capitol erwarten und bejubeln. Sie ist altbewährt bei den Hits der vergangenen 30 Jahre. Das Duo zelebriert sie in satten Versionen, noch eindringlicher durch die Bühnengäste Siobodan Kajkut am Schlagzeug und Goran Trajkoski an E-Gitarre und zusätzlicher Elektronik. Der inzwischen 65-jährige studierte Musiker und Dirigent Horn beeindruckt als Mastermind in seinem Klanglabor, der 15 Jahre jüngere Veljanov gibt den großen Bariton. Letzterer nennt das auch ganz gerne: „Schrauber und Sänger“.

Schade nur, dass die beiden gerade bei ihren Songs vom aktuellen Album „Crystal Palace“ live weit hinter den in der Studioaufnahme demonstrierten Möglichkeiten zurück bleiben. Dort gelingt es nämlich erneut, Erwartungen zu brechen und sich von Genreklischees zu befreien. Die Einspielungen sind minimalistisch, spröde, fast filigran. Selbst Veljanovs Intonation ist differenzierter und zurückgenommener. Solches Understatement gelingt auf der Bühne leider nur Horn. Dessen komplexe Elektronik wird hier von Veljanovs alles dominierendem Gesang zu oft mit Pop überkleistert.

Das treue hannoversche Publikum nimmt das aber nicht übel und feiert die Gegensätze seiner alten Helden unbenommen. Man kennt sich einfach schon zu lange, um so kleinlich zu sein.

Von Thomas Kaestle

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