Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Kultur Im Juni beginnen die Theaterformen
Mehr Welt Kultur Im Juni beginnen die Theaterformen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:20 14.04.2016
Von Stefan Arndt
Bloß keine Zurückhaltung: Die Performancegruppe von Toco Nikaido.  Quelle: Cyclone_A
Hannover

Natürlich erwartet man bei einem Festival, das möglichst aktuelle Varianten des internationalen Theaterbetriebs zeigen will, auch die brennenden Themen der Gegenwart auf der Bühne zu sehen. Die diesjährige Ausgabe der Theaterformen, die vom 9. bis zum 19. Juni in Braunschweig zu erleben sein wird, enttäuscht in dieser Hinsicht nicht: Es gibt das Gastspiel einer syrischen Theatergruppe, und ein Ensemble aus der Ukraine erzählt von der deprimierenden Stimmung nach der Gewalteskalation bei den Protesten auf dem Maidan-Platz.

Wahrscheinlich sind „Während ich wartete“, eine „Collage zur politischen Seelenlage Syriens“, und „Haus der Hunde“, in dem die zwölf Schauspieler des ukrainischen Dakh-Theaters auf der Bühne in einem niedrigen Stahlkäfig eingeschlossen sind, aufregende, bildgewaltige und symbolträchtige Theaterproduktionen.

Und doch wirken die beiden unverkennbar politischen Stücke wie eine Pflichtübung im Programm von Martine Dennewald, die das im jährlichen Wechsel in Hannover und Braunschweig ausgetragene Festival seit dem vergangenen Jahr leitet. Vor allem besinnt sich die 17. Ausgabe der Theaterformen auf die ursprünglichen Tugenden des Festivals: Sie präsentiert neue Formen des Theaters - in diesem Fall sogar eine ganz neue Bühnenwelt. Denn was in den Theatern zwischen Tokio und Singapur gespielt wird, dürfte aller (kulturellen) Globalisierung zum Trotz in Niedersachsen nur wenigen Zuschauern bekannt sein.

Das soll sich nun ändern: Gleich sieben der insgesamt zwölf in Braunschweig gezeigten Produktionen kommen aus Südostasien. Festivalleiterin Dennewald verspricht mit ihrer Auswahl von Stücken aus Japan, Südkorea, Thailand, Singapur und Malaysia einen Überblick über die Theaterszene dieser Länder. „Je mehr Aufführungen man sieht, desto klarer wird die spezifische Sprache dieser Bühnenkultur“, so Dennewald.

Schon in den Ankündigungen wird klar, dass diese Kultur manche Überraschung bereithalten wird. Von asiatischer Zurückhaltung scheint etwa die Tokioter Performancegruppe um Regisseur Toco Nikaido nicht viel zu halten. Ihr szenisches Abbild von japanischen Musikfans bringt den Zuschauern Lärm, Wasser, Konfetti, Algen und Tofu offenbar so nahe, dass die Veranstalter vorsichtshalber Gehörschutz und Regenponcho ausgeben und zu „unempfindlicher Kleidung“ raten. Bei den meisten übrigen Stücken wird das nicht nötig sein: Sie setzten sich mit der jüngeren Geschichte des jeweiligen Länder und mit ihren uralten Mythen auseinander.

Höchstens vor den Aufführungen könnte sich bequeme Kleidung lohnen: In sogenannten „Warm Ups“ lassen die Regisseure der jeweiligen Stücke die Teilnehmer ganz körperlich spüren, wie es sich anfühlt, mit ihnen zu arbeiten. Ansonsten setzt das Begleitprogramm auf das bewährte Konzept: hippe Musik, umsonst und draußen vor dem Festivalzentrum. Und weil es auf im Theater schon genug exotische Sprachen gibt, singen fast alle Bands auf Deutsch.

Weitere Informationen unter www.theaterformen.de oder unter Telefon (05 31) 1 23 45 67.

Rasante Umsetzung, aber wo bleibt der Spaß? Disneys Neuauflage vom „Dschungelbuch“ ist vor allem eins: düster. Die Anpassung an gängige Actionspektakel schmälert den Wohlfühlfaktor des neu interpretierten Kinderfilmklassikers allerdings deutlich. 

16.04.2016

Zum Auftakt ein Open-Air-Tanz-Event auf dem Opernplatz, mit Publikumsbeteiligung und unter der Regie von Frankreichs Choreografie-Star Boris Charmatz. Danach 70 Workshops und Performances, Vorträge und Debatten. Und dazwischen noch ein ehrgeiziges, internationales Tanzprogramm – das sind die Konturen des Tanzkongresses, der Hannover vom 16. bis zum 19. Juni bundesweit zur Hochburg von Tanz und Ballett macht. 

Daniel Alexander Schacht 12.04.2016

An Selbstbewusstsein mangelt es den Musikern der norwegischen Band Kakkmaddafakka nicht: Zu Beginn des seit Februar ausverkauften Konzerts in der 60er-Jahre-Halle auf dem Faust-Gelände lassen die sechs Jungs aus Bergen erst einmal die Hymne der UEFA Champions League über die Lautsprecher erklingen - und zwar in voller Länge.

15.04.2016