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Welt Sind Niedersachsens Innenstädte zu unattraktiv?
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23:14 24.02.2018
Ein leer stehendes Geschäftshaus in der Osterstraße in der historischen Altstadt in Hameln. Quelle: Peter Steffen (Archiv)
Hannover

 Um Niedersachsens Innenstädte angesichts leerstehender Läden und der Konkurrenz durch den Online-Handel wieder zu beleben, hat die Industrie- und Handelskammer eine Attraktivitätsoffensive gefordert. Einerseits müssten viele Einzelhändler ihre Online-Präsenz verbessern, was Kunden auch in die Läden selber locke, teilte die Kammer in Hannover mit. Andererseits müssten die Städte Gesamtkonzepte für ihre Zentren entwickeln, damit diese mit einem Mix unterschiedlicher Läden und Gastronomie ein angenehmes Flair zum Shoppen und Bummeln bieten. Besonders gefordert seien kleine und mittlere Kommunen im ländlichen Raum, aber auch Stadtteilzentren der Großstädte.

 „Wenn unsere Städte und Gemeinden attraktiv bleiben sollen, muss der Blick weg von Einzelmaßnahmen hin zu einem Gesamtpaket an Aktivitäten gehen“, sagte Hauptgeschäftsführerin Susanne Schmitt. Nicht nur das Internet setze den Innenstädten zu. Demografischer Wandel, die Frage der Unternehmensnachfolge sowie der Fachkräftemangel bedingten sich gegenseitig und veränderten die Strukturen.

Studie: Nachholbedarf beim „digitalen Schaufenster“ 

 Insbesondere beim Thema Digitalisierung appellierte die Handelskammer an die Läden, sich stärker auf neue technologische Möglichkeiten einzulassen. Eine Studie hatte den niedersächsischen Händlern im vergangenen Jahr Nachholbedarf beim sogenannten digitalen Schaufenster attestiert. So haben rund 65 Prozent der Händler noch keinen für den mobilen Aufruf angepassten Internetauftritt, obwohl der Anteil des Einkaufs über Smartphones und Tablets kontinuierlich zunimmt. Eine gute Präsenz im Internet - viel bewirkt schon ein Eintrag mit Öffnungszeiten, Lage und Kontaktmöglichkeiten - diene als digitale Brücke, um Kunden in den Laden zu locken.

 Um ihre Vorteile gegenüber dem Internet auszuspielen, müssten Städte Konzepte für attraktive Einkaufsbereiche entwickeln. „Es gilt, die Fußgängerzonen als "Wohnzimmer" einer Innenstadt ansprechend zu gestalten und den Passanten mit Wohlfühlatmosphäre zum Verweilen einzuladen“, erklärte die Kammer. Beim Shopping gehe es schon lange auch um Freizeitvergnügen, darauf müssten Händler und Einkaufsquartiere mit gemeinsamen Aktionen eingehen. Statt eines Klein-Klein bei der Stadtplanung rät die Handelskammer den Kommunen zu regionalen Einzelhandelskonzepten, die Händlern und Investoren eine längerfristige Planungssicherheit bieten. 

Von Michael Evers

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