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Welt Hat VW-Chef Diess nicht recht?
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20:11 11.10.2018
VW-Chef Herbert Diess. Quelle: imago
Berlin

Allen, die schon immer von Gestrigkeit und Unwilligkeit der Autoindustrie überzeugt waren, hat VW-Chef Herbert Diess eine Steilvorlage geliefert. Kämen die härtesten derzeit diskutierten CO2-Grenzwerte für die Autoindustrie, würde allein in den Werken seines Konzerns in den nächsten zehn Jahren wohl jeder fünfte Arbeitsplatz wegfallen, sagt Diess – insgesamt wären es rund 100 000 Stellen. Er habe mit Kahlschlag gedroht, heißt es nun, um diesem lästigen Klimaschutz zu entgehen.

Natürlich hat Diess gezielt in die politische Debatte um Abgasgrenzwerte hinein eine spektakuläre Marke gesetzt. Jetzt ergeht es ihm ein wenig wie dem Bauernpräsidenten, der in der Dürre mal schnell eine Milliardenhilfe forderte: Das Publikum hört nur Theaterdonner.

Doch man sollte nicht den allzu schnellen Reflexen erliegen. Denn grundsätzlich hat Diess recht: Der Umbau der Autoindustrie auf Elektroantrieb und Vernetzung ist eine gigantische Herausforderung, die mehr Geld kosten wird, als mancher Hersteller hat. Der Abbau Zehntausender Stellen durch Unternehmenskrisen und strukturell geringeren Personalbedarf ist absehbar – selbst ohne verschärfte Auflagen der Politik. Niemand zweifelt an diesem Weg, aber man sollte nicht völlig aus dem Blick verlieren, wie schnell und mit welchen Opfern er zu bewältigen ist.

Die Politik erzwingt mit ihren Vorgaben den schnellen Weg in die Elektromobilität. Das muss sie wohl mittlerweile tun, denn aus eigenem Antrieb hat die Industrie keinen Schritt in dieser Richtung gemacht. Man kann scharfe Grenzwerte deshalb auch als Transformationshilfe für eine lange Zeit verkrustete Industrie sehen. Nur mit radikalem Wandel kann sie überleben. Brechen in einigen Jahren Unternehmen zusammen, weil sie die Transformation nicht schnell genug schaffen, kann man ihnen zu recht vorwerfen, dass sie zu spät aufgewacht ist. Aber wem hilft das dann? Viele Hersteller sind mittlerweile auf dem Weg, und die Rahmenbedingungen sollten so sein, dass sie auch am Ziel ankommen können.

Von Stefan Winter

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