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Welt Krippen-Betreuung in Niedersachsen leicht verbessert
Mehr Welt Krippen-Betreuung in Niedersachsen leicht verbessert
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20:44 28.08.2018
Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung hat sich die Betreuungsqualität in Niedersachsen leicht verbessert. Quelle: dpa/ Julian Stratenschulte
Hannover

In Niedersachsens Kitas und Krippen hat sich die Personalsituation verbessert. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hervor. Demnach wurden zum 1. März 2017 in Krippen im Schnitt 3,8 Mädchen und Jungen bis drei Jahre von einer Erzieherin betreut, fünf Jahre zuvor waren es rechnerisch 4,2 Kinder.

Insgesamt sei das Betreuungsverhältnis in Niedersachsen noch immer etwas ungünstiger als im westdeutschen Durchschnitt (3,6 Kinder je Erzieherin), heißt es im „Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme“. Bei den Krippen ist Baden-Württemberg Sitzenreiter mit einer Quote von 1 zu 3,1, dagegen muss in Sachsen eine Erzieherin oder ein Erzieher 6,4 unter Dreijährige beaufsichtigen.

Spitzenreiter ist Baden Württemberg

Bundesweit hat sich der Bertelsmann-Stiftung zufolge auch die Kita-Qualität verbessert, allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern. Bei den Drei- bis Sechsjährigen bietet Niedersachsen nach Baden-Württemberg und Bremen die günstigsten Bedingungen beim Personalschlüssel. Eine Fachkraft muss zwischen Harz und Nordsee im Schnitt 8,2 Kindergartenkinder betreuen – vorher waren es rechnerisch 8,8 Kinder gewesen. Beim Zweitplatzierten Bremen sind es 7,7 Mädchen und Jungen, in Baden-Württemberg 7,1.

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Große Unterschiede in Niedersachsen

Die Autoren der Studie stellen in Niedersachsen jedoch große Unterschiede zwischen den Wohnorten fest. In den Kindergärten ist der Personalschlüssel in den Kreisen Leer, Wittmund und Hameln-Pyrmont, in der Region Hannover und im Kreis Northeim am ungünstigsten. In der Stadt Hannover betreut eine Erzieherin im Durchschnitt 9,4 Kindergartenkinder. In den Krippen ist eine Fachkraft für 4,1 Mädchen und Jungen zuständig, was ebenfalls oberhalb des Landesdurchschnitts liegt. Landesweit stehen die Kreise Helmstedt, Goslar und Leer sowie die Stadt Wolfsburg bei den Krippen am schlechtesten da. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt bei den Krippen eine Erzieherin für drei Kinder, im Kindergarten eine Erzieherin für 7,5 Kinder.

Die Ergebnisse der Studie seien ein Ansporn, die Qualitätsverbesserungen voranzutreiben, sagt Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). „Den Kindertagesstätten kommt auch ein immer wichtigerer Bildungsauftrag zu, den wir aber nur mit ausreichendem und gut ausgebildetem Personal verwirklichen können.“ Tonne betont, dass das Land bis zu 500 zusätzliche Ausbildungsplätze für sozialpädagogische Bildungsgänge an berufsbildenden Schulen geschaffen habe. Die CDU-Landtagsabgeordnete Mareike Wulf sagt, die größte Herausforderung sei, „mehr Fachkräfte als bislang für den Erzieherberuf zu gewinnen“.

FDP und Grüne fordern mehr Investitionen in die Qualität von Kitas. „Die Fortschritte sind positiv zu bewerten, aber überhaupt kein Grund zur Euphorie“, kritisiert Björn Försterling (FDP). Die Studie bilde nur den Durchschnittswert ab: „In den Ballungsgebieten sieht die Realität meist ganz anders aus.“ Julia Willie Hamburg (Grüne) sieht im Bereich der Personalentlastung noch „erheblichen Handlungsbedarf“.

„Die Ergebnisse zeigen, dass noch viel zu tun ist“, sagt der Landeschef der Gewerkschaft Verdi, Detlef Ahting. „Wir brauchen verbindliche gesetzliche Regelungen für eine deutliche Verbesserung des Personalschlüssels, der Vor- und Nachbereitungszeiten.“

Von RND/dpa

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