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Kultur New Yorker stimmen mit Kaugummi ab
Mehr Welt Kultur New Yorker stimmen mit Kaugummi ab
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14:17 10.04.2011
Der Künstler Stefan Haverkamp lässt New Yorker mit Kaugummi abstimmen. Quelle: dpa

Dank des deutschen Künstlers Stefan Haverkamp (28) können die New Yorker jetzt auf der Straße ihrer Wut über schlechte Telefonverbindungen Luft machen. Dazu müssen sie sich nur ihres „bubble gums“ entledigen. An zahlreichen Plätzen und Gehsteigen hängen Plakate mit den Logos von AT&T und Verizon, den führenden Telefonanbietern in den USA. Allerdings sind sie keine Werbung.

Mit der ergänzenden Aufschrift „Who sucks the most? Vote with your gum“ (etwa: „Wer nervt mehr? Entscheide mit deinem Kaugummi“) fragt der Künstler aus dem Westerwald nach dem unbeliebteren Konzern und fordert zur Abstimmung via Kaugummi auf. Die Passanten können diesen auf das jeweilige Bild spucken und so öffentlich ihre Meinung kundtun.

Dass viele klebrige Kugeln nun zum Votum verwendet werden, verdeutlicht die Aktualität des Themas: Hintergrund der Street-Art-Aktion ist die allgemeine Unzufriedenheit mit den Firmen, da selbst in der Stadt häufig Gespräche abrupt enden, Netze zusammenbrechen und die Tonqualität durchweg sehr niedrig ist.

„Hier in New York sind wirklich viele durch die beiden einzigen Anbieter missgestimmt, zumal es gar keinen richtigen Wettbewerb gibt und so das eine oder andere Geschäftstelefonat regelmäßig baden geht. Manche Leute kleben sogar völlig genervt einfach auf beide Logos ein Kaugummi“, sagt der schlaksige Initiator Haverkamp, während er die geschäftigen Fußgänger vor einem seiner 50 Plakate betrachtet.

Mit seiner Aktion will der junge Kreative auf diese Missstände aufmerksam machen und quasi Anti-Werbung betreiben. Haverkamp studierte zunächst an einer renommierten Universität in Florida Werbedesign, zog vor drei Jahren in den Big Apple und arbeitet dort ausgerechnet für eine der größten Werbeagenturen der USA.

Allerdings wurde er durch das aktuelle New Yorker Aufregerthema rund um schlechte Mobilverbindungen nur angeregt, das urbane Telefonchaos war lediglich Aufhänger seiner Plakataktion. Die Idee selbst ist älter: Schon Ende 2008 hatte der damalige Neuankömmling aus Frust, in den USA nicht wählen zu dürfen, die Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama einfach auf der Straße zur Wahl gestellt, um damit den New Yorker Demokraten-Trend zu verstärken und so seinen persönlichen Beitrag zur Wahl zu leisten.

Damals wie heute hängte er die Plakate in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf, da weder eine Genehmigung vorlag noch eine hätte erteilt werden können - für „Spuckwahlplakate“ gibt es kein Gesetz. Sowohl die Resonanz auf der Straße als auch das Echo in den Medien zeigen, dass er damit einen Nerv getroffen hat: Auf der zugehörigen Internetseite (http://gumelection.com), in zahlreichen Blogs und sozialen Netzwerken im Netz wird die Aktion diskutiert.

dpa

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