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Kultur Christina Végh wird neue Direktorin
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00:16 22.08.2014
Von Martina Sulner
Christina Végh wird neue Direktorin der Kestnergesellschaft. Quelle: Patrick Haas
Hannover

Eine Frau hat künftig das Sagen an der Goseriede 11: Christina Végh wird die neue Direktorin der hannoverschen Kestnergesellschaft. Im Mai 2015 tritt die 43-Jährige ihr Amt an - als elfte Direktorin des 1916 gegründeten Kunstvereins und als erste Frau in dieser Position. Sie folgt auf Veit Görner, der Ende des Jahres mit 61 Jahren in den Ruhestand geht. Ihren Posten nimmt Végh offiziell im Mai an und zieht dann mit Mann und zwei Kindern nach Hannover. Von Januar bis Ende April, wenn Görner sein Chefbüro bereits geräumt hat, wird sie von Bonn aus für die Kestnergesellschaft arbeiten und regelmäßig einige Tage pro Monat in Hannover verbringen, so eine Sprecherin der Kestnergesellschaft.

„Führungsstärke, hervorragende Kenntnisse, weitreichende Verbindungen in die internationale Kunstszene und umfassende Ausstellungserfahrungen“: All das lobt Uwe Reuter, erster Vorsitzender der Kestnergesellschaft, an der neuen Direktorin. Vor allem hat Christina Végh, geboren 1970 in Zürich, Erfahrungen an der Spitze eines Kunsthauses. Seit zehn Jahren leitet sie den Bonner Kunstverein. Eine Arbeit im Elfenbeinturm ist das nicht - zumal in diese Zeit der Umbau des Ausstellungsgebäudes, einer ehemaligen Blumenhalle, fiel. Für die gelungene Sanierung gab es einen Architekturpreis; die inhaltliche Arbeit des Vereins zeichnete das Land Nordrhein-Westfalen 2009 aus. Gewürdigt wurde das Projekt „KunstStück“: Jeder ausstellende Künstler wurde gebeten, dem Verein etwas Persönliches oder ein Stück Kunst zu überlassen - ein Teil, um mit (jungen) Besuchern ein Gespräch abseits des üblichen Ausstellungsrundgangs in Gang zu setzen.

Im Moment zeigt der Bonner Kunstverein eine Schau über Maryanne Amacher (1938-2009). Die Musikerin, eine Schülerin von Karlheinz Stockhausen, experimentierte mit Klang-Raum-Beziehungen. Eine weitgehend unbekannte Künstlerin, mit Schwerpunkt Musik. Das liegt jenseits des üblichen Ausstellungsangebots - und weist auf Véghs weiten Kunstbegriff hin. Unter ihrer Leitung habe sich der Bonner Kunstverein geöffnet, heißt es in einer Erklärung des Hauses, und zwar baulich, strukturell und programmatisch. Verantwortet hat sie in den vergangenen Jahren etwa Einzelausstellungen von Charline von Heyl, Gregor Schneider und John Baldessari sowie mehrere Gruppenausstellungen.

Man darf also gespannt sein, was demnächst an der Goseriede passiert. In der Ära Görner gab es dort einige spektakuläre Projekte wie Santiago Sierras Installation „Haus im Schlamm“ oder die Überblicksausstellungen „Made in Germany“ und „Made in Germany 2“, die von Kestnergesellschaft, Sprengel Museum und Kunstverein gemeinsam ausgerichtet wurden. Doch weder hat sich in den vergangenen Jahren die Zahl der Mitglieder (aktuell, so eine Sprecherin, zwischen 3500 und 4000) noch der Besucher (2013: 27 200) erhöht - und die Fördersumme erst recht nicht. Das Budget lag 2013 bei 1,9 Millionen Euro. 700 000 Euro kommen vom Land, den Rest muss man selbst erwirtschaften.

Schon jetzt gibt es neben den Ausstellungen ein üppiges Beiprogramm mit Kestnerdialog, -konzert, -klängen. Mal sehen, wie Christina Végh das weiterentwickelt. Sie betont, dass sie sich freut, gemeinsam mit den (ebenfalls neuen) „Kollegen am Kunstverein Hannover und am Sprengel Museum“ die Auseinandersetzung mit bildender Kunst in der Stadt mitzugestalten. Langweilig dürfte es in Hannover auch 2015 nicht werden.

Gut zehn Jahre war sie Chefin des Bonner Kunstvereins, jetzt kommt Christina Vegh als Chefin der Kenstnergesellschaft nach Hannover. Was plant sie hier? Fragen an die neue Direktorin.

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