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Kultur Das lange Sterben der Whitney Houston
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00:00 08.06.2017
Bildhübsch, stimmgewaltig, von aller Welt verlassen: Whitney Houston, gefeierte Soulsängerin, starb 2012, im Alter von nur 48 Jahren. Quelle: AFP
Hannover

Alle wollten wie sie sein. Das hübscheste Soulmädchen der Welt war Whitney Houston in den Achtzigerjahren. Die steilste Stimme der Welt hatte sie auch. Auf ihrer letzten Tour 2010 war davon nichts mehr übrig. Whitney hielt das Mikro zur Seite, hüstelte, kicherte, stemmte sich in die Textzeilen, fand die rechte Melodie nicht mehr, suchte neue Wege für alte Songs. Sie schrie an Stellen, wo sonst ihre Stimme erblüht war, geriet zwischen den Liedern ins Plaudern, dankte ihren Fans, signierte Poster, versicherte alle ihrer Liebe.

Konzerte als vorletzte Station

Der Blick war dabei immer gesenkt, die Dauer dieser Zwischenreden mutete an, als habe sie Furcht vor dem, was unweigerlich kommen musste – dem nächsten Song. Die Konzerte waren die vorletzte Station. Knapp zwei Jahre später war sie tot, gefunden in einer Badewanne im Los Angeles Hilton. Nur 48 Jahre alt.

Das langsame, öffentliche Zerbrechen

Die Filmemacher Nick Broomfield und Rudi Dolezal zeichnen Houstons selbstzweiflerisches, gottesfürchtiges, verlorenes Leben in „Whitney. Can I Be Me?“ nach. Die Doku zeigt über ihre 111 Minuten mit viel Archivmaterial ein langsames, öffentliches Zerbrechen, den Abstieg in die Drogensucht, der schon früh begann, und vor dem Freunde, Familie und Ehemann Houston offenbar gar nicht zu schützen versuchten.

Erzählt wird die multiple Tragödie eines Menschen, der ein Produkt war. Ein Film, der nicht nur für Fans kaum auszuhalten ist. Wenn sie Tränen in der Garderobe weint, hilflos. Der Popstar ist König – und völlig allein in der Welt. Niemand will nach dem Film mehr wie Whitney Houston sein. Und die Antwort auf die Titelfrage lautet ganz klar: „Nein.“

Von Matthias Halbig / RND

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