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Welt So viele Menschen in Niedersachsen sterben an Krebs
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12:40 28.06.2018
Probe eines Stücks Gewebe: Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Niedersachsen. Quelle: Foto: dpa
Hannover

Die Hälfte der Männer in Niedersachsen und 44 Prozent der Frauen müssen damit rechnen, im Laufe ihres Lebens an einem bösartigen Tumor zu erkranken – Männer vor allem an Prostatakrebs, Frauen an Brustkrebs. Der ist bei Frauen auch die häufigste Todesursache, Männer sterben vor allem an Lungenkrebs. Das geht aus dem aktuellen Krebsbericht hervor, den das Gesundheitsministerium am Mittwoch vorlegte. Enthalten sind darin die Zahlen für das Jahr 2015. Krebs ist damit weiterhin die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das Klinische Krebsregister Niedersachsen (KKN) soll helfen, die Zahl der Krebstoten künftig zu senken. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) gab am Mittwoch den Startschuss für die öffentliche Anstalt, die am 1. Juli ihren Regelbetrieb aufnehmen soll. Ab dann sind Ärzte und Zahnärzte in Niedersachsen verpflichtet, bösartige Tumorerkrankung ihrer Patienten an das KKN zu melden. Das betrifft rund 5000 Ärzte, die in der Krebsmedizin (Onkologie) tätig sind, sowie Kliniken und Tumorzentren. Im Gegenzug erhalten die Ärzte und Kliniken Rückmeldungen und Auswertungen aus dem KKN. Daraus sollen sich Rückschlüsse auf die Erfolgsaussichten spezieller Therapiemethoden ziehen lassen.

„Mit der klinischen Krebsregistrierung wollen wir die Behandlungsqualität und die Zahl der Behandlungserfolge in Niedersachsen erhöhen“, sagte Reimann bei einem Symposium in Hannover. „Die Daten, die wir zu den laufenden Krebsbehandlungen sammeln, werden es uns ermöglichen, die Krebstherapie nachhaltig zu verbessern.“ Die Ministerin forderte die Ärzte auf, ihre Diagnosen an das KKN zu melden. Patienten können allerdings der Übermittlung von persönlichen Daten widersprechen.

Der Vorsitzende des Ersatzkassenverbandes VdEK, Jörg Niemann, sprach von einem „schwierigen Prozess“, ein Klinische Krebsregister in Niedersachsen einzurichten. Zunächst war der Plan für eine externe Datenbank gescheitert, dann stimmte der alte Landtag 2017 erst in letzter Minute dem Gesetz zu. Niemann nannte das Register einen „großen Fortschritt“ in der Krebsbehandlung, weil man daraus etwa ablesen könne, welche Krankenhäuser geeigneter seien oder was eine Chemotherapie bringe.

Krebsregister sammelt alle Tumor-Daten

Das KKN wird künftig neben dem seit 2003 bestehenden Epidemiologischen Krebsregister (EKN) Daten zu Tumorerkrankungen sammeln. Es werde ein gemeinsames Meldeportal geben, so dass für die Ärzte keine doppelte Arbeit anfalle, versicherte KKN-Geschäftsführer Tobias Hartz. Das EKN beobachtet das Auftreten von Krebserkrankungen in einer definierten Bevölkerungsgruppe und trifft Aussagen zu Neuerkrankungsraten sowie zeitlichen und regionalen Häufungen. Das Land untersucht damit zurzeit etwa, ob es einen Zusammenhang zwischen der Erdgasförderung und einer erhöhten Krebsrate in Bothel im Kreis Rotenburg gibt. Die KKN erfasst alle Angaben zu Diagnose, Behandlung, Verlauf, inklusive Nachsorge von Krebserkrankungen.

Der Aufbau der klinischen Krebsregistrierung wurde vom Land mit rund 5,7 Millionen Euro finanziert. 90 Prozent der künftig anfallenden Kosten zahlen die Kassen.

Von Marco Seng

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