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Kultur 24-Jährige ist neue Konzertmeisterin
Mehr Welt Kultur 24-Jährige ist neue Konzertmeisterin
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08:29 25.02.2015
Von Jutta Rinas
Die Geigerin Friederike Starkloff ist erst 24 Jahre alt und dennoch seit Anfang Januar die neue Konzertmeisterin in der NDR Radiophilharmonie. Quelle: Jan Philipp Eberstein

Streng genommen war der große Bruder schuld. Wenn er nicht Geigenunterricht gehabt hätte, und die Schwester nicht mit gemusst hätte, weil sie zu klein war, um allein zu Hause zu bleiben, dann hätte sie das Instrument möglicherweise gar nicht entdeckt. So aber fiel sofort auf, dass da noch jemand war, der sich sehr für die Geige interessierte.

Sie habe zum Beispiel manchmal laut im Unterricht des Bruders mitgesungen, erzählt Friederike Starkloff im NDR Funkhaus lachend. Die Geige, die viele Kinder anfangs nur schwer richtig halten können, sei ihr schon beim ersten Ausprobieren leicht und natürlich in der Hand gelegen.

Seit Anfang Januar ist die junge Frau mit den braunen Haaren und den ebenso braunen Augen neue Konzertmeisterin in der Radiophilharmonie: die Nachfolgerin des pensionierten Primarius Volker Worlitzsch. Gerade einmal 24 Jahre ist die zierliche junge Frau alt. Im Gespräch wirkt sie manchmal fast ein bisschen zerbrechlich. Wer sie allerdings schon mal im Großen NDR-Sendesaal erlebt hat, der weiß, dass Friederike Starkloff als Musikerin über eine ausgeprägte natürliche Autorität verfügt. Selbstbewusst führt sie die ersten Geigen, obwohl sie die Jüngste ist.

Wie geht sie damit um, mit wesentlich erfahreneren Kollegen zu arbeiten? „Ich versuche einfach, ich selbst zu sein, und hoffe, dass ich so akzeptiert werde“, sagt sie. Es gehe ja im Orchester um den Austausch, um das Miteinander: „Man kann in der Musik immer voneinander lernen.“

Wie begabt und durchsetzungsstark die Musikerin ist, zeigt schon ihr Lebenslauf. Mit fünf Jahren – ein halbes Jahr, nachdem sie mit der Geige begonnen hat – wird Starkloff in die Pflügerstiftung in Freiburg aufgenommen, eine Organisation, die speziell junge Streicher fördert. Mit acht Jahren spielt sie zum ersten Mal bei „Jugend musiziert“ und gewinnt, wie danach noch viele Male. Jedes Jahr nimmt sie an einem, oft auch an mehreren Wettbewerben teil. 2008 sind es sogar vier. Zwei gewinnt sie, einmal wird sie Zweite, einmal Dritte. „Kinder brauchen das, je früher sie auftreten, desto natürlicher wird es“, sagt sie schlicht. Im November 2014 hat sie in Paris den dritten Preis beim renommierten Long-Thibaud-Crespin-Wettbewerb gewonnen.

Lampenfieber kenne sie nicht. Im Gegenteil, Friederike Starkloff liebt das Konzertieren: „Es ist ein einzigartiges Gefühl, die musikalische Spannung zu fühlen, die Stille, die in gelungenen Momenten im Publikum herrscht.“ Wie kam sie darauf, sich für die Konzertmeisterstelle in Hannover zu bewerben statt – wie viele hochbegabte Geiger in ihrem Alter – zuerst eine Solistenkarriere zu versuchen? „Es hat mich gereizt, das riesige Orchesterrepertoire kennenzulernen, mit einem Orchester und vielen guten Dirigenten zusammenzuarbeiten“, sagt Starkloff. „Ich habe das einfach als den nächsten Schritt in meiner Karriere gesehen.“

Das Probespiel in Hannover ist ihr erstes überhaupt. Und es gehört wohl zu den Besonderheiten im Leben von Friederike Starkloff, dass sie es tatsächlich gewinnt. Den Masterstudiengang bei Antje Weithaas an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin wird die 24-Jährige trotz ihrer neuen Tätigkeit beenden. Sie wird dafür zwischen Berlin und Hannover pendeln. Manchmal wird sie darüber hinaus wohl auch noch auf der Bratsche spielen. Auch auf der Bratsche hat sie schon einen Wettbewerb gewonnen.

Sie liebe deren dunkleren Ton, sagt Starkloff. Aber sie habe „im Grunde zu kleine Hände für die größere Schwester der Geige“. Außerdem reizt sie gerade das Virtuose an der Geige sehr. „Ich liebe es zu fuzzeln“, sagt sie.

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