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Kultur Höllische Lichtinstallation in der Markuskirche
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08:26 23.02.2015
Von Daniel Alexander Schacht
Rot flackern Flammen, panisch blicken Gepeinigte, laut prasselt Feuer – das in dem Video „Feuer und Flamme“ symbolisch zum Fegefeuer überhöht ist. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Rot flackern Flammen, panisch blicken Gepeinigte, laut prasselt Feuer – das in dem Video „Feuer und Flamme“ symbolisch zum Fegefeuer überhöht ist. Denn zwischen die Flammen sind Untergangsszenen aus dem Antikriegsfilm „J’accuse“ von Abel Gance und Bilder von Leichen und Überlebenden aus Bergen-Belsen geschnitten. Die Hölle, so lässt sich dieses Werk des französischen Künstlers Jean-François Guiton verstehen, richten die Menschen sich selbst schon auf Erden ein.

Und das ist nur einer der Abgründe, die sich den Besuchern der Markuskirche jetzt mit den Kunstinstallationen von „Himmel + Hölle“ öffnen. In „La Ronde“ zeigt Guiton glühende Lavaströme auf vier Monitoren, die so verspiegelt sind, dass sich zwischen ihnen ein Höllenschlund von unendlicher Tiefe aufzutun scheint – senkrecht unterm Turm der Markuskirche. Wer da den Blick hebt, sieht auf den Turmwänden noch Projektionen von Totenköpfen aus einem Konvent in Palermo kreisen.

„Himmel + Hölle“

„Himmel + Hölle“. Bis 25. Mai in der Markuskirche, Oskar-Winter-Straße 7. Künstlergespräch mit Sprengelmuseumschef Reinhard Spieler am 7. März um 19 Uhr.

Der 62-jährige, in Bremen lehrende Kunstprofessor ist nicht der einzige hier tätige Künstler mit Gespür für den genius loci, die Besonderheiten dieses Sakralbaus. Claudia Wissmann, gleichfalls für Lichtinstallationen bekannt, hat LED-Strahler über dem Portral auf einem leeren Sockel so anbringen lassen, dass der darüber hervorragende Baldachin und ein Sockelvorsprung nachts den Schatten eines Kreuzes modellieren. „Lichtgestalt“ nennt sie diese Lichtskulptur.

Im kleinen Beiheft zu der Ausstellung erinnern deren Initiatoren, der Bremer Kunstprofessor Peter Rautmann und Pastor Bertram Sauppe, dass Licht nicht nur eine alte Tradition in der Kirchenarchitektur hat, sondern auch in der religiösen Symbolik („Gott ist Licht“).  

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