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Kultur „Battle of the Sexes“ – Clown gegen Feministin
Mehr Welt Kultur „Battle of the Sexes“ – Clown gegen Feministin
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18:00 22.11.2017
Gegenspieler(innen): Herausforderer Bobby Riggs (Steve Carell), Billie Jean King (Emma Stone). Quelle: Foto: Fox
Hannover

Anfang der Siebzigerjahre tobte der Geschlechterkampf. Nach Flower-Power-Bewegung und sexueller Revolution forderten die Frauen Gleichberechtigung ein. Dabei wurde in den USA eine der wichtigsten Schlachten – so zumindest behaupten es Jonathan Dayton und Valerie Faris in „Battle of the Sexes“ – nicht bei Demonstrationen geschlagen, sondern auf dem Tennisplatz.

„Chauvinistenschwein“ braucht Preisgeld für Wettschulden

Am 20. September 1973 stand die vierfache Wimbledon-Siegerin Billy Jean King dem gealterten Tennisprofi Bobby Riggs im texanischen Houston gegenüber. 130 Millionen Zuschauer verfolgten das Match weltweit im Fernsehen – die größte Einschaltquote seit der Mondlandung. Vorausgegangen war diesem gemischten Einzel eine beispiellose PR-Schlacht. Der 55-jährige Riggs hatte die 29-jährige King herausgefordert, um ein für alle Mal die Überlegenheit des männlichen Geschlechts zu beweisen. Er bezeichnete sich als „Chauvinistenschwein“ und zeigte sich siegesgewiss, die 100 000 Dollar Preisgeld zu gewinnen.

„Battle of the Sexes“ zeichnet die Hintergründe dieses grotesken Spektakels nach. Emma Stone spielt die engagierte Tennisspielerin, die sich beim Verbandspräsidenten (Bill Pullman) vergeblich für die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen einsetzt und mit anderen Spielerinnen kurzerhand eine eigene Liga gründet. Als Riggs (Steve Carell) ihr seinen Vorschlag unterbreitet, wimmelt sie ihn ab. Aber nachdem er in einem Schaukampf die Weltranglistenerste Margaret Court besiegt, lässt sie sich auf das Unternehmen ein.

Absurd anmutende Emanzipationsgeschichte

Riggs ist ein Clown, der mit dem öffentlichkeitswirksamen Match seine Wett- und Spielschulden bezahlen will. King nimmt die Angelegenheit ernst, für sie steht der Ruf des Frauentennis auf dem Spiel. Dass sie sich gerade in die Friseurin Marilyn (Andrea Riseborough) verliebt hat, obwohl sie doch mit ihrem Manager verheiratet ist, bringt ihren Trainingsplan zunehmend durcheinander.

Jonathan Dayton und Valerie Faris („Little Miss Sunshine“) erzählen diese absurd anmutende Emanzipationsgeschichte mit Augenzwinkern und klaren Sympathieverteilungen. Trotzdem ist die Angelegenheit unterhaltsam, weil Emma Stone ihre feministische Heldenfigur mit einem bodenständigen Understatement spielt, was einen hübschen Kontrast zu Steve Carells narrenhaftem Macho-Auftreten bietet. Im echten Leben sind Riggs und King noch gute Freunde geworden, was vielleicht den allzu versöhnlichen Grundton des Filmes erklärt. Dass das Thema Chauvinismus auch heute noch aktuell ist, hat die Entlassung des Studio-Moguls Harvey Weinstein bewiesen, dessen fortwährende sexuelle Belästigungen über 30 Jahre lang in der Branche totgeschwiegen wurden.

Von Martin Schwickert / RND

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