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19:35 28.04.2016
Von Uwe Janssen
Anastacia im Theater am Aegi. Quelle: von Ditfurth
Hannover

Anastacia im Theater am Aegi – das klingt erst einmal wie ein Versehen. Falsche Ortsangabe. Schließlich ist die Amerikanerin ein Popstar, vom Showfaktor auf Augenhöhe mit Pink, vom Gesang her auf den Spuren von Tina Turner. Anders gesagt: In Hannover gehört sie eigentlich in die Tui-Arena. Denkt man so, wenn man im kleinen Kuscheltheater am Aegidientorplatz sitzt, das nicht mal ausverkauft ist.

Aber so ist das eben in einer Schnell-weg-vom-Fenster-Branche. Die Sängerin kämpfte gegen eine Brustkrebserkrankung und musste mehrfach von vorn anfangen und sich bei jedem Anlauf auch ihr Publikum neu erarbeiten. Zudem sind die Eintrittspreise bis zu 100  Euro auch nicht jedermanns Sache. Doch wer im amerikanischen Showbusiness groß geworden ist, pfeift drauf, ob er vor 100, 1000 oder 10 000 Leuten spielt. Da wird voll durchgezogen, das deutet schon der Aufwand an. Die Bühne des Theaters ist randvoll mit Aufbauten: zwei Treppen links und rechts, ein Laufsteg hinter der Band, Lichtspots en masse. Als ob die Designer die Säge rausgeholt und die Großhallenkulissen aufs Theaterformat zugeschnitten hätten. Aber alles passt rein, auch das große stilisierte „A“, das an der Bühnenrückwand prangt.

Und dieses Setup verspricht tatsächlich nicht zu viel. Um 21 Uhr, nach einem Support namens Alan, beginnt alles zu funkeln und zu blinken, Musik rauscht trommelwirbelartig heran, und irgendwann – Scheinwerfer an: Auftritt Anastacia. Mit Jeans, Nietenlederjacke, vielen Ketten um den Hals und amerikanischem Showstrahlen im Gesicht. Das gibt’s hier auch nicht so oft.

Und dann singt sie. Und wie. Es war immer schon ein Rätsel, wo diese kleine Person diese gewaltige Kehlkraft hernimmt. Im Aegi ist schnell klar: Gelitten hat diese soulige, messerscharfe Stimme kein bisschen. Die Sängerin aus Chicago schraubt die Töne mühelos bis unters Dach, der Tonmann hat zudem einen gönnerhaften Tag und macht sie und ihren flinkfingrigen Gitarristen so laut, als ob auch er noch einmal darauf hinweisen wollte, dass die Show hier nach Größerem strebt.

Spaß hat Anastacia, sie macht einen fröhlichen Eindruck und rückt rein physisch etwas näher an das Publikum ran, ohne dabei aus dem amerikanischen Showformat herauszufallen. Zufälle gibt es nicht, jede Bewegung sitzt, jeder Spruch, jeder Ton sowieso. Ihre Band stellt sie einzeln vor, das Publikum darf mitmachen, indem es jeweils „Hi“ und dann den von der Sängerin vorgegebenen Namen ruft. Muss man mögen, aber die meisten der 1000 Leute, die gekommen sind, mögen es und machen mit. Dafür bekommen sie eine umfangreiche Hitkollektion von „Sick and Tired“ und „Paid My Dues“ zu Beginn über das pathetische „Heavy on My Heart“, „Not That Kind“, „Everything Burns“ und zum Schluss hin die fürs Formatradio wie geschaffenen „I’m Outta Love“, „Left Outside Alone“ und schließlich als Schlusspunkt „One Day in Your Life“. Das ist alles schon ein bisschen her, und man wundert sich, dass das Phänomen Anastacia ein europäisches geblieben ist und die blonde Dame aus Chicago in ihrem Heimatland nie den Durchbruch geschafft hat.

Im Aegi bejubeln die Fans ein knapp zweistündiges, kraftvolles, wenn auch berechenbares Set mit viel Pathos und sogar Outfitwechseln, während derer ihre drei Tänzerinnen und Sängerinnen von den Showtreppen steigen und die Pausen überbrücken. Einer sagt beim Rausgehen: „Das ist viel besser als in einer großen Halle.“ Recht hat er.

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