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Welt Steuerzahler soll private Elite-Uni retten
Mehr Welt Steuerzahler soll private Elite-Uni retten
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00:37 26.05.2018
Kann auf Unterstützung des Landes Bremen hoffen: Die private „Jacobs University Bremen“. Quelle: Eckhard Stengel
Bremen

Nicht überall, wo „privat“ draufsteht, steckt nur Privates drin. Die englischsprachige „Jacobs University Bremen“ (JUB) ist eine nicht-staatliche Elitehochschule. Aber schon seit ihrer Gründung vor fast 20 Jahren wird sie fast ständig mit Steuergeldern subventioniert.

Eigentlich sollte dieses Jahr damit Schluss sein. So hatte es Bremens rot-grüne Koalition 2013 versprochen, als sie der JUB – angeblich zum allerletzten Mal – Fördergeld für die Jahre bis 2017 bewilligte. 2015 bekräftigte sie diese Ankündigung. Doch jetzt hat die Bremer Regierung beschlossen, der international angesehenen Privat-Uni weiterhin unter die Arme zu greifen. Denn sonst droht der JUB womöglich das Aus. Sie fährt zwar seit 2014 einen ehrgeizigen Sanierungskurs, bekommt damit aber ihr alljährliches Defizit nicht richtig in den Griff.

Als nächstes muss nun noch das Bremer Parlament dem Senatsvorschlag zustimmen. Und der sieht so aus: Der extrem verschuldete Stadtstaat übernimmt die Tilgung und Zinszahlungen für einen 50-Millionen-Kredit von 2003, den die JUB damals bei einer Förderbank des Landes aufgenommen hatte und von dem sie bisher erst vier Millionen zurückgezahlt hat. Bremen muss für diese Schuldenübernahme selbst neue Kredite aufnehmen.

Die grüne Finanzsenatorin Karoline Linnert verteidigt den Kurswechsel mit den Worten: „Wir haben eine Verantwortung, da nützt keine Prinzipienreiterei.“ Die 2001 eröffnete JUB bereichere den Wissenschaftsstandort Bremen und erhöhe zugleich die Steuereinnahmen; denn für jeden zusätzlichen Einwohner erhalte Bremen jährlich 5330 Euro aus dem Länderfinanzausgleich. Bei 1400 JUB-Studierenden aus aller Welt macht das rund 7,5 Millionen Euro. Außerdem arbeiten auf dem Campus mehr als 400 Beschäftigte.

Eigentlich sollte sich die gemeinnützige GmbH vor allem aus Studiengebühren, die zwischen 10.000 und 30.000 Euro pro Jahr liegen, und Unternehmensspenden finanzieren. Doch die Wirtschaft hält sich zurück. Lediglich die Schweizer „Jacobs Foundation“ (JF), eine Stiftung der Bremer Kaffeeröster-Familie Jacobs, zeigt sich großzügig: Seit 2007 hat sie bereits 200 Millionen Euro beigesteuert. Von 2018 bis 2027 will sie weitere 100 Millionen Schweizer Franken (derzeit 85 Millionen Euro) bereitstellen. Dem Vernehmen nach befürchtet der Senat allerdings, dass die JF ihr Engagement aufkündigt, wenn nicht auch das Land weiter zahlt. Und dann wäre es endgültig vorbei mit der JUB.

Teuer genug war die Privat-Uni schon bisher: Der Bund überwies 40 Millionen Euro aus der Hochschulbauförderung, und Bremen investierte bislang rund 160 Millionen Euro, darunter 118 Millionen „Anschubfinanzierung“ der einstigen SPD/CDU-Koalition unter Henning Scherf. Außerdem bürgte das Land 2003 für jenes 50-Millionen-Darlehen, das jetzt noch mit 46 Millionen Euro zu Buche schlägt und nun direkt vom Land zurückgezahlt werden soll. So, als ob ein Geburtshelfer jahrelang unterhaltspflichtig wäre.

Die „Jacobs University Bremen“

Die englischsprachige Elitehochschule „Jacobs University Bremen“ (JUB), eine gemeinnützige GmbH, bietet ein breiteres Fächerspektrum als viele andere Privathochschulen. 2001 wurde sie als „International University Bremen“ in einer umgebauten Kaserne eröffnet. Seit 2007 fördert die Schweizer „Jacobs Foundation“ die Hochschule mit insgesamt 285 Millionen Euro bis 2027. Die Stiftung übernahm zugleich zwei Drittel des Stammkapitals. Seitdem trägt die Uni den Namen der Bremer Kaffeeröster-Familie. Die meisten der 1400 Studierenden aus 110 Nationen wohnen auf dem Campus, auch manche der über 400 Beschäftigen.

Von Eckhard Stengel

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