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Kultur Starbratscher bei der Radiophilharmonie
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15:07 19.02.2016
Von Stefan Arndt
Nils Mönkemeyer Quelle: Zandel
Hannover

Draußen geht das Feuerwerk zum chinesischen Neujahrsfest in die Luft, drinnen explodiert die Musik vom „Wunderbaren Mandarin“. Anders kann man kaum beschreiben, was Dirigent Giancarlo Guerrero und die NDR Radiophilharmonie im Funkhaus am Maschsee mit der Ballettsuite von Béla Bartók anstellen, die der Komponist selbst als „Höllenlärm“ bezeichnet hat. Wie Urgewalten lassen die Musiker die widerspenstigen Rhythmen dieser aggressiven, mitreißenden Musik aneinander prallen. Die Töne türmen sich zu gewaltigen Klangwellen auf, verebben wieder, um sich schließlich im zündenden Finale mit gewaltigen Krach zu entladen.

Es ist ein passendes, packendes Finale für ein am Ende lautstark bejubeltes Konzert. Bemerkenswert war allein das Programm, in dem Paul Hindemiths Bratschenkonzert „Der Schwanendreher“ auf die Ouvertüre zu Wagners Schwanenoper „Lohengin“ folgte und das mit Ottorino Respighis „Fontane di Roma“ und Bartóks „Mandarin“ von zwei raffinierten Showstücken für Orchester abgerundet wurde.

Dirigent Guerrero, der seine Karriere als Assistent bei Eiji Oue in Minnesota begann und heute Chef beim Nashville Symphony Orchestra ist, hat sich auf Anhieb gut an die akustischen Besonderheiten des Sendesaal angepasst: Selbst im mächtigsten Forte wirkt das Orchester nie zu laut. Der Costa Ricaner, der zum ersten Mal in Hannover gastiert, erweist sich auch im Leisen als durchaus feinsinniger Klangregisseur und lässt doch keinen der Effekte liegen, an dem dieser Abend ungewöhnlich reich ist: Ein starkes Debüt.

Auch der Ausnahme-Bratscher Nils Mönkemeyer ist auf besondere Weise mit der Radiophilharmonie verbunden. Sein einstiger Lehrer Christian Pohl ist hier noch immer stellvertretener Stimmführer, und eine seiner eigenen Studentinnen aus München wurde gerade in die neue Joseph-Joachim-Akademie des Orchesters aufgenommen.

Doch auch ohne Heimvorteil hätte Mönkemeyer überzeugt: Keinen Moment kommt man bei ihm auf die Idee, dass sein Soloinstrument exotisch sein könnte. Mit der Selbstverständlichkeit eines großes Musikers spielt er Hindemiths komplexe Volksliederbearbeitungen ebenso beredt wie die zugegebene Bearbeitung einer Bachschen Cello-Allemande.

Nils Mönkemeyer Quelle: Zandel
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