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Welt Heck schafft Einzug in den Bundestag
Mehr Welt Heck schafft Einzug in den Bundestag
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18:40 23.09.2013
Dr. Stefan Heck (rechts) stellte sich in der Wahlnacht im Kreishaus den Fragen von Christoph Linne, Chefredakteur der Oberhessischen Presse. Quelle: Nadine Weigel

Erst um kurz vor 3 Uhr war es Gewissheit: Neben Sören Bartol (SPD), der Stunden zuvor noch das Direktmandat behauptet hatte, wird dem neuen Bundestag auch wieder ein Christdemokrat aus Marburg-Biedenkopf angehören. Dr. Stefan Heck (31) gelang über die Landesliste der hessischen CDU der Einzug ins Parlament. Der aus Amöneburg-Mardorf stammende Jurist ist seit Mai der Chef der Jungen Union in Hessen.

"Das war ein irrer Abend. Ich bin sehr glücklich", sagte ein übermüdeter Stefan Heck am Morgen der OP. Die Nacht hatte er in der CDU-Kreisgeschäftsstelle verbracht, immer mit einem Auge auf der Webseite des Bundeswahlleiters und der Liste der gewählten Bewerber. Nach 11 Jahren ist somit erstmals wieder ein CDU-Politiker aus Marburg-Biedenkopf im deutschen Parlament vertreten. 2002 war der frühere Kanzleramtsminister Friedrich Bohl aus dem Bundestag ausgeschieden. "Nun auch wieder mit einer konservativen Stimme in Berlin vertreten zu sein, ist sehr wichtig für unsere Partei und die Region", erklärte Heck.

Am Montag wird er noch an Gremien-Sitzung der hessischen CDU in Hofheim teilnehmen und am Dienstag bereits an der konstituierende Sitzung der CDU-Bundestagsfraktion in der Hauptstadt. Über Nacht wird der Rechtsanwalt zum Berufspolitiker, der sich beruflich und privat komplett neu orientieren muss. Eine Wohnung und Mitarbeiter zu suchen, das Büro zu beziehen und festzulegen, in welchen Ausschüssen er mitarbeiten möchte, sind dabei nur die drängendsten Dinge. "Das ist mir heute morgen erst so richtig bewusst geworden, als ich die nächsten Aufgaben und Termine geplant habe. Ich freue mich jetzt auf eine spannnende Zeit", sagte Heck der OP.

Dutzende Parteifreunde, Schulkameraden und Bekannte beglückwünschten den konservativen, gut vernetzten Nachwuchspolitiker noch in der Nacht per Facebook. Darunter auch die Frau des hessischen Ministerpräsidenten, Ursula Bouffier. Sie schrieb ihm: "Einfach nur schön. Glückwunsch!". Auch Christian Engelhardt, der aus Wetter stammende Direktor des Hessischen Landkreistags, freute sich dort mit und für Heck: "Welche Zitterpartie und nun doch ein gutes Ergebnis!"

Unterdessen ist Matthias Knoche, heimischer Direktkandidat der Grünen, trotz eines aussichtsreichen Listenplatzes gescheitert. Seine Partei büßte gegenüber der Bundestagswahl 2009 zu viele Stimmen ein.

von Christoph Linne