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Welt Erste öffentliche Wasserstofftankstelle in Wolfsburg eröffnet
Mehr Welt Erste öffentliche Wasserstofftankstelle in Wolfsburg eröffnet
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00:28 30.03.2018
Niedersachsens Verkerhsminister Althusmann tankt unter den Augen von Staatssekretär Ferlemann Wasserstoff. Quelle: Foto: Bisch
Wolfsburg

 Die Stadt Wolfsburg ist unweigerlich mit Volkswagen verbunden und damit auch mit dem Skandal um manipulierte Diesel-Motoren. Es ist also nicht ganz frei von Ironie, dass am Dienstag ausgerechnet am Mittellandkanal die erste öffentliche Wasserstofftankstelle Niedersachsens eingeweiht wurde. Die Station in der VW-Stadt gehört nach Angaben des künftigen Betreibers H2 Mobility zu den ersten 50 Tankstellen, die bundesweit in Zusammenarbeit mehrer Konzerne errichtet werden.

400 Tankstellen bundesweit

„Die Tankstelle wird der erste Schritt eines erfolgreichen Weges der Brennstoffzellentechnologie bei uns in Niedersachsen sein“, sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) vor der offiziellen Eröffnung. H2 Mobility ist ein Gemeinschaftsunternehmen, zu dem sich unter anderem Daimler, Air Liquide und Linde sowie die Ölkonzerne OMV, Shell und Total zusammengeschlossen haben. Ein Ziel ist es, bundesweit 400 Tankstellen zu errichten. Fahrer von Brennstoffzellenfahrzeugen sollen dort ihre Wagen in nur drei bis fünf Minuten auftanken können und durchschnittlich mehr als 500 Kilometer schaffen.

Bisher nur 346 Brennstoffzelenautos

Bislang ist das Angebot an Wasserstoffautos aber überschaubar. Nach Angaben einer Sprecherin von H2 Mobility waren im Februar nur 346 Brennstoffzellenautos auf deutschen Straßen unterwegs. Die Hersteller Toyota und Hyundai haben Autos mit Brennstoffzelle in Großserie. Andere, darunter Volkswagen, haben angekündigt, ihr Portfolio mit der Technologie zu erweitern. Die Brennstoffzelle wandelt die im Wasserstoff gespeicherte Energie in Elektrizität und Wärme um.

Potenzial im Nutzfahrzeugbereich

Umstritten ist unter anderem die Erzeugung des Energieträgers. Während aus dem Auspuff eines Brennstoffzellen-Autos nur Wasserdampf entweicht, wird bei der Herstellung des Wasserstoffs das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) freigesetzt.Für den Branchenexperten Stefan Bratzel handelt es sich vor allem um eine Technologie, die mittel- und langfristig als Option für Mobilität in den Blick genommen werden sollte. „Ich sehe insbesondere Potenzial im Nutzfahrzeugbereich“, sagte Bratzel. Bau und Betrieb der Wolfsburger Station werden vom Bundesverkehrsministerium mit rund 900.000 Euro gefördert.

Von Christian Brahmann