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Kultur „Sommernachtstraum“ als Musical in Herrenhausen
Mehr Welt Kultur „Sommernachtstraum“ als Musical in Herrenhausen
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22:53 01.07.2010
Neu im Spiel: Felix Martin spielt im Sommernachtstraum den Puck. Quelle: Martin Steiner

Der Barockgarten in Herrenhausen strahlt in seiner peniblen symmetrischen Eckigkeit immer etwas Erhabenes, etwas Beruhigendes aus. Und doch kommt er in diesen Tagen nicht so richtig zur Ruhe. Gerade sind die Kunstfestspiele zu Ende gegangen, nächste Woche kommt das Kleine Fest mit seinen kleinkünstlerischen Heckenschützlingen. In der Schlossküche laufen die „Herrenhäuser Gespräche“. Und zwischendurch pulsiert im Gartentheater ein Shakespeare in Pop. Denn der „Sommernachtstraum“ ist wieder da.

Die Musicalfassung von Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig wird nach drei Jahren Pause in neuem Gewand über die Freiluftbühne gehen. Ende Juli ist Premiere, am Donnerstag gab es die erste von vier Voraufführungen.

Vieles ist neu an diesem Sommernachtstraum. Auch der Regisseur, obwohl Christian von Götz schon Kunze-Lürig-Herrenhausen-Shakespeare-Erfahrung hat. Er inszenierte bereits den zweiten von drei Streichen des Wedemärker Autorenduos, „Kleider machen Liebe“, der frei nach „Was ihr wollt“ in den vergangenen Spielzeiten an diesem Ort gespielt wurde – damals noch unter den Fittichen des Theaters für Niedersachsen. Jetzt hat Konzertveranstalter Hannover Concerts die Produktion übernommen, für fünf Jahre Herrenhausen, in denen auch noch ein musicalisierter „Sturm“ von Shakespeare durch die Anlage wehen soll.

Neu sind jetzt schon die Darsteller – bis auf Mirja Regensburg und Fabian Joel Walter. Publikumsliebling Jens Krause wird in der Rolle des Puck von Felix Martin ersetzt, der schon in den Voraufführungen Gas gibt, um seinerseits die Fans hinter sich zu bringen. Timo Ben Schöfer in der Doppelrolle Oberon/Theseus war Anfang des Jahres nicht mit kleinen Elfen, sondern mit riesigen Sauriern in Hannover, als Archäologe in der Dinoshow „Im Reich der Giganten“. Und Bernd Tauber hat sich in den Anfangsjahren der „Lindenstraße“ als Benno Zimmermann verewigt und tritt in Herrenhausen nun mit großer Spielfreude in der Rolle des Bottich an. Auch Bühnenbild und Kostüme sind neu, Michael Goden setzt auf ein bisschen mehr Leichtigkeit und bei der Elfenkluft auf sommerliche blau-grün-silberne Farbtöne.

Hier und da hakte es bei der Preview am Donnerstag zwar noch, aber beim Gartenvolk hat die neue Inszenierung mit ihren luftigen Popsongs schon gewonnen. Die Zuschauer applaudierten dem neuen Look der alten Shakespeare-Dame vor allem nach der Pause, als sich die Akteure richtig frei gespielt hatten. Und wenn das derzeitige Wetter – am gestrigen Abend angenehm kühl – ein Omen für die weiteren Voraufführungen heute, morgen und am 29. Juli sowie die 25 geplanten „richtigen“ Aufführungen sein sollte, wird das Gartentheater von der Premiere am 30. Juli an zum gut besuchten Spielplatz der Barockanlage werden. Und zum Standortfaktor für die Kulturstadt Hannover.

Karten für die Vorstellungen unter (0511) 12345222 oder im Internet.

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