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Welt Hornissen-Attacke: 82-jähriges Opfer erzählt
Mehr Welt Hornissen-Attacke: 82-jähriges Opfer erzählt
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16:35 22.08.2018
Eine Hornisse sitzt auf einer Holztür. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Schnakenbek

„Wir waren zu zwölft unterwegs, darunter vier Kinder. Wir wollten uns eigentlich nur Biberspuren ansehen“, berichtet der 82-jährige Senior, der namentlich nicht genannt werden möchte. Vom Sandkrug in Schnakenbek aus spazierte die Gruppe etwa einen Kilometer elbabwärts. „Ich bin vorgegangen, um nach Fraßspuren Ausschau zu halten, die anderen waren ein Stück weit hinter mir.“ Wie aus dem Nichts hätten dann 40 bis 50 Hornissen einen Angriff auf ihn gestartet. „Die hingen nachher groß wie ein Fußball an einem Baum direkt am Weg. Ich hatte sie erst gar nicht wahrgenommen.“

Die Tiere attackierten den 82-Jährigen massiv, er drehte um, um die anderen aus der Gruppe zu warnen, und wurde verfolgt. „Ich hatte so viele Stiche, die konnte man gar nicht zählen“, sagt er. Plötzlich brach der Mann zusammen: eine allergische Reaktion auf das Gift aus den Stacheln der Tiere. Angehörige setzten einen Notruf ab. Nach einem langen Fußmarsch mit der Notfallausrüstung forderten die Retter die Feuerwehr an, um den Patienten per Boot abzuholen. In der Aufregung hatte das Hornissen-Opfer Vorhofflimmern bekommen, war nur noch bedingt ansprechbar. „Der Angriff ging so schnell, das war wirklich unglaublich“, schildert der Rentner das dramatische Erlebnis.

Die anderen aus der Gruppe versuchten, weitere Spaziergänger zu warnen, doch viele ignorierten die Hinweise und wurden in der Folge ebenfalls gestochen. Später behandelte der Rettungsdienst vor Ort acht Verletzte.

„Was ich nicht verstehe ist, dass die Problemstelle dort ja wohl bekannt war und warum man sie nicht ordentlich gesichert hat“, sagt der 82-Jährige. Doch Förster Wolfgang Kruckow wusste von der Attacke auf einen Spaziergänger eine Woche zuvor nichts, das Absperrband der Feuerwehr hatten Unbekannte bereits wieder entfernt, als am Sonntag die Hornissen zum Großangriff starteten. Hornissen stehen unter Naturschutz, man dürfe sie weder töten noch umsiedeln, so Kruckow. Ende September, Anfang Oktober dürfte sich das Thema von selbst erledigen, dann sterben die Insekten ab. Der Rentner hofft, dass die Hornissen den Biberpfad im nächsten Jahr nicht wieder belagern. „Wir sind dort so gern, und es ist ein so schöner Weg“, erklärt der 82-Jährige. „Aber wer da spazieren geht, sollte unbedingt aufpassen“, rät er.

Von Timo Jann/LN/RND

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