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00:17 30.12.2015
Anmutig und Synchron: Das Bolschoi Staatsballett Belarus zeigte Schwanensee im Theater am Aegi. Quelle: RBI Konzerte GmbH
Hannover

Das bekannteste Ballett überhaupt erzählt eine alte Geschichte, wieder und wieder aufgegriffen in zahlreichen Märchen: Nur die wahre Liebe kann eine verzauberte Prinzessin erlösen. In Schwanensee wurde Prinzessin Odette von Rotbart in eine Schwanenkönigin verwandelt. Sie gewinnt die Liebe Prinz Siegfrieds  - doch als dieser an seinem 21. Geburtstag eine Braut aussuchen soll, täuscht ihn Rotbart mit der verführerischen Doppelgängerin Odettes, dem schwarzen Schwan Odile. Siegfried will darauf Odette im Wald um Verzeihung bitten.

Nun gibt es in der Geschichte dieses Balletts unterschiedliche Fassungen: Das ursprüngliche Libretto sieht vor, dass Siegfried in den von Rotbart geschickten hohen Wellen des Sees ertrinkt, in einer anderen Fassung sterben beide Liebenden. Im Theater am Aegi löst sich Sonntagabend nach drei, anstatt der ursprünglichen vier Akte alles in Dur und Wohlgefallen auf: Das Liebespaar, Odette und Siegfried (Igor Onoschko verkörpert einen eleganten Prinz Charming), siegt über den Zauberer.

Das Werk des romantischen Komponisten Tschaikowski wurde 1877 im russischen Bolschoi-Theater in Moskau uraufgeführt – mit mäßigem Erfolg: Die Tänzer waren für die teils sehr schwierige Choreographie zu wenig ausgebildet. Einige Jahre später wurde sie deshalb von den berühmten Choreographen Alexander Gorski, Lew Iwanow und Marius Petipa, dem Vater des klassischen Balletts, überarbeitet.

An dieser Version hat sich nun auch der künstlerische Leiter des (gleichnamigen, aber aus Weißrussland stammenden) Bolschoi Balletts, Juri Trojan, gehalten. Das Ensemble bewies in Hannover technische Qualität: Synchron und anmutig tanzten Schwäne und Hofstaat, in den Divertissements griff das Ensemble die verschiedenen Atmosphären einer Mazurka, eines Flamenco, ungarischer und russischer Tänze auf. Und die Primaballerina Jana Schtangei zeigt in der anspruchsvollen Doppelrolle sowohl eine unnahbar verletzliche Odette als auch eine verführerisch selbstbewusste Odile. Eine der schwierigsten Szenen überhaupt im klassischen Ballett, die 32 Fouettés (Drehungen mit schwunghaft angewinkeltem Bein) bringt sie scheinbar mühelos auf den Punkt und erhält gebührenden Applaus. Hervorzuheben ist außerdem ein bezaubernd koketter Konstantin Geronik, der in nur wenigen Bühnenmomenten als Hofnarr heraussticht. Auch sein Applaus wird mit Nachdruck gegeben.

Wo die Choreographie traditionell ist, wirkt die Ausstattung fast erdrückend pompös: Einem recht statischen Felsenlandschaft mit jeweils änderndem Hintergrund werden opulent-glitzernde und oft wechselnde Kostüme entgegengehalten. „Mei, ist das schön“, kommentiert eine ältere Dame aus dem Publikum. Der Abend rührt aus einer anderen Ära. Aber auch das kann manchmal verzaubern.

Von Katharina Derlin

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