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Welt Jede vierte Frau wird am Arbeitsplatz belästigt
Mehr Welt Jede vierte Frau wird am Arbeitsplatz belästigt
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17:02 30.08.2018
Mindestens jede vierte Frau in Deutschland ist schon einmal am Arbeitsplatz sexuell belästigt worden. Quelle: imago
Berlin

Mindestens jede vierte Frau in Deutschland wird an ihrem Arbeitsplatz Opfer sexueller Belästigung. Das ergab die am Donnerstag in Berlin vorgestellte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Beamtenbunds dbb. Demnach hätten 26 Prozent der Arbeitnehmerinnen in ihrem Arbeitsumfeld schon einmal selbst Formen von sexueller Belästigung oder von sexistischem Verhalten erlebt.

Wahrgenommene Belästigung liegt bei 35 Prozent

Deutlich mehr Frauen – 35 Prozent – gaben an, Belästigungen von Kollegen oder Kolleginnen miterlebt zu haben. Männer scheinen der Umfrage nach zu urteilen deutlich weniger betroffen zu sein. 6 Prozent gaben an, schon einmal selbst sexuelle belästigt worden zu sein. Die Werte zwischen öffentlichem Dienst und Privatwirtschaft unterscheiden sich kaum. Am stärksten betroffen sind nach eigenen Angaben mit 22 Prozent die 14- bis 29-jährigen Frauen und Männer, gefolgt von Menschen ab 60 (16 Prozent), 45- bis 59-Jährige (13 Prozent) und 30- bis 44-Jährigen (12 Prozent).

Nur knapp die Hälfte wehrt sich

44 Prozent der Betroffenen gaben an, in irgendeiner Weise dagegen vorgegangen oder Hilfe geholt zu haben. Die meisten haben sich dabei an die Person direkt gewendet (79 Prozent), 43 Prozent an ihren Vorgesetzten. Fast jede Vierte, die sich keine Hilfe geholt hat, gab als Grund an, es nicht als so schlimm empfunden zu haben, fast jede Fünfte aber, dies aus Angst oder Unsicherheit gelassen zu haben. 10 Prozent sagten, sie hätten berufliche Nachteile gefürchtet, 6 Prozent erklärten, der Vorgesetzte habe sie belästigt.

Wahrnehmung bei Frauen und Männern unterschiedlich

23 Prozent der Frauen und 16 Prozent der Männer sagten, sexuelle Belästigung oder sexistisches Verhalten im Job hätten in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. 16 Prozent der Frauen und 24 Prozent der Männer meinten, es habe abgenommen. Die anderen meinten, es habe sich wenig verändert oder sie wüssten es nicht. Fast jeder fünfte abhängig Beschäftigte sagte, im Beruf schon einmal diskriminiert worden zu sein. Bei den Frauen spielte Diskriminierung wegen des Geschlechts hier die größte Rolle (52 Prozent), bei den Männern wegen des Alters (47 Prozent).

Silberbach fordert Verbandsklagen

Forsa-Chef Manfred Güllner führte den hohen Anteil derer, die sich als Betroffene von sexueller Belästigung zu erkennen geben, auch darauf zurück, dass die Sensibilität durch die MeToo-Debatte über Sexismus und Missbrauch gestiegen sei. Der Vorsitzende des dbb Beamtenbund und Tarifunion, Ulrich Silberbach, forderte die Zulassung von Verbandsklagen. „Damit könnten wir den Diskriminierungsopfern besser den Rücken stärken.“

Von Josefine Kühnel/RND

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