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Kultur Bunter Teller voll Musik
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00:15 23.12.2015
Weihnachtlich: Die a-cappella-Formation Maybebop. Quelle: Hagemann
Hannover

Es summt und brummt im restlos ausverkauften Theater am Aegi. Bevor sich für die A-cappella-Formation Maybebop der Vorhang hebt, wird im Saal gelacht, geschwelgt, geplaudert und geknuspert: Hier ein Stößchen mit dem Piccolöchen, dort eine muntere Rasselbande, die Tütchen mit gebrannten Mandeln kreisen lässt. Die Fanfamilie der Vokalband ist zur Weihnachtsfeier zusammengekommen. Plötzlich erlischt das Licht, und Kerzen leuchten auf.

Unbemerkt haben sich Oliver Gies, Lukas Teske, Sebastian Schröder und Jan Bürger zwischen die Zuschauerreihen gemogelt und singen „Wir sagen euch an den lieben Advent“. Die Bescherung kann beginnen. Das Programm „Schenken – Achtung Weihnachtslieder!“ ist ein bunter Teller voll musikalischer Überraschungen. Arrangeur Oliver Gies hat mit seinem Quartett klassische Weihnachtslieder neu verpackt und mit eigenen Kompositionen vermischt.

Beim „Kleinen Trommler“ schwingt Funk mit, „Joseph, lieber Joseph mein“ wird zur Popballade und „Morgen Kinder, wird’s was geben“ kommt als Hiphopnummer daher. Mitsingen ist da kaum drin. Aber richtig textsicher ist das Publikum ohnehin fast nur bei den von Maybebop geschriebenen Liedern. Vor allem die über Pseudo-Christentum spöttelnde Türk-Pop-Verballhornung „Gummibaum“ und das konsumkritische Falsett-Stück „Adventskalender im September“ führen die Liste der Lieblingssongs an.

Neben Blödeleien gibt’s jedoch auch noch was Besinnliches: „Maria durch ein Dornwald ging“ oder „Es kommt ein Schiff geladen“ nehmen schon mal die Christmette vorweg. Überhaupt schaffen es die vier Stimmakrobaten, jegliche Art von Weihnachtsstimmung zu erzeugen und bedienen Träume von knisterndem Kaminfeuer, schneebedeckten Landschaften und unbeschwerter Partyzeit.

Wo Lichter blitzen, gibt es allerdings auch Schattenseiten. Wie vor der divenhaften Großtante, die sich fzum Gansessen angesagt hat, fürchtet man sich vor quälenden Weihnachtsohrwürmern. Wen lassen sie dieses Jahr aus dem Sack? Wham oder Boney M? Es sind letztere. Mit „Mary’s Boy“. Auf der Bühne lassen sie dazu einen unsichtbaren Joint rumgehen. Im Zuschauerraum betäubt man sich mit Piccolöchen. Halleluja.

Von Kerstin Hergt

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