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Deutschlands bester Krankenpflegeschüler kommt aus Bad Pyrmont

Bundeswettbewerb Deutschlands bester Krankenpflegeschüler kommt aus Bad Pyrmont

Jan Brandt aus Bad Pyrmont hat den Bundeswettbewerb „Bester Krankenpflegeschüler Deutschlands“ gewonnen. Der Niedersachse musste sein Können in Theorie und Praxis beweisen.

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Kam über Umwege zu seinem Beruf: Jan Brandt hat jetzt schon eine Stelle sicher.

Quelle: Foto: privat

Bad Pyrmont. So einen Krankenpfleger wünschen sich viele: Jan Brandt ist einer, der mit Patienten umgehen kann. Der Krankenpflegeschüler aus Bad Pyrmont hört ihnen zu und berät sie gern. Kurz vor Abschluss seiner Ausbildung ist der Niedersachse jetzt zum besten Krankenpflegeschüler Deutschlands gekürt worden. Beim Bundeswettbewerb glänzte er in Theorie und Praxis – und setzte sich in Berlin gegen die Konkurrenz aus allen anderen Bundesländern durch. „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet“, sagt der 25-Jährige erfreut und dabei bescheiden. Auch seine Ausbilder von der Pyrmonter Christophorus-Gesundheits- und Krankenpflegeschule wurden vom Ausrichter des Wettstreits prämiert, dem Deutschen Verein zur Förderung pflegerischer Qualität.

„Kein Druck von den Eltern“

Manchmal können sich ein, zwei Umwege beim Berufsweg lohnen. Der in Bad Münder aufgewachsene Sieger hat die Krankenpflege nicht auf Anhieb für sich entdeckt. Seine Eltern sind beide ausgebildete Krankenpfleger, der Vater ist später Arzt geworden. „Aber sie haben mir keinen Druck in die Richtung gemacht“, versichert Brandt So studierte er nach dem Abitur zunächst Soziologie, dann Geschichte und Englisch auf Lehramt – bevor er, ernüchtert und gereift, seine wohl eigentliche Berufung entdeckte. Der Student besann sich darauf, dass er schon mit großem Interesse ehrenamtlich als Rettungssanitäter gearbeitet hatte. Er bewarb sich um einen Ausbildungsplatz an der Christophorus-Pflegeschule, die vom Agaplesion-Klinikkonzern und der evangelischen Bethesda-Stiftung getragen wird. „Ich habe das Richtige gefunden“, sagt Brandt.

Beim Wettbewerb galt es, Pflegepläne zu schreiben, ein Beratungsgespräch zu führen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse einzubeziehen. Die Teilnehmer mussten zudem bei einem vermeintlichen Patienten, in Wirklichkeit ein Schauspieler, versteckte Probleme erkennen: eine wundgeriebene Ferse, einen falsch angelegten Kompressionsverband, einen verrutschten Blasenkatheter. „Alles musste sehr schnell gehen“, erzählt Brandt. Dann sei es unter anderem darum gegangen, Tipps gegen Verstopfung nach einer Behandlung mit Opiaten zu geben. „Da habe ich einen Fehler gemacht und außer viel Gemüse auch Bananen empfohlen“, erinnert er sich. Sein Vorsprung reichte aber, um die am Ende Zweitplatzierte aus Sachsen-Anhalt deutlich auf Abstand zu halten.

„Patienten vertrauen ihm“

Schulleiterin Heike Spors sieht den Erfolg des Klassenbesten als Bestätigung guter Lernbedingungen in Bad Pyrmont. Die Räume seien mit modernster Technik und für praxistaugliche Übungen ausgestattet: „Alle Schüler haben Zugang zu einer Online-Bibliothek.“ Um sich bester Krankenpflegeschüler Deutschlands nennen zu können, muss aber noch etwas hinzukommen. Freundin und Mitschülerin Yola Carl sagt: „Jan kann sich sehr gut in die Leute reinversetzen und ihnen erklären, was los ist. Die Patienten vertrauen ihm.“

Im Oktober will das Paar den Preis einlösen: eine New-York-Reise. Beide haben an der Pyrmonter Klinik schon eine Stelle sicher. Brandt wird wie erhofft von August an auf der Überwachungsstation arbeiten, wo unter anderem Schlaganfallpatienten liegen.. Dort müsse sich eine Pflegekraft nur um vier und nicht wie sonst üblich –und politisch gewollt –um bis zu 22 Kranke kümmern, sagt er. „So bleibt mehr Zeit für die persönliche Betreuung.“

Von Gabriele Schulte

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