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Kultur Ai Weiwei wird als Gastprofessor nach Berlin berufen
Mehr Welt Kultur Ai Weiwei wird als Gastprofessor nach Berlin berufen
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18:39 20.04.2011
Der Künstler Ai Weiwei ist einer der einflussreichsten Regimekritiker in China. Quelle: dpa

Die Berliner Universität der Künste (UdK) setzt sich für den inhaftierten chinesischen Künstler Ai Weiwei ein und will ihn als Gastprofessor engagieren. "Wir berufen keinen Dissidenten, sondern einen herausragenden und wesentlichen Exponenten der zeitgenössischen Kunst", sagte UdK-Präsident Martin Rennert am Mittwoch. Wann der chinesische Künstler, der seit dem 3. April in Peking in Haft ist, nach Deutschland kommen kann, ist unklar. "Wir hoffen, dass Ai Weiwei in Kürze seine Arbeit hier aufnehmen kann", so Rennert. Das Berufungsverfahren begann bereits im Dezember 2010. Der jetzige Kontakt sei über Ais Büro in Hongkong gelaufen, das Verbindung zu dessen Ehefrau habe. Die Universität wolle das Angebot so lange offen halten, bis sie mit dem Künstler gesprochen habe und dieser Position beziehen konnte. Mit Ais Festnahme sei auch sein Atelier in Peking zerstört worden. Dadurch sei das Berufungsverfahren beschleunigt worden. "Die Universität der Künste Berlin steht für die Freiheit der Kunst und mithin für die Freiheit der Künstler", sagte Rennert.

Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) sagte, der Zeitpunkt der Bekanntgabe sei "eine eindeutige Positionierung im Konflikt um Ai Weiwei". Er hoffe aber, dass die Berufung weder zum Nachteil für den Künstler noch für die deutsch-chinesischen Beziehungen werde. Der dänische Künstler Olafur Eliasson, seit 2008 Professor an der UdK und Leiter des Instituts für Raumexperimente, sagte, er wolle Ai Weiwei auch in die Arbeit seines Instituts einbinden. Ai habe bei einem Besuch in Eliassons Atelier Interesse an Berlin und der UdK gezeigt. Finanziert wird die Gastprofessur von der landeseigenen Einstein Stiftung.

Der Chinese war kurz nach der Eröffnung einer Ausstellung der Museen aus Berlin, Dresden und München in Peking zur "Kunst der Aufklärung" festgenommen worden. Deswegen waren Stimmen laut geworden, die Ausstellung im Pekinger Nationalmuseum zurückzuziehen. Die Autorenvereinigung PEN forderte von der Bundesregierung mehr Einsatz für die Freilassung des Künstlers. "Wir müssen Forderungen stellen und fragen, wo Ai Weiwei ist und was man ihm genau vorwirft", sagte Herbert Wiesner, Geschäftsführer des deutschen PEN-Zentrums, der Nachrichtenagentur dpa.Die Grünen sprachen sich für ein vorzeitiges Ende der Ausstellung in Peking aus. Die Festnahme und Verschleppung von Ai Weiwei erfordere "eine eindeutige Reaktion", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, dem Portal "Handelsblatt Online". Man dürfe nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. "Der Abbruch der Ausstellung wäre ein solches mögliches Zeichen".

dpa

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