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Kultur Andreas Eschbach: „Perry Rhodan hat bei mir Karl May aus dem Feld geschlagen“
Mehr Welt Kultur Andreas Eschbach: „Perry Rhodan hat bei mir Karl May aus dem Feld geschlagen“
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12:55 25.02.2019
Würde gern den ersten Kontakt mit Außerirdischen erleben: Der Schriftsteller Andreas Eschbach hat jetzt einen Roman über den Heftromanhelden Perry Rhodan geschrieben. Quelle: Uwe Zucchi/dpa
Hannover

Seit in seinem Roman „Das Jesus-Video“ von 1998 eine 2000 Jahre alte Kamera im Wüstensand gefunden wurde, zählt Andreas Eschbach (59) zu den populärsten Science-Fiction-Autoren Europas. Jetzt hat er sich eines Helden seiner Jugend angenommen. In dem 850-Seiten-Roman „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ (Fischer/Tor, 848 Seiten, 256 Euro, erscheint am 27. Februar) erzählt er die frühen Jahre des berühmten Raumfahrers, dessen 3000. Heftroman erst vor wenigen Tagen erschien.

Herr Eschbach, wären Sie gern Astronaut geworden und zum Mond und viel viel weiter geflogen? Sie haben schließlich eine Weile Luft- und Raumfahrttechnik studiert.

Das war der Plan, als ich ins Gymnasium kam: Ein Raumschiff bauen und auf einen anderen Planeten auswandern, und zwar so schnell wie möglich. Hat dann nicht geklappt, weil die Technik einfach noch nicht so weit war. Und nun sitzen wir hier.

Wie ist Ihre persönliche Beziehung zu „Perry Rhodan“?

Das begann ganz harmlos damit, dass mein späterer bester Freund mir ein buntes Heftchen auslieh, auf dessen Umschlag Raumschiffe zu sehen waren und jede Menge Leute in hochdramatischen Posen. Er meinte, ob ich das mal lesen wolle. Es war Perry Rhodan Band Nummer 11, »Mutanten im Einsatz«. Ich hab erst mal nichts kapiert, war aber hin und weg. Und wollte mehr, natürlich. Was er zum Glück hatte, er tauschte die Dinger bei irgendjemandem gegen Kaninchenfutter ein.

Waren Sie schon immer Sci-Fi-Fan? Damals in den Sechzigern und Siebzigern gab es ja außer den Moewig-Reihen nicht soviel Stoff für Fans.

Och, das würde ich nicht sagen. Es gab schon eine Menge Science Fiction, wenn man vor Büchern nicht zurückgeschreckt ist. Es gab spätere Klassiker von Stanislaw Lem, Herbert W. Franke, Wolfgang Jeschke, Jules Verne, Kurd Laßwitz und so weiter, aber auch so Machwerke wie die „Raumschiff Monitor“-Serie aus dem Schneider-Verlag. Ich hab mich durch sämtliche erreichbaren Leihbüchereien gelesen, und jedes Buch, auf dessen Umschlag eine Rakete, ein außerirdisches Lebewesen oder ein fremder Planet abgebildet war, ist irgendwann bei mir gelandet.

Konkurrierte „Perry Rhodan" in Ihrer Jugend bei Ihnen mit anderen Sci-Fi-Kreationen wie den Fernsehserien „UFO“, „Invasion von der Wega“, „Raumpatrouille“ und vor allem – „Raumschiff Enterprise“?

»Raumpatrouille« kam vor allem anderen, und dieser viel zu kurzen Serie gehört mein Herz bis heute. Und anders als zum Beispiel »UFO«, das mich seinerzeit auch sehr fasziniert hat, kann man sich die »Raumpatrouille« auch heute noch mit Vergnügen anschauen, und viele tun das ja auch immer wieder. »Invasion von der Wega« dagegen habe ich nie gesehen, und »Raumschiff Enterprise« fand ich ehrlich gesagt meistens eher langweilig.

Aber was »Perry Rhodan« anbelangt – der hat eigentlich vor allem mit Karl May konkurriert. Und ihn aus dem Feld geschlagen, weil Abenteuer auf anderen Planeten einfach mehr hermachen.

Haben Sie als Kind oder Jugendlicher auch mal davon geträumt, wie es wäre, Perry Rhodan zu sein?

Kann sein, aber viel lieber wäre ich Commander McLane aus „Raumpatrouille" gewesen.

Und wie ist es mit dem Giga-Ding „Star Wars“ und Ihnen? Mögen Sie das?

Ich mochte es. Also – die originalen drei Folgen. Alles seither schaue ich mir zwar an, bin aber mit jedem neuen Film enttäuschter. Technisch ist alles super, keine Frage, aber bei all dem Aufwand wird einfach keine sinnvolle Geschichte mehr erzählt. Ich wollte, ich könnte es lassen, das Ganze weiter zu verfolgen.

Was ist schöner? Tatsächlich geschehene Geschichte mit Sci-Fi-Elementen zu versehen wie in „NSA“, ihrem Roman über ein Drittes Reich mit Computertechnik oder einen Sci-Fi-Klassiker mit tatsächlicher Geschichte zu durchwirken, wie sie es jetzt in Ihrem „Perry Rhodan“-Roman gemacht haben?

Das ist gar kein so großer Unterschied, abgesehen davon, dass es natürlich wesentlich angenehmer ist, sich mit der Geschichte der bemannten Raumfahrt und der Hippie-Zeit zu beschäftigen als mit der Geschichte Hitlerdeutschlands. Letzteres hat etwas von einem Apfelmännchen des Grauens: Immer wenn man denkt, man hat jetzt das ganze Bild, und dann an irgendeiner Stelle noch einmal genauer hinschaut, tut sich der nächste bodenlose Abgrund auf.

War der „Perry Rhodan“-Roman Ihre Idee oder ein Auftrag? Was genau war Ihre Mission?

Das ist eine etwas komplizierte Geschichte. Hannes Riffel von Fischer TOR hatte die Idee, an mich heranzutreten, ob ich nicht einen richtig dicken Perry Rhodan-Roman für sie schreiben wolle; worüber, das sollte mir überlassen bleiben. Das lag eine Weile in der Luft, und ich war mir unschlüssig, ob ich es machen wollte oder nicht und wenn ja, wovon so ein Roman handeln sollte. Bis mir auffiel, dass das Erscheinen von Band 3000 und der 50. Jahrestag der ersten Mondlandung – der Mondlandung in unserem Universum, wohlgemerkt – beide ins Jahr 2019 fallen würden. Da hatte ich die Idee, einen Roman zu schreiben darüber, wie es eigentlich kam, dass Perry Rhodan als erster Mensch auf dem Mond gelandet ist und nicht jemand anders, zum Beispiel Neil Armstrong. Es sollte nicht nur ein Roman werden, der unsere Geschichte in die Perry-Rhodan-Geschichte abbiegen lassen würde, sondern auch eine Art Rückblick auf die Mitte des 20. Jahrhunderts, auf die tatsächliche Geschichte der bemannten Raumfahrt, den Kalten Krieg und all das, und bei der Gelegenheit auch die bislang noch fast gar nicht erforschte Kindheit und Jugend Perry Rhodans erzählen.

Was war denn schon bekannt über Perry Rhodans Kindheit und Jugend? In der Flut von fast 3000 Romanen ist es ja gut möglich, dass schon das ein oder andere an Rückbesinnung geschrieben wurde.

Sollte man meinen, aber tatsächlich gibt es in dieser Hinsicht relativ wenig. Es sind im Grunde nur 2 Hefte, die sich mit Rhodans Jugend befassen, nämlich die Bände 1177 und 1178, in denen diese wilde Räuberpistole um Perry Rhodan, seinen Freund Leroy Washington und den gestohlenen Sternenglobus eine Rolle spielt. Außerdem ist in Band 1000 der junge Perry bei seinem Onkel in Wisconsin zu Besuch, und dann fanden sich hier und da und vor allem in der »Perrypedia« – das ist eine Art Wikipedia für die Perry Rhodan-Serie, ein unschätzbar wertvolles Nachschlagewerk, wenn man für die Serie schreibt – allerlei Hinweise, die ich natürlich nach Möglichkeit alle auch verwertet habe. Obwohl ich mir sicher bin, dass ich nach Erscheinen des Buches jede Menge Post von richtigen Kennern der Serie kriegen werde, was ich alles übersehen habe. Ich kann also auch gleich zugeben, dass ich tatsächlich nicht alle 3000 Hefte gelesen habe. Auf jeden Fall musste ich eine Menge grundlegender Dinge erfinden, zum Beispiel Rhodans genauen Stammbaum. Nicht einmal das gab es bis dahin.

Wie frei fühlten Sie sich beim Schreiben?

Ich hatte völlig freie Hand. Ich habe das, was ich mir über Rhodans Herkunft ausgedacht habe, mit der Redaktion und den Exposé-Autoren abgestimmt, und als die nichts einzuwenden hatten, habe ich losgelegt. Aber mein Ziel war schon, dass man diesen Roman ebenfalls als kanonisch betrachten wird, also, dass er mit der Heftserie so kompatibel wie möglich ist und trotzdem eine logisch plausible Geschichte erzählt. Was das anbelangt, habe ich mir so gut wie keine Freiheiten erlaubt – aber das macht nichts; Kunst lebt ja auch von Beschränkungen.

Hat es Spaß gemacht, Perry Rhodan in die Zeit von Richard Nixon und den Beatles zu verankern, ihn mit der Bürgerrechtsbewegung und Rassismus zu konfrontieren, ihn in Vietnam einzusetzen, ihn an der Seite der aparten Französin Véronique in Paris mit den 68er-Studentenunruhen zusammenzubringen?

Oh ja, sehr. Nebenbei war es auch enorm lehrreich, weil ich mich ja in all diese geschichtlichen Themen einarbeiten musste, um zu verstehen, was es da eigentlich zu erzählen galt.

Wie „demokratisch legitimiert“ ist PR in seinem Universum als – soweit ich mich erinnern kann – ewige Nummer eins der Menschheit? Und wie demokratisch ist ein Perry Rhodan, der in Ihrem Roman überlegt, ob er seinem Vater Jake und seiner Mutter Mary die „relative Unsterblichkeit“ gewährt, die ihm selbst das Wesen Es auf Wanderer geschenkt hat – wohingegen die gemeinen Menschen sterben müssen.

Nun, die Unsterblichkeit ist in der Serie nie demokratisch verliehen worden, sondern es war fast immer Rhodans Entscheidung, wer sie erhält. Begründet wurde das damit, dass er ja schließlich das »Große Galaktische Rätsel« gelöst habe. Ansonsten muss man sehen, dass im Hinblick auf das Medium Heftroman sehr viel sehr vereinfacht worden ist. Perry Rhodan, heißt es, ist natürlich schon demokratisch legitimiert, denn auch im Solaren Imperium haben regelmäßig Wahlen stattgefunden, aber die Frage, wie realistisch es ist, dass ein Regierungschef über tausend Jahre lang immer wieder und wieder gewählt wird, ist nie gestellt worden – was ich bedauerlich finde, weil man dadurch viele interessante erzählerische Möglichkeiten verschenkt hat. Aber ich schätze, anders wäre das in einem Heftroman der Sechzigerjahre einfach nicht gegangen.

Perry Rhodan „macht was er will“, so steht das ihrem Roman. Worin unterscheidet er sich von den vielen Populisten unserer Tage? Und Systeme wie „Dritte Macht“, „Galaktisches Imperium“ klingen auch sehr dominant, alleinherrscherisch in heutigen Ohren.

Ja, mit dem Blick von heute lesen sich die ersten Hefte in politischer Hinsicht oft grauslich. Das „Solare Imperium“, das über tausend Jahre lang existiert hat, war ganz klar ein Militärstaat, in dem es vor allem darum ging, noch mehr und noch größere Raumschiffe mit noch größeren Waffen zu bauen als die anderen.

Trotzdem sehe ich Rhodan nicht als Populisten. Ein Populist ist jemand, der dadurch Macht gewinnen will, dass er dem Volk nach dem Mund redet. Derlei findet man in der Serie nirgends. Rhodan ist entweder einer, der die Leute überzeugen kann, oder er handelt, wie er es für richtig hält, und irgendwann stellt sich dann heraus, dass er von Anfang an recht hatte.

Nein, Rhodan ist eher eine Figur wie, tatsächlich, Old Shatterhand, da wir Karl May vorhin erwähnte haben. Für Rhodan wie für Old Shatterhand ist es von zentraler Bedeutung, moralisch einwandfrei zu handeln, und zwar wichtiger, als Erfolg zu haben. Das ist der Glanz, der diese Figuren auszeichnet. Auch wenn Autoren manchmal dann doch um heikle moralische Fragen herumlavieren müssen, damit die Handlung weitergehen kann.

Rhodan ist ein allseits Vergötterter. Sie beschreiben ihn sogar als „Liebling der Lehrer, Idol der Mitschüler“ – ist das nicht „too much“, ist er nicht in Gefahr, den Leser zu langweilen wie Superman?

Die Gefahr besteht, und auch die, dass er als Figur so langweilig ist wie Superman. Es war auch eins der Ziele in meinem Roman, ihn zumindest ein wenig realistischer zu zeichnen, als einen Menschen, der auch Fehler hat. So kann man zwar darüber streiten, wie gut er sich als Politiker oder als Militärstratege bewährt hat, aber dass er zeitlebens ein schrecklicher Vater war, ist zum Beispiel nicht zu bestreiten. Seine Umwelt sieht das auch, aber er selber nicht so richtig – auch das bricht, glaube ich, das langweilig-makellose Bild des Supermanns.

Aber natürlich hat er tatsächlich ein paar richtig herausragende Fähigkeiten, das ist klar. Die muss er auch haben, sonst hätte man ihm nicht die erste Mondlandeexpedition anvertraut, von allem, was danach kommt, ganz zu schweigen.

Damals in den 60ern und 70ern gab es Risszeichnungsbände und Revell-Modelle von Rhodan-Raumschiffen. Warum stehen die heute nicht mehr in den Kinderzimmern? Warum haben die Kinder von 2019 statt „Star Wars“-Merchandise keine Guckyposter an der Wand und keine Icho-Tolot-Plastikfigur, mit der sie gegen Topsider-Plastikfiguren kämpfen? Hat die Perry-Rhodan-Merchandising-Abteilung den Betrieb eingestellt?

Für diese Frage bin ich der Falsche, fürchte ich, das weiß ich alles auch nicht. Bei mir jedenfalls hängt ein Plüschgucky am Bücherregal … nein, natürlich hält er sich dort telekinetisch, es sieht nur so aus, als hinge er da. Und mein Sohn hat sich durch meine gesamte Perry-Rhodan-Sammlung gelesen. Aber den Wunsch nach einer Icho-Tolot-Figur hatte er trotzdem nicht - Computerspiele, in denen man Zivilisationen auf fernen Welten aufbaut, waren ihm dann doch lieber.

Weiter: Warum gibt es bislang nur diesen trashigen „Perry Rhodan“-Film von 1967? Warum stehen nicht mindestens drei monumentale „Perry Rhodan“-Filmtrilogien in den DVD-Regalen von Millionen? Schließlich ist Rhodans Welt 16 Jahre älter als „Star Wars“ und der Verlag hat immer mit der globalen Popularität seiner Heftchenserie geworben – sogar in China?

Ich schätze, weil nur die Amerikaner das mit den monumentalen Filmtrilogien so richtig drauf haben, außerdem vielleicht noch dieser und jener, aber wir Deutschen jedenfalls nicht. Und den Amerikanern sagt der Name Perry Rhodan erschütternderweise nichts.

Und wo bleibt in den Zeiten der großen Qualitätsfernsehserien eigentlich die große TV-Serie über Perry Rhodan? Werden da Ihrer Meinung nach nicht gerade historische Chancen verpasst?

Diese historische Chance hat man schon mit »Raumpatrouille« verpasst, und seither hat man nichts dazugelernt.

Wen zieht Perry Rhodan heute noch? Das Durchschnittsalter des Lesers ist 45 Jahre – das ist nicht jung.

Das mag sein, aber man muss berücksichtigen, dass alle Hefte mit sechsdimensionaler Vitalenergie imprägniert sind, sodass ihre Lektüre verjüngt – geistig zumindest.

Ist Ihr Roman ein Versuch, wieder eine junge Generation an Perry Rhodan zu binden?

Die Perry-Rhodan-Redaktion hofft zweifellos auf diesen Effekt. Für mich selber war das kein Aspekt beim Schreiben; der einzige Zweck, zu dem ich Bücher schreibe, ist der, dass ich möchte, dass sie existieren. Was jeweils daraus wird, das überlasse ich dem Schicksal.

Was fasziniert das Publikum an der Jugend von Helden, an Vorgeschichten?

Wahrscheinlich sind wir heute nicht mehr damit zufrieden, einfach nur Heldenfiguren zu sehen, wir wollen auch wissen, wie sie wurden, wer sie sind. Jede Jugendgeschichte ist zugleich auch eine Art Lehrgang, »wie werde ich ein Held?«

Wo steht Perry Rhodan heute? Was passiert gerade in der großen Story)?

Im Moment ist in der Milchstraße gerade der »Weltenbrand« ausgebrochen, und das, obwohl er schon vor langer Zeit vorhergesagt wurde und man versucht hat, ihn zu verhindern. Das bedeutet, dass sich das Licht aller Sterne in der Galaxis verändert, und zwar dahingehend, dass es alle Lebewesen hypersensibel gegen äußere Reize werden lässt – Helligkeit wird unerträglich, Geräusche werden unerträglich, Berührungen werden unerträglich … und sind doch lebensnotwendig! Im Moment sieht es so aus, dass man dieses Problems erst mal nicht Herr wird, und ich vermute stark, dass Band 3000 in einer nahen Zukunft ansetzen wird, in der die Milchstraße weitgehend evakuiert worden und die Erde nur noch eine Legende ist. Aus dieser Konstellation kann man so viele faszinierende Geschichten spinnen, dass mir ganz schwindlig wird, wenn ich anfange, darüber nachzudenken. Deswegen lasse ich mich lieber überraschen!

Welche Zukunft hat Perry Rhodan Ihrer Meinung nach als Romanheld?

Das hängt natürlich in erster Linie von der wirtschaftlichen Seite des ganzen Projekts ab – solange es sich rechnet, die Serie zu machen, wird sie sicher weitergehen. Erzählerisch jedenfalls ist diese unglaublich riesige Geschichte derzeit in Hochform. So fantasievoll und so wagemutig war sie schon lange nicht mehr, wenn überhaupt je, und bei aller Nostalgie: die heutigen Autoren stecken die früheren größtenteils locker in die Tasche.

Es ist nicht ihr erster Rhodan-Roman, Sie haben auch schon Hefte der Romanreihe geschrieben. Wie kam das überhaupt zustande?

Tatsächlich sind es bis jetzt 6 Hefte – es hat schon Teamautoren gegeben, die weniger geschrieben haben. Und der erste »Gastroman«, das war eine schwere Geburt, weil bis dahin nur eingeschworene, bewährte Teamautoren für die Hauptserie schreiben durften. Dann habe ich mal irgendwo gelesen, dass es bei der Fernsehserie „Dallas“ üblich geworden war, dass namhafte Schauspieler winzig kleine Nebenrollen darin gespielt haben, weil es eben chic war, mal dabei gewesen zu sein, und so etwas hieß „Gastauftritt“. Das habe ich dem Redakteur und dem damaligen Exposé-Autor erzählt und gemeint, in ähnlicher Weise könne man doch auch mal „Gastromane“ schreiben lassen – und eigenartig, als dieses Wort erfunden war, ging es auf einmal doch.

Gibt es noch weitere „Star-Gast-Autoren“? Gehört das inzwischen zum Konzept von „Perry Rhodan"?

Ja, unter den Gast-Autoren sind inzwischen schon einige bekannte Namen: Tanja Kinkel, Markus Heitz, Gisbert Haefs, Titus Müller, Richard Dübell und andere, die mir jetzt gerade nicht einfallen. Ich finde, es sollte irgendwann für Autoren deutscher Sprache obligatorisch sein, mal einen Auftritt in der Serie absolviert zu haben.

Werden Sie Perry Rhodan“ weiterhin verbunden bleiben?

Bestimmt.

Was von dem in Ihrem Roman Beschriebenen könnten wir tatsächlich noch erleben?

Also, die Älteren unter uns haben ja einiges von dem, was darin vorkommt, schon miterlebt – sagen wir, bis zum Start von Apollo 8. Ansonsten sind wir in unserer Version der Geschichte inzwischen leider schrecklich weit weg von der Perry Rhodans. Im Jahr 2019, du meine Güte, da hatten die Terraner schon längst Kolonien in anderen Sonnensystemen! Das werden wir nicht mehr erleben.

Was würden Sie selbst gern erleben, was heute noch Sci-Fi ist?

Dass es zu einem Kontakt mit Intelligenzen von einem anderen Stern kommt, das würde ich wirklich gern miterleben. Und wer weiß – theoretisch könnte es ja jeden Tag soweit sein, nicht wahr?

Andreas Eschbach: „Perry Rhodan - Das größte Abenteuer“ (Fischer/Tor, 848 Seiten, 25 Euro) erscheint am 27. Februar

Von Matthias Halbig / RND

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