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00:00 29.09.2014
Quelle: Symbolfoto
Hannover

Wir sind die letzte Generation der schwindenden analogen Technik-Welt, die letzten, die beides kennen - eine Welt mit und eine ohne Internet.“ Lena Kußmann und Jonas Vietzke, Jahrgang 1979 und 1980, stehen für die neue Generation im Leitungsteam vom Theater an der Glocksee. Gemeinsam mit Schauspielerin Helga Lauenstein, Gründungsmitglied des Freien Theaters vor 25 Jahren, bringen sie mit „#Neuland“ ein Thema auf die Bühne, dessen Dimensionen geradezu gigantisch sind. Es geht um das Lebensgefühl im digitalen Zeitalter und um die Auswirkungen des technischen Wandels in nahezu allen Lebensbereichen.

„Wir versuchen, die Entwicklungen, die die Menschen damit gemacht haben, nachzuzeichnen - das aber mit analogen Bildern“, betont Regisseurin Lena Kußmann. „Wir wollen poetische Räume entwerfen, Fantasielandschaften ohne Beamer und ohne Laptop.“ Eine Art „multiloges Theater“, sagt sie: „Wir liefern keine Gebrauchsanweisung für das Internet“.

Das könnte man fast vermuten, denn der Titel spielt auf den viel bespöttelten Satz von Kanzlerin Angela Merkel an, als es im Sommer 2013 um die Ausmaße des Überwachungsprogramms des US-Geheimdienstes durch die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snodwen ging. Das Merkel-Zitat, das Internet sei „für uns alle Neuland“, wurde zum hämischen Twitter-Hit innerhalb der Netzgemeinde, die seit Mitte der 1990er Jahre routiniert im World Wide Web unterwegs ist. Damit aber richtet der Titel „#Neuland“ den Blick zugleich auf eine andere Entwicklung - auf die Kluft zwischen notorischen „Offlinern“ und überzeugten „Onlinern“, den sogenannten „Digital Natives“, die mit Internet, Computerspielen und Smartphone groß geworden sind und so auch andere Denkmuster entwickeln. Risikobereitschaft, schnelles Handeln. Trial and error, Game over - Neustart.

„Uns geht es auch um diese Schnittstellen zwischen den Generationen. Wir haben ja ein sehr heterogenes Publikum, Zuschauer der Generation 50plus und sehr junge Leute.“ Wichtig sei, bei diesem Thema einen gemeinsamen Nenner zu finden. „Da gibt es einerseits die Hoffnungen und Utopien, die mit dem Internet verbunden sind - weltweite Verbindungen, Aufbruch, Freiheit, Demokratie, anderseits aber auch die Ängste, die Skepsis, das wachsende Misstrauen gegenüber einer totalen Überwachungsmaschinerie“, so Jonas Vietzke. Er übernimmt den Part der digital Geübten, während Schauspielkollegin Helga Lauenstein die Schattenseiten ins Spiel bringt.

„Was macht uns Angst und was haben wir heute in der Hand? Wir müssen lernen, mit dem Medium Internet erwachsen zu werden, mit seinen Stärken wie mit seinen Schwächen.“ Regisseurin Lena Kußmann und das Team vom Theater an der Glocksee haben sich viel vorgenommen: Sie wollen sich einmischen in die aktuellen Debatten. Und auch ästhetisch wollen sie Neuland betreten - mit eigenen Texten, in Szene gesetzt mit zwei Schauspielern und einer Tänzerin.

Premiere ist am 26. September, 20 Uhr. Gespielt wird bis 25. Oktober. Karten unter (05 11) 1 61 39 36.

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