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In Syrien erwächst Erdogan ein gefährlicher Gegner

YPG sucht Assads Beistand In Syrien erwächst Erdogan ein gefährlicher Gegner

Die Entwicklung bei der türkischen Invasion in Nordsyrien wird immer gefährlicher: Am Montag standen regierungstreue syrische Einheiten kurz vor den Einmarsch in die Enklave Afrin. Sie sollen dort die syrische Kurdenmiliz YPG beim Kampf gegen die vorrückende türkische Armee unterstützen. Damit droht eine Ausweitung des Konflikts.

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Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan

Quelle: AP

Ankara. Die Türkei meldete am Montag Geländegewinne bei ihrem Vormarsch auf Afrin. Drei weitere Dörfer seien in der Region „befreit“ worden, meldete das Militär. Bei der am 20. Januar begonnenen Operation wurden nach Angaben des Generalstabs vom Montag bisher 1641 „Terroristen neutralisiert“. Die eigenen Verluste beziffert die Türkei auf 32 gefallene Soldaten. Über zivile Opfer macht sie keine Angaben. Die Hilfsorganisation Medico International forderte am Montag die Uno auf, Berichte über den Einsatz von Chlorgas in Afrin zu untersuchen. Nach Angaben der Organisation stellten Ärzte in dem Dorf Erende nach einem türkischen Angriff am vergangenen Samstag bei verletzten Zivilisten Symptome für den Einsatz des Giftgases fest. Ankara bestreitet den Einsatz chemischer Kampfstoffe.

Nach Einschätzung westlicher Experten kommt die Türkei bei ihrem Vormarsch langsamer voran als man das in Ankara wohl erwartet hatte. Jetzt könnten die türkischen Soldaten auf noch größeren Widerstand stoßen: Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, sollten noch am Montag regierungstreue Milizen nach Afrin verlegt werden, um „unsere Bürger gegen die Aggression des türkischen Regimes zu unterstützen“. Am Sonntag hatte die YPG bekanntgegeben, dass sie ihre Kräfte mit den Regierungstruppen von Baschar al-Assad bündeln wolle.

„Niemand kann die Türkei und die türkischen Soldaten stoppen“

Die Kurden haben mit dem Assad-Regime eigentlich nicht viel gemeinsam: Während Assad das gesamte Land unter seine Kontrolle bringen möchte, strebt die YPG eine Autonomiezone an. Geeint sind die Kurden und Damaskus aber jetzt in ihrem Widerstand gegen die Türkei. Sie sieht in der YPG den syrischen Ableger der als Terrororganisation verbotenen PKK und will die Kurdenmilizen aus der Grenzregion vertreiben.

Nach einem Bericht der türkischen Zeitung „Habertürk“ sollen die regierungstreuen syrischen Truppen innerhalb der nächsten Tage in 52 Stellungen in Afrin Position beziehen. Die Regierungstruppen hatten sich 2012 aus der Region zurückgezogen. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warnte am Montag Syrien davor, die YPG in Afrin zu unterstützen. „Niemand kann die Türkei und die türkischen Soldaten stoppen“, sagte Cavusoglu bei einer Pressekonferenz in der jordanischen Hauptstadt Amman.

Mit der neuen Allianz wird die Situation in Nordsyrien noch explosiver. Sollten die türkischen Streitkräfte tatsächlich syrische Einheiten angreifen, wie Cavusoglu das jetzt androhte, könnte das auch Russland und den Iran auf den Plan rufen, die im syrischen Bürgerkrieg auf der Seite Assads stehen.

Von Gerd Höhler/RND

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