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Kultur Berlinale startet mit Glamour und Politik
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18:00 10.02.2017
Ein Berlinale-Bär-Aufsteller vor den Potsdamer Platz in Berlin.   Quelle: imago stock&people
Berlin

Mit der Weltpremiere des Künstlerporträts „Django“ beginnt am Donnerstag (19.30) die 67. Berlinale. Der Film von Etienne Comar handelt vom Schicksal des französischen Jazz-Gitarristen Django Reinhardt und seiner Flucht aus dem von Deutschland besetzten Paris im Jahr 1943.

Zur Eröffnung des Filmfestivals am Potsdamer Platz werden 1600 Besucher erwartet. Viel Prominenz steht auf Gästeliste, darunter Mario Adorf, Wim Wenders, Henry Hübchen, Tom Tykwer, Iris Berben, Senta Berger, Veronica Ferres, Corinna Harfouch und Christiane Paul.

Drei deutsche Produktionen sind dabei

Moderatorin ist Anke Engelke. Der Fernsehsender 3sat überträgt die Gala live. Im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin werden elf Tage lang rund 400 Filme aus aller Welt gezeigt. Stars wie Richard Gere, Penélope Cruz, Robert Pattinson, Hugh Jackman und Catherine Deneuve sind angekündigt.

Bei der Berlinale entscheidet eine siebenköpfige internationale Jury über die Vergabe der begehrten Bären-Preise. Das sind die Mitglieder des Gremiums:

Im Wettbewerb um die Bären-Trophäen konkurrieren 18 Produktionen, darunter drei aus Deutschland: Volker Schlöndorff ist mit „Rückkehr nach Montauk“ vertreten. Andres Veiel stellt seinen Dokumentarfilm „Beuys“ über den Aktionskünstler Joseph Beuys vor. Thomas Arslan geht mit einem Vater-Sohn-Roadmovie „Helle Nächte“ ins Bären-Rennen.

Präsident der Jury ist der niederländische Regisseur Paul Verhoeven („Elle“, „Basic Instinct“). In der siebenköpfigen Jury sitzen auch die Schauspielerin Julia Jentsch, der isländische Künstler Olafur Eliasson, US-Star Maggie Gyllenhaal und der mexikanische Schauspieler Diego Luna. Sie entscheiden, wer am 18. Februar die Trophäen gewinnt.

Taschenkontrollen für mehr als 300.000 Besucher

Die Berlinale gehört neben Venedig und Cannes zu den großen Filmfestivals der Welt. Berlin gilt als besonders politisch und als Publikumsmagnet. Mehr als 330.000 Tickets wurden 2016 verkauft. Aus Sicherheitsgründen gibt es Taschenkontrollen. Die Gäste dürfen keine Reisekoffer, großen Taschen oder Rucksäcke in die Spielstätten mitbringen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), deren Haus die diesjährigen Filmfestspiele mit 7,2 Millionen Euro fördert, unterstrich die politische Haltung der Berlinale. „Nicht umsonst setzt sie dabei auf eine Demonstration künstlerischer Vielfalt gegen populistische Einfalt“, erklärte Grütters vorab. Die Geschichte des Jazz-Gitarristen Django Reinhardt erzähle „auch vom Gift des Rassismus und vom Versuch, Kunst als Erfüllungsgehilfin der Politik zu missbrauchen“.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: „Neben Glanz und Glamour werden dieses Fest der Cineasten in der Filmmetropole Berlin politische und gesellschaftliche Themen der Innenpolitik und der internationalen Situation prägen. Film als Instrument der Reflexion von Zeitverhältnissen – das hat die Berlinale in der ehemals geteilten Stadt groß gemacht.“

Seitenhieb für Trump

In der Internationalen Jury ist keine klare Linie über den Umgang mit politischen Botschaften während der Berlinale zu erkennen. „Ich hoffe, dass die Jury-Mitglieder erstmal auf die Qualität der Filme achten - ohne politische Vorurteile“, sagt Jury-Präsident Verhoeven. Der mexikanische Schauspieler Diego Luna ergänzte: „Wir sind nicht dazu da, Botschaften zu senden. Wir sind dazu da, Botschaften zu empfangen.“

US-Schauspielerin Maggie Gyllenhaal verzichtete gleichwohl nicht auf einen Seitenhieb auf den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. „Bitte, bitte, Sie sollen alle wissen, dass es bei uns sehr viele gibt, die Widerstand leisten“, sagte sie vor Vertretern der internationalen Medien.

18 Filme im Rennen um den Goldenen Bären

Bei der 67. Berlinale gehen von Donnerstag (9. Februar) an 18 Filme aus aller Welt ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären. Weitere Regiearbeiten werden außer Konkurrenz und in verschiedenen Festival-Reihen gezeigt. Insgesamt sind bei den bis zum 19. Februar laufenden Berliner Filmfestspielen 399 Filme zu sehen.

  • Rückkehr nach Montauk“ von Volker Schlöndorff (Deutschland), mit Nina Hoss, Stellan Skarsgard, Susanne Wolff
  • „Beuys“ von Andres Veiel (Deutschland)
  • „Helle Nächte“ von Thomas Arslan (Deutschland), mit Georg Friedrich, Tristan Göbel, Marie Leuenberger
  • „Wilde Maus“ von Josef Hader (Österreich), mit Josef Hader, Pia Hierzegger, Georg Friedrich, Denis Moschitto
  • „Django“ von Etienne Comar (Frankreich/Eröffnungsfilm), mit Reda Kateb, Cécile de France
  • „The Party“ von Sally Potter (Großbritannien), mit Patricia Clarkson, Bruno Ganz, Cillian Murphy, Kristin Scott Thomas, Timothy Spall
  • „The Dinner“ von Oren Moverman (Israel/USA), mit Richard Gere, Laura Linney, Steve Coogan, Rebecca Hall, Chloe Sevigny
  • „Die andere Seite der Hoffnung“ („Toivon tuolla puolen“) von Aki Kaurismäki (Finnland)
  • „Félicité“ von Alain Gomis (Frankreich)
  • „Pokot“ von Agnieszka Holland (Polen)
  • „On the Beach at Night Alone“ („Bamui haebyun-eoseo honja“) von Hong Sang-soo (Südkorea)
  • „Joaquim“ von Marcelo Gomes (Brasilien)
  • „Mr. Long“ von Hiroyuki Tanaka alias Sabu (Japan)
  • „Ana, mon amour“ von Calin Peter Netzer (Rumänien)
  • „Colo“ von Teresa Villaverde (Portugal)
  • „On Body and Soul“ („Teströl és lélekröl“) von Ildiko Enyedi (Ungarn)
  • „Una Mujer Fantástica“ von Sebastián Lelio (Chile)
  • „Einen schönen Tag noch“ („Hao ji le“) von Liu Jian (China)
  • „Logan - The Wolverine“ von James Mangold (USA), mit Hugh Jackman, Patrick Stewart
  • „Ein Kuss von Béatrice“ („Sage femme“) von Martin Provost (Frankreich), mit Catherine Frot, Catherine Deneuve, Olivier Gourmet
  • „T2 Trainspotting“ von Danny Boyle (Großbritannien), mit Ewan McGregor, Robert Carlyle, Jonny Lee Miller
  • „Viceroy’s House“ von Gurinder Chadha (Großbritannien), mit Hugh Bonneville, Gillian Anderson, Manish Dayal
  • „El Bar“ (Die Bar) von Álex de la Iglesia (Spanien)
  • „Final Portrait“ von Stanley Tucci (USA), mit Geoffrey Rush, Sylvie Testud
  • „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Matti Geschonneck (Deutschland), mit Bruno Ganz, Hildegard Schmahl, Sylvester Groth, Alexander Fehling, Gabriela Maria Schmeide
  • „Es war einmal in Deutschland...“ von Sam Garbarski (Belgien), mit Moritz Bleibtreu, Antje Traue, Hans Löw, Anatol Taubman
  • „Der junge Karl Marx“ von Raoul Peck (Haiti), mit August Diehl, Stefan Konarske
  • „La Reina de España“ (Die Königin von Spanien) von Fernando Trueba (Spanien), mit Penélope Cruz
  • „The Lost City of Z“ von James Gray (USA), mit Sienna Miller, Robert Pattinson
  • „Maudie“ von Aisling Walsh (Irland), mit Sally Hawkins, Ethan Hawke
  • „Masaryk“ von Julius Sevcík (Tschechien), mit Karel Roden, Hanns Zischler, Eva Herzigova
  • „The Trial: The State of Russia vs Oleg Sentsov“ von Askold Kurov (Usbekistan)

Von dpa/RND/zys