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Kultur „Kunstvereine sollten Fragen stellen“
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18:19 19.08.2014
Von Martina Sulner
Christina Végh im HAZ-Interview. Quelle: Patrick Haas
Hannover

Frau Végh, Sie wechseln von Bonn nach Hannover: Was hat die Kestnergesellschaft, was der Bonner Kunstverein nicht hat?

Die Kestnergesellschaft ist größer und umfangreicher und bespielt schon dadurch ein anderes Segment. In Bonn habe ich zehn Jahre in einer sehr schönen Halle gearbeitet, jetzt freue ich mich darauf, Ausstellungen in einer Folge von Räumen zu entwickeln. Die Kestnergesellschaft hat in den vergangenen Jahren auch ältere Künstler und die sogenannte Mid-Generation präsentiert - es interessiert mich, unterschiedliche Generationen in Einzel- wie Gruppenausstellungen im Dialog zu sehen.

Was planen Sie konkret?

Es ist viel zu früh, um über meine Ideen zu sprechen oder Namen zu nennen. Alles, was man sich in der Theorie ausdenkt, muss man gemeinsam mit dem Team ausarbeiten - und mit und für den Ort. Ich halte nichts von Ausstellungen, die am Reißbrett geplant sind. Überspitzt formuliert: Museen mit ihren umfangreichen Sammlungen sollten eher Geschichten erzählen, und Kunstvereine sollten eher Fragen stellen. In fast allen Häusern geht es um Fragen der Gegenwart, doch wenn die Institutionen gut arbeiten, werden die unterschiedlichen Ansätze sichtbar.

Wie wollen Sie die Kestnergesellschaft da gegenüber dem Sprengel Museum und dem Kunstverein Hannover positionieren?

Ich glaube, dass uns heute grundsätzlich eine Form von Konzentration fehlt. Ich möchte das Programm nicht bloß als eine Reihe von Ausstellungen sehen, sondern Themen setzen und sie als Form der Wissensproduktion sichtbar machen. Die Kestnergesellschaft ist groß genug, um das zu tun, und überschaubar genug, um weiterhin experimentell arbeiten zu können.

Unter Ihrer Leitung hat der Bonner Kunstverein zahlreiche Programme für Kinder und Jugendliche entwickelt, ist dafür auch ausgezeichnet worden. Werden Sie auch in der Kestnergesellschaft darauf einen Schwerpunkt legen?

Solche Vermittlungsarbeit ist heute selbstverständlich. Als ich vor zehn Jahren nach Bonn kam, war das für Kunstvereine noch nicht so. Aber mir wurde klar: Wenn ich in einer kinderreichen und wachsenden Stadt wie Bonn arbeite, möchte ich darauf Bezug nehmen. Institutionelle Spezialisierung und Vermittlungsprogramme, die relativ breite Bevölkerungskreise erreichen, schließen sich nicht aus, sondern bedingen sich, meiner Ansicht nach.

Wie weit besteht die Arbeit einer Direktorin heute, da die Etats nur selten größer werden, vor allem aus Sponsorensuche?

Natürlich nimmt das viel Zeit in Anspruch. Doch das gilt mittlerweile für jede Kunstinstitution - egal, wie groß oder klein sie ist.

Interview: Martina Sulner

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