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Kultur Das ist der neue Spielplan im Schauspiel Hannover
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15:27 21.04.2016
Von Ronald Meyer-Arlt
Lars-Ole Walburg. Quelle: Jan Philipp Eberstein
Hannover

Dramaturgen sind leidenschaftliche Leser, müssen leidenschaftliche Leser sein. Offenbar beschränkt sich ihre Leselust (was ja auch fatal wäre) nicht nur auf die Gattung der Dramatik. Sie lieben auch Romane. Ganz besonders Romane. Das zeigt sich auch im neuen Spielplan des Schauspiels Hannover.

Unter den 21 Produktionen, die in der kommenden Saison auf die Bühne kommen sollen, gibt es sechs Romanbearbeitungen. Zieht man Filmadaptionen und diverse Projekte ab, bleiben nur sieben Stücke, die wirklich als Theaterstücke gedacht waren. Aber was für welche!

Große Dramen wird es in der kommenden Saison geben: Shakespeares „Hamlet“ (18. Februar), sein „Othello“ (22. Januar), Molières „Tartuffe“ (27. April kommenden Jahres), Max Frischs „Andorra“ (18. November), Bertolt Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ (16. September) Albert Camus’ „Die Gerechten“ (23. Februar) und Boris Vians „Die Reichsgründung oder Das Schmürz“ (2. September). Den „Hamlet“ wird der in Island geborene Regisseur Thorleifur Örn Arnasson inszenieren, er will auch Beziehungen zu dem berühmten „Hamlet“ von Nicolas Stemann einbauen, der vor 15 Jahren am Schauspiel Hannover Premiere hatte.

Die Eröffnung der neuen Spielzeit erfolgt schon recht früh. Bereits am 12. August geht es los. Allerdings noch nicht auf der großen Bühne, sondern draußen im Innenhof. Dort hat „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ nach dem Bestsellerroman von Jonas Jonasson Premiere. Dieter Hufschmidt spielt den Hundertjährigen - er muss sich für diese Rolle etwas älter machen, als er ist.

Weitere Romanbearbeitungen folgen: Am 1. September gibt es „Hotel Savoy“ nach dem Roman von Joseph Roth. Es ist die erste Premiere der neuen Spielzeit auf der großen Bühne des Schauspiels. Es folgen „Madame Bovary“ nach Gustave Flaubert, eine Bearbeitung von „Macht und Widerstand“, dem gerade erschienen Roman von Ilija Trojanow, „Auerhaus“ nach dem Erfolgsroman von Bov Bjerg und „Amerika“ von Franz Kafka. Als Familienstück zur Weihnachtszeit gibt steht „Heidi“ nach dem Roman von Johanna Spyri auf dem Spielplan.

Intendant Lars-Ole Walburg inszeniert „Rocco und seine Brüder“ nach Luchino Visconti (Premiere ist am 22. September). Eigentlich sollte auch eine Theaterfassung von Woody Allens Film „Zelig“ auf die Bühne kommen, da es Probleme mit den Rechten gab, wird stattdessen Lutz Hübners „Das Richtfest“ gespielt.

Das 20. Jahrhundert will man am Schauspiel besonders in Augenschein nehmen. Dazu dienen auch Tom Kühnels Revolutionsrevue „1917. Lenin in the Box“ (Premiere: 25. März) und „Einzelstern“ von Lukas Bärfuss (12. Januar). Den Begriff „Einzelstern“ hat der FDP-Politiker Jürgen Möllemann benutzt, als ihn Sportskollegen vor seinem letzten Fallschirmsprung fragte, ob er mit ihnen einen Stern am Himmel bilden wollte. Das Stück, das Intendant Lars-Ole Walburg inszenieren wird (Premiere: 12. Januar) soll einen Blick auf die Bonner Republik werfen.

Einen Blick auf verschiedene Religionen will Mely Kiyak, Gastgeberin der Reihe „Weltausstellung Prinzenstraße“ werfen. Sie wird in der kommenden Saison ausschließlich Geistliche einladen und mit ihnen über Gott und die Welt sprechen. Der Termin passt: Immer am Sonntagmorgen.

Nicht gerade alltäglich wirken die Porträts der Schauspieler des Ensembles (das in der kommenden Saison leicht aufgestockt wird) im Spielzeitheft. Alle tragen Fantasieuniformen oder Trachten. Es ist ein Hinweis auf die Vielfalt, mit der Deutschland schon seit langem gute Erfahrungen gemacht hat. Drei Schauspieler werden das Ensemble verlassen, fünf neue werden kommen. Was heißt: Das Theater wächst.

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