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Kultur Schüler in Bewegung beim Wolfsburger Festival Movimentos
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19:35 19.04.2011
Kreative Frühstarter aus der Movimentos Akademie. Quelle: Janina Snatzke

Wenn in der kommenden Woche das Movimentos-Festival in Wolfsburg beginnt, richten sich wie immer die Blicke auf die internationalen Tanzcompagnien und ihre Gastspiele im Kraftwerk der Autostadt. Doch die Eröffnung am kommenden Dienstag zeigt, dass die Organisatoren der Festwochen diesen Blick gern ein wenig umlenken würden. Denn den Auftakt bestreiten keine Profis, sondern solche, die es irgendwann vielleicht mal sein werden. Seit einem halben Jahr bereiten rund 100 Kinder und Jugendliche unter professioneller Anleitung in der Movimentos-Akademie ein Projekt vor, das insgesamt dreimal zur Aufführung kommen wird. Dabei geht es um viel mehr als nur um Tanz. In verschiedenen Gruppen haben die Schüler nicht nur eine Choreografie erarbeitet, sondern auch Bühnenbild, Kostüme und Maske. Eine Menge Arbeit, zumal die Teilnehmer nur an schulfreien Tagen zusammenkommen konnten.

Doch mit den Ausbildern an ihrer Seite ging es für die Nachwuchskünstler praxisorientiert und schnell voran. Und da lässt sich die Autostadt nicht lumpen und holt sich Hilfe aus den obersten Etagen der Szene. Die Kostümklasse betreut Renate Stoiber, die seit 20 Jahren die Kostümabteilung der Bayreuther Festspiele leitet. In der Maskenklasse geht Andreas Müller den Jugendlichen zur Hand, er ist Chefmaskenbildner am Deutschen Theater Berlin und hat seinen Klassenraum nicht in der Autostadt eingerichtet, sondern im Kulturzentrum Hallenbad ein paar Hundert Meter weiter auf der anderen Seite des Mittellandkanals. Wie Stoiber ist auch Müller angetan vom kreativen Potenzial der Jugendlichen. Man habe einige zwar erst einmal ermutigen müssen, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen, doch dann seien die Ideen gesprudelt.

Dass sie ein großes Ereignis vorbereiten, blieb den Kinder und Jugendlichen während der Probenarbeit in den Akademie-Workshops nicht verborgen. Neben Journalisten schauten ihnen auch immer wieder Prominente über die Schulter wie beispielsweise die MTV-Moderatorin ­Palina Rojinski, die sich bei ihrer Stippvisite im Februar besonders von den Entwürfen der Bühnenbildnerklasse begeistert zeigte. „Cool“ sei das, und sie würde „sofort mitmachen“.

Maria Schneider, künstlerische Leiterin der Festwochen, fühlt sich von solchen und vielen anderen positiven Resonanzen in ihrer Arbeit bestätigt: „Im Lauf der Jahre ist die Anzahl der künstlerischen Klassen gewachsen, es hat sich ein Fokus auf das Bühnengeschehen herauskristallisiert. 2011 bieten wir fünf Klassen an, die gemeinsam das Ziel haben, eine große Aufführung auf die Bühne zu bringen.“ Für einige frühere Teilnehmer erwies sich die Akademie als prägend für den Lebensweg – sie schlossen Praktika am Staatstheater Braunschweig oder ein Szenografiestudium an der Fachhochschule Hannover an.

In Zukunft, so Maria Schneider, gehe es nicht darum, die Movimentos-Akademie zu vergrößern, sondern den Lerneffekt zu intensivieren: „Wichtig ist, dass die Teilnehmer erfahren, wie aus ihren eigenen Ideen und der gemeinsamen Arbeit etwas Großes entstehen kann.“ Dienstag ist vermutlich wieder einmal so ein Moment.

Die Performance der Movimentos Akademie eröffnet am 26. April um 18 Uhr im Theater Wolfsburg die Movimentos Festwochen. Weitere Aufführungen am 27. April an gleicher Stelle und am 5. Mai im Staatstheater Braunschweig.

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