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Kultur „Auf diese Vielfalt sind wir stolz“
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00:00 27.02.2015
Gemeinsam Flagge zeigen: Die freie Szene rückt zusammen. Quelle: Harald Schandry
Hannover

Herr Schandry, in diesem Jahr gehören 19 freie Gruppen zur Dachmarke „Freies Theater Hannover“. Was ist neu, was bedeutet das für die Zuschauer?

Da gibt es einige positive Veränderungen. Zunächst einmal ist das Kindertheater gestärkt worden, als Leiter des Kindertheaterhauses und des Klecks Theaters freut mich das natürlich sehr. Neu im FT sind das Figurentheater Rote Finger und das Theater Tüte, die schwedische Theatermacherin Ylva Jangsell und ihr Team erarbeiten Stücke für die Allerkleinsten ab einem Jahr, das Angebot gab es in unserem Verbund bisher nicht. Die Roten Finger spielen für Kinder ab vier, am 16. und 17. März (10 Uhr) zeigen sie im Theatermuseum ihr Musiktheater „Im Land der Drachen und Elfen“, in ihrem Mitmachstück „Willi und das Grün der Affen“ das dort am 24. Mai Premiere hat, geht es dann um gesunde Ernährung. Und noch etwas ist neu: unser weißes Banner mit dem schwarzen Schriftzug „Freies Theater Hannover“ - es findet sich an fast allen Spielstätten des FT in der Stadt. Und natürlich auch an unserem Kindertheaterhaus.

Worauf können sich die Zuschauer in den kommenden Monaten freuen?

Es gibt viele spannende Projekte. Wir Theatermacher freuen uns diesmal besonders auf die „Lange Nacht der Theater“ am 25. April, wir haben uns nämlich etwas Neues ausgedacht: Nach dem Theaterparcours wird es in der Cumberlandschen Galerie eine Lesenacht geben. Party und Kultur, das ist die Idee: Von Mitternacht bis morgens um sechs werden wir - ganz klassisch - aus dem Reclam-Schauspielführer rezitieren und auf diese Weise Stücke von Aischylos bis zur Gegenwartsdramatik vorstellen. Mehr als 2000 Jahre Theatergeschichte, das ist Bildungsprogramm pur, aber mit einem Augenzwinkern. Zu den Vorlesern gehören auch Gäste aus Politik und Wirtschaft dieser Stadt. Das wird sicher eine tolle Nacht, die mit einem Frühstück endet.

Ein gemeinsames Logo, ein Banner, gibt es für 2015 auch ein gemeinsames Spielplan-Motto?

Nein, das kann es bei dieser Vielfalt auch gar nicht geben. Unser gemeinsamer Nenner ist die Verschiedenheit, das symbolisiert ja auch das Ungleichheitszeichen auf unserem Logo. Und darauf sind wir stolz. Das Spektrum umfasst Kinder- und Jugendstücke, zeitgenössische Dramatik, Tanz, Performance, aber auch Rechercheprojekte, die die Fräulein Wunder AG oder auch die Agentur für Weltverbesserungspläne auf die Bühne bringen. Das Theater fensterzurstadt, das oft auch ungewöhnliche Orte bespielt, inszeniert nun das Stück „Die Grashafe“ nach Motiven von Truman Capote, zum dritten Mal in Zusammenarbeit mit der Theaterwerkstatt Hannover und dem Theater Triebwerk, Premiere ist am 30. April in den Räumen der Theaterwerkstatt. Theater systema begibt sich mit mehreren Projekten auf biografische Spurensuche: Am 12. September hat das Stück „Frau und Vogelscheuche“ nach Motiven von Marina Carr bei Commedia Futura in der Eisfabrik Premiere - eine alte Frau blickt voller Bitterkeit auf ihr Leben zurück. Das Theater an der Glocksee wird mit „Benefiz. Jeder rettet einen Afrikaner“ ein Stück von Ingrid Lausund auf die Bühne bringen, um hier nur einige Arbeiten zu nennen. Wie gesagt, das Spektrum ist enorm, es wird sicher wieder verstörende, herausfordernde und überwältigende Theaterabende geben.

Die Stadt fördert vier zentrale Spielstätten innerhalb der Theaterlandschaft. Gibt es dort thematische Schwerpunkte?

Ja, auf jeden Fall. Denken Sie nur an die Eisfabrik mit ihrem multimedialen Konzept aus Tanz, Theater, Musik und bildender Kunst, das Commedia Futura in Kooperation mit anderen Künstlern entwickelt hat. Am 30. Mai hat dort das Tanz-Theater-Projekt „Minotaurus. Selfie im Labyrinth“ Premiere, eine Produktion, an der sieben Künstler beteiligt sind, unter anderem der Choreograf Felix Landerer, der eng mit Commedia Futura vernetzt ist. Das Theater im Pavillon präsentiert ein eigenes, teils internationales Gastspielprogramm, hier spielt auch das Migrantentheater eine wichtige Rolle, etwa das Festival „Arabischer Frühling“ in Zusammenarbeit mit der Theaterwerkstatt Hannover. Das Figurentheaterhaus mit Theatrio in Vahrenwald hat ein eigenes Profil, ebenso wie das Kindertheaterhaus mit Sitz des Klecks Theaters in der Südstadt. Wir sind aber offen für Gäste, und mittlerweile haben sich auch Verbindungen zum Figurentheaterhaus entwickelt. Diese Annäherungen wollen wir künftig noch ausbauen.

Und welche Pläne gibt es für das Kindertheaterhaus?

Wir haben im Klecks derzeit 13 Stücke im Repertoire, die wir immer wieder überarbeiten. Das ist unser Markenzeichen. In diesem Winter haben wir an Sonntagnachmittagen in unserer Reihe „Lesen“ verschiedene Schriftsteller eingeladen, das hat großen Spaß gemacht. Zum Abschluss am 29. März, 15 Uhr, kommt die Kinderbuchautorin Nikola Huppertz zu uns. Außerdem arbeiten wir regelmäßig mit jungen, noch unbekannten Autoren zusammen. Eines der Projekte in diesem Jahr heißt „Wirrwahr“, hier entwickeln Preisträger des Kinder- und Jugendtheater-Festivals „Spurensuche“ ein Verwirrspiel aus Worten und Silben. Und Studierende der Universität Hildesheim erfinden mit „Peter in der Postmoderne“ eine Geschichte, in der bekannte Helden der Kinderliteratur wie Ronja Räubertochter oder der Räuber Hotzenplotz gemeinsam neue Abenteuer erleben. Dz

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