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20:38 03.02.2015
Von Uwe Janssen
Ministerpräsident Stephan Weil (rechts) mit dem Preisträgern: Gudrun Schröfel vom Mädchenchor Hannover und den Scorpions. Quelle: Rainer Droese
Hannover

Dienstagabend wurden im Herrenhäuser Galeriegebäude gleich zwei Institutionen hannoverscher Musikkultur mit dem Niedersächsischen Staatspreis ausgezeichnet. Egal, ob man sie Leuchttürme, Aushängeschilder, Leistungsträger, Botschafter nennt oder Leitfiguren, wie es Ministerpräsident Stephan Weil einleitend tat – auf die Scorpions und Chorleiterin Gudrun Schröfel trifft so ziemlich alles zu, was imposante Strahlkraft beschreibt. Und so mancher der 250 geladenen Gäste, darunter viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, mag sich gestern bei der Verleihung gefragt haben: Warum eigentlich erst jetzt?

Vielleicht, um ein Zusammentreffen der beiden Preisträger zu ermöglichen. Wobei es nicht das erste Mal war. Scorpions-Sänger Klaus Meine hat mit Schröfels Mädchenchor schon einige Male auf der Bühne gestanden, zuletzt bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit – und „Wind of Change“ gesungen. Diesen Moment hob in seiner Laudatio ein passenderweise weiterer international nicht ganz unbekannter Hannoveraner hervor: „Es gab niemanden, der ungerührt war“, beschrieb Gerhard Schröder diesen gemeinsamen Auftritt im vergangenen Oktober.

Der Altkanzler würdigte die Rockband, und er würdigte auch die Musikpädagogin, die seit einem Vierteljahrhundert – anderthalb Jahrzehnte davon als Leiterin – die Mädchenchorstimmen ausbildet, und deren Name, wie Schröder sagte, „mit dem Mädchenchor fast verschmolzen ist“. Wichtig sei die Freude, die Schröfel den Mädchen beim Singen vermittele, „auf diese Weise holen Sie alles aus ihnen heraus“.

Die Scorpions, erfuhren die Gäste, kennt Schröder seit der Expo in Sevilla 1992, wo aus einem kleinen geplanten Auftritt der Rockstars ein ausgewachsenes Konzert wurde, weil „das Publikum tobte“. Nicht der einzige Scorpions-Auftritt „vor staatlicher Kulisse“, wie der Altkanzler hervorhob, um auch eine Einladung von Wladimir Putin zu erwähnen und ein Scorpions-Konzert vor 500.000 Menschen auf dem Roten Platz in Moskau. An beide gerichtet, sagte Schröder: „Sie haben dafür gesorgt, dass Niedersachsen im doppelten Sinne einen guten Klang hat.“

Gudrun Schröfel bedankte sich für Schröders Lob und verteilte es gleich weiter an „Helferinnen und Helfer, fachkompetente Kolleginnen und Kollegen, die meine Begeisterung für die Musik und die musikpädagogische Arbeit teilen“. Zugleich machte Schröfel deutlich, dass ihre Arbeit mit jungen Menschen immer Qualitätskriterien folgt: „Sie entwickeln einen hohen Anspruch an sich selbst, sie sind nicht zufrieden mit mittelmäßigen Leistungen.“ Die Chorleiterin hob hervor, dass dieser Anspruch nicht umsonst zu haben ist. Leidenschaftlich rief sie die Anwesenden auf, den Chor finanziell zu unterstützen. Dafür verspreche sie, dass die Stiftung Mädchenchor jeden Euro zukunftsträchtig investieren werde. „Wenn Ihnen dieser Appell zu aufdringlich erscheinen sollte, bitte ich um Nachsicht. Auf dem Gebiet der musikalisch-künstlerischen Nachwuchsförderung im vokalen Bereich bin ich nun mal Überzeugungstäterin.“

Klaus Meine freute sich im Namen seiner beiden Bandkollegen über eine „ganz besondere“ Auszeichnung. „Zu erleben, dass wir auch die jungen Leute erreichen, ist unheimlich motivierend“, sagte der Scorpions-Sänger. Meine fasste sich insgesamt kurz, aus gutem Grund: „Ich weiß“, sagte er, „der eine oder andere hat noch einen Termin im Stadion. Und wenn Hannover heute gegen Mainz gewinnt, dann war das wirklich ein sehr guter Tag.“

Zwei Bronzestatuen in britischem Privatbesitz sind nach Ansicht von Kunsthistorikern vermutlich Werke des italienischen Renaissancemeisters Michelangelo. Die beiden muskulösen, auf Panthern reitenden Männer wären die einzigen erhaltenen Bronzestatuen des Künstlers überhaupt.

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