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Kultur Essen unter Menschen (II)
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18:19 27.02.2015
Von Imre Grimm
Käseigel, ab 8 Euro. Quelle: oh
Hannover

Es gibt ein Original-Rezept eines grönländischen Eskimostammes für gekochte Eule. Das geht so: „Eule rupfen, säubern und in einen Topf kochendes Wasser tun. Mit Salz abschmecken.“ Nix ausnehmen, würzen, filetieren und so. Das ist meine Welt! Bei der nächsten Party bringe ich gekochte Eule mit. Oder noch besser: frittierte Eule. Das erinnert mich an diese Restaurants, auf deren Schild eigentlich stehen müsste: „Sorry, we’re open!“.

Es gibt auch ein Gurkenrezept von 1712, das beschreibt präzise mein Verhältnis zu Gemüse: „Gurke sorgfältig schälen und in dünne Scheiben schneiden, leicht pfeffern und salzen und sodann das Ganze aus dem Fenster werfen.“ Lecker. Noch ein Partyrezept? Bitte sehr: Ein Original-Chili-Rezept aus Texas: „Stell einen Topf Chili auf den Herd, lass das Chili leicht brodeln. In der Zwischenzeit: Bereite ein Steak vor. Iss das Steak auf. Lass das Chili brodeln. Ignioriere es einfach.“

Statt solcher Schmankerl gibt’s Mitbringbüfett. Ehrlich mal: Warum brauch’ ich ein Mitbringbüfett, wenn ich mir doch auch einfach zu Hause selbst eine Schüssel Kartoffelsalat unter den Heizstrahler stellen kann?

40 Jahre lang war das bundesrepublikanische Partyessen standardisiert: Käseigel, Nudelsalat, Zwiebelmett. Und wenn’s mal etwas Besonderes geben sollte, gab’s in Kochschinken eingerollten Spargel, falschen Hasen und falsche Schildkröte, besser bekannt als Mockturtlesuppe. Dazu Silberzwiebeln und Cocktailkirschen, gerne auch gemischt. Und zum Nachtisch Zigaretten aus dem Spender. Und? Hat’s uns geschadet? Natürlich hat’s uns geschadet - aber es war großartig. Dann musste der globalisierte Kochbuchleser unbedingt Obstsalat aus Cherimoya, Curuba, Kumquat, Nashi und Rambutan anschleppen. RambuWAS? Das Zeug gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Das letzte Mal, dass ich Seife gegessen habe, war ich vier. Und eh ich das wiederhole, esse ich gekochte Eule ohne Gurke. Guten Appetit. Und schönes Wochenende!

Ein seit mehr als zehn Jahren vermisstes Gemälde von Pablo Picasso ist in einer Paketsendung in New Jersey aufgetaucht. Wie die „New York Times“ am Donnerstag berichtete, wurde das Werk „La Coiffeuse“ („Die Friseurin“) aus dem Jahre 1919 im Dezember mit einem Paketdienst von Belgien nach New York verschickt.

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